Mehrfach wurde der Antrag vertagt, wie auf dem Maternusplatz bei Hitze für Abkühlung gesorgt werden kann. Die Meinungen gehen auseinander.
Anpassung an KlimawandelSonnensegel und Wassersprüher für den Maternusplatz in Rodenkirchen

Können Sonnensegel auf dem Maternusplatz in Rodenkirchen vor Hitze schützen?
Copyright: Sandra Milden
Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung auf dem Maternusplatz standen nach einem Antrag der CDU auf der Tagesordnung Mitte März im Bezirksparlament in Rodenkirchen. Es geht bereits länger um Möglichkeiten, dem Maternusplatz an heißen Tagen etwas Schatten zu ermöglichen. Wie könnte das aussehen? Mit Segeln? Mit Sonnenschirmen? Ergänzt durch einen Sprühregen? Der Antrag wurde mehrfach vertagt. Die Fachverwaltung sollte zunächst gefragt werden, ebenso wie die auf dem Platz anwesenden JSWD-Architekten.
Dann gab es überdies eine Ortsbesichtigung, so dass die Anträge seit September 2025 mehrfach verschoben wurden. Zum Märztermin hatte die Fraktion FDP/KSG einen Ergänzungsantrag eingereicht. Die Fraktion wollte sich für eine nachhaltige und dauerhafte Installation, etwa durch ein Fontänenfeld, einsetzen. Die Fraktion wollte vermeiden, dass die Verwaltung nach einer provisorischen Technik mit Schläuchen und Mobiliar sucht, anstatt eine dauerhafte Lösung anzustreben.
„Der Maternusplatz als Mittelpunkt der Geschäftswelt erfordert ein geordnetes Erscheinungsbild für Bürger, Handel und Gastronomie“, argumentierte FDP/KSG-Mitglied Karl Wolters. Der Ergänzungsantrag wurde allerdings von den weiteren Fraktionen mehrheitlich gegen die Stimmen der FDP/KSG‑Fraktion und einer Stimme der AfD, mit den Stimmen der CDU, Bündnis 90/Die Grünen, der SPD, Volt und die Linke abgelehnt.
Antragsteller Christoph Schykowski (CDU) warb erneut um Zustimmung des ursprünglichen Antrags: „Das ist eine einfache Sache. Bei dem Ortstermin stellte sich heraus, dass die Verwaltung durchaus bereit ist, gemeinsam an einem Konzept zu arbeiten. Es soll praktikable Lösungen aufzeigen, ohne große Kosten zu erzeugen.“ Die FDP/KSG zeigte sich enttäuscht: „Leider wurde eine Chance für eine nachhaltige und attraktive Lösung für Klima und Bürgerinnen und Bürger verpasst. Wir wollten lediglich Machbarkeit, Kosten und mögliche Förderprogramme prüfen lassen“, sagt Torsten Ilg.
Neben Schatten durch Sonnensegel, könnte es jetzt auf das Projekt „Cooling Cologne“ hinauslaufen. Dabei werden mit Schläuchen, die feinen Wassernebel versprühen, gezielt besonders hitzebelastete Bereiche abgekühlt, damit sich Stadtbesucher erfrischen können. Nach einem Testlauf 2022 im Rheingarten, wird das Projekt „Cooling Cologne“ als Teil des Hitzeaktionsplans der Stadt von der Rhein-Energie umgesetzt.
Pilotprojekt für mehr Verschattung auf dem Maternusplatz
Laut Angaben der Stadtwerke Köln geht die Stadtklima-Simulation des Deutschen Wetterdienstes davon aus, dass auf Köln in naher Zukunft 60 bis 70 heiße Tage pro Jahr mit Temperaturen über 25 Grad Celsius und 20 bis 30 Tropennächte zukommen. Die Verwaltung ist jetzt in der Pflicht, im Rahmen eines Pilotprojektes in Abstimmung mit JSWD ein Verschattungskonzept zu erstellen, mithilfe dessen der Maternusplatz, zumindest in Teilen, verschattet werden kann. Die dazu eingesetzten Elemente sollen sich dabei möglichst harmonisch in das Stadtbild einfügen. Dort, wo kein Schatten hinfällt, ist die Frage gestellt, ob hier zerstäubendes Wasser eine Lösung darstellen kann.

