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Blutabnahme, Gewicht der ReiterStadt Köln kontrolliert an Rosenmontag wieder Pferde – Tierschützer wollen Verbot

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Köln: Tierärztin Cornelia Augustiniok entnimmt einem Pferd des Reiter-Korps Jan von Werth eine Blutprobe (Archivbild vom 3. März 2025).

Köln: Tierärztin Cornelia Augustiniok entnimmt einem Pferd des Reiter-Korps Jan von Werth eine Blutprobe (Archivbild vom 3. März 2025).

Veterinäre der Stadt Köln überprüfen vor dem Zoch den Zustand der Pferde. Die Maßnahmen reichen Tierschützern aber nicht aus.

In Köln und Düsseldorf sind Pferde aus den Karnevalszügen bislang nicht wegzudenken. Trotz immer wieder aufflammender Kritik von Tierschützern an dieser Praxis hält das Festkomitee Kölner Karneval an den Tieren fest und verweist auf die langjährige Tradition. Pferde seien seit 200 Jahren ein fester Bestandteil des Rosenmontagszugs. Vor allem seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um das Wohlergehen der Tiere sicherzustellen, so die Argumentation.

Strenge Kontrollen sollen beispielsweise gewährleisten, dass keine gedopten oder ruhiggestellten Pferde am Zug teilnehmen. So kündigt die Stadt Inspektionen an, die am Rosenmontag durchgeführt werden. Am 16. Februar werden demnach um 9.30 Uhr fünf Teams mit insgesamt acht Tierärztinnen und Tierärzten sowie weiteren Mitarbeitenden des Veterinärdienstes des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes Kontrollen in der Nähe des Startpunkts Chlodwigplatz durchführen. Auch im Anschluss an den Zug werden Kontrollen durchgeführt.

Tierärzte nehmen Blutproben von Rosenmontags-Pferden

2026 werden rund 230 Pferde an der Großveranstaltung teilnehmen. Es wird eine „Inaugenscheinnahme“ hinsichtlich ihres Allgemein-, Gesundheits- und Pflegezustands geben. Außerdem werden Kutschen überprüft sowie die Transporter, mit denen die Tiere in die Südstadt gebracht werden. Die Tierärztinnen und Tierärzte können im Zweifel Pferde aus dem Verkehr ziehen.

Darüber hinaus werden stichprobenartig bei 40 Pferden Blutproben entnommen und auf unerlaubte Substanzen untersucht. Bei Kutschen und Reiterinnen und Reitern wird darauf geachtet, so die Stadt in ihrer Mitteilung, dass das Gewicht jeweils nicht zu hoch für die Pferde ist.

2018 gingen in Köln Kutschpferde durch

Als Anhaltspunkt gelten auch in Köln die „Leitlinien zum Umgang mit Pferden beim Einsatz in Karnevalsumzügen“ des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW sowie die Richtlinien des Veranstalters Festkomitee Kölner Karneval. Diese waren 2019 nach einem Vorfall mit durchgehenden Kutschpferden im Vorjahr, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden, verschärft worden.

Dass die Kontrollen notwendig sind, zeigen die Ergebnisse der Blutproben: 2024 wurden bei drei Pferden nachträglich Schmerzmittel nachgewiesen. Gegen die Halter wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. 2020 gab es ebenfalls drei positive Proben. Zudem wurden 2023 Vorwürfe der Tierquälerei gegen einen Pferdebesitzer erhoben, dessen Tiere mit im Zug gelaufen waren.

Bonn verzichtet auf Pferde am Rosenmontag

Tierschützer werten all diese Maßnahmen als nicht ausreichend. So würden die vorgeschriebenen Ruhezeiten alle vier Stunden nicht eingehalten, zudem würden die Aufstell- und Wartezeiten nicht eingerechnet. Die Leitlinien zum Tierschutz nannten 2024 die Unterzeichner eines offenen Briefs an die damalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein „Feigenblatt“.

Generell seien die Menschenmassen, der Lärm, umherfliegende Gegenstände und enge Gassen Stress pur für Pferde, meint auch die Organisation PETA. Zudem sei dies gefährlich auch für die Zuschauer. Sie fordert auch 2026 die Kommunalpolitiker in Köln, Düsseldorf und anderen Städten auf, Pferde aus Gründen der Gefahrenabwehr zu verbieten. Einen prominenten Befürworter haben die Tierschützer im Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly gefunden. Dieser findet den Einsatz von Pferden auch nicht mehr zeitgemäß. In Düsseldorf ruft Peta beim Rosenmontagszug zum Protest auf.

Ein Beispiel dafür, dass es offenbar auch ohne Pferde an Rosenmontag geht, liefert die Stadt Bonn. 2021 fasste der Festausschuss Bonner Karneval diesen Beschluss. Hier begründete der damalige Zugleiter Axel Wolf dies so: Pferde seien nur bis zu einem begrenzten Maß beherrschbar. „Gerade bei einer Veranstaltung im innerstädtischen Umfeld, in der die Pferde über mehrere Stunden hinweg durch Menschenmassen reiten und geführt werden, entsteht hieraus ein Risiko, auch für schwerwiegende Verletzungen, das für uns nicht mehr kalkulierbar und hinnehmbar ist.“