Die Rodenkirchener Grünen wollten das Berufskolleg-Gelände in Zollstock für Feierabendparken öffnen. Doch Schulleitung und Verwaltung haben Bedenken.
Antrag abgelehntFeierabendparken auf Berufsschulgelände in Zollstock kommt nicht

Das Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Zollstock verfügt über rund 150 Parkplätze – die auch in den Abendstunden und samstags von der Einrichtung benötigt werden.
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Feierabendparken wird seit Jahren als eine Möglichkeit diskutiert, den Parkdruck in den Veedeln in den Abend- und Nachtstunden zu mindern: Private oder öffentliche Stellplätze, die außerhalb ihrer regulären Nutzungszeiten leerstehen, werden Anwohnern kostengünstig zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeuge müssen am nächsten Morgen in der Regel bis 7 Uhr morgens wieder abgeholt werden. In Köln läuft ein solcher Test bislang nur auf zwei Aldi-Parkplätzen in Ehrenfeld und Bickendorf.
Für Zollstock hatten die Rodenkirchener Grünen nun einen eigenen Anlauf unternommen. Gemeinsam mit der SPD sowie den Einzelvertreterinnen von Volt und Linke beantragten sie in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung, die Parkplätze des Alfred-Müller-Armack-Berufskollegs an der Brüggener Straße für das Feierabendparken prüfen zu lassen. Konkret ging es um rund 150 Stellplätze, die werktags zwischen 17 und 7 Uhr sowie sonntags ganztägig zumindest teilweise geöffnet werden sollten.
„Das Berufskolleg bietet sich hierfür an, weil es ein städtisches Gelände ist. Es liegt daher allein bei der Stadt Köln, die Stellplätze für Feierabendparken zur Verfügung zu stellen“, begründete Bodo Schmidt von den Grünen den Vorstoß. Das Berufskolleg wird von 2360 Schülerinnen und Schülern besucht, rund 85 Prozent davon sind über 18 Jahren.
Schule lehnt Antrag nachdrücklich ab
Doch noch vor der Sitzung regte sich deutlicher Widerstand gegen das Vorhaben. Schulleiterin Christine Tharra sprach sich in einer ausführlichen Stellungnahme „mit Nachdruck gegen den Antrag“ aus. Die Annahme, die Parkplätze stünden außerhalb der Unterrichtszeiten leer, sei „faktisch falsch“. Das Berufskolleg mit seinen 2360 Schülerinnen und Schülern nutze die Stellflächen auch am Abend und an Samstagen. Viele Lernende kämen direkt vom Arbeitsplatz und seien auf einen Parkplatz angewiesen. Hinzu kämen Prüfungsphasen, Projektarbeiten und weitere schulische Veranstaltungen außerhalb der Kernzeiten, erläutert Tharra.
Auch eine sonntägliche Öffnung bewertet sie kritisch. Sie befürchtet, dass Fahrzeuge montagmorgens noch auf dem Gelände stehen könnten oder der Parkplatz vermüllt hinterlassen werde. Zudem äußerte sie Sicherheitsbedenken hinsichtlich einer Nutzung des abgeschlossenen Geländes durch Obdachlose oder Drogenabhängige. „Aus schulischer Sicht besteht dadurch eine konkrete Gesundheitsgefährdung für alle am Schulleben Beteiligten“, äußerte Tharra.
Auch das Bürgeramt Rodenkirchen lehnt das Vorhaben ab. Es sieht Sicherheit und Ordnung des schulischen Lebens durch eine Öffnung des Geländes ebenfalls gefährdet, da es zu Vandalismus, Aufenthalt unerwünschter Dritter, Verschmutzung, Sachbeschädigung und langfristigem Abstellen von Autos kommen könne. Es weist zudem in seiner Stellungnahme darauf hin, dass für außerschulische Veranstaltungen in der Aula eine gewisse Anzahl an Parkplätzen bereitstehen muss.
SPD rückt von ihrem Antrag ab
Angesichts dieser klaren Stellungnahmen zog die SPD ihre anfängliche Unterstützung zurück. Die Grünen hielten dennoch an einer Prüfung fest. „Man kann erst einmal einen Testversuch über einen bestimmten Zeitraum und nur auf den vorderen Parkplätzen zum Kalscheurer Weg hin machen, die sind gut einsehbar“, sagte Schmidt. Der Verzicht auf die Prüfung sei ein falsches Signal. „Wenn die Stadt kein Feierabendparken auf ihrem Gelände prüfen will, fragen sich die privaten Anbieter: Warum sollen wir es dann machen?“, meinte Schmidt.
Eine Mehrheit der Bezirksvertreter ließ sich davon jedoch nicht überzeugen. Der Antrag wurde gegen die Stimmen von Grünen und Volt von CDU, KSG/FDP und AfD abgelehnt. SPD und Linke enthielten sich.
