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Umfrage in KölnKeine Barzahlung mehr im Tanzbrunnen – „Ich möchte die Wahl haben“

4 min
Zuschauer bei einer Veranstaltung im Tanzbrunnen.

Im Tanzbrunnen gibt es ab Mai keine Barzahlung mehr.

Im Tanzbrunnen können Speisen und Getränke nur noch per Karte bezahlt werden. Kölnerinnen und Kölner finden das nicht so gut.

Mit Beginn der neuen Saison am 9. Mai schafft der Tanzbrunnen die Bezahlung mit Bargeld ab. Speisen und Getränke können ab dann nur noch mit Karte oder dem Smartphone gezahlt werden. Ein kleines Stimmungsbild in Köln zeigt: Viele bezahlen ohnehin schon öfter mit der Karte – richtig gut findet die Entscheidung aber trotzdem kaum jemand.

Rita Merda (65): Ich finde das bescheiden. Der Tanzbrunnen ist ja auch nicht der Einzige, der das so macht. Ich möchte gern selbst entscheiden, wie ich bezahle. Ich will das nicht vorgeschrieben bekommen. Es gibt auch Menschen, die nochmal älter sind als wir: Die gehen einmal pro Woche zur Bank und heben ihr Budget ab. Und denen wird damit quasi gesagt: „Seht zu, wie ihr klarkommt.“ Das ist ein Unding.

Mein Mann und ich haben das auch schon öfter erlebt: Wir wollten etwas bezahlen, konnten aber nicht, weil das nur mit Karte möglich war. Zum Beispiel im Theater in Hamburg, an der Garderobe. Da konnte man nur mit Karte zahlen, das konnten wir aber nicht. Dann musste extra ein Abteilungsleiter gerufen werden. Das war ein viel größerer Aufwand, als wenn wir einfach bar bezahlt hätten. Und das alles für zwei Euro.

Was Kölnerinnen und Kölner über Bargeld und Kartenzahlung denken

Michael Scholle (60): Ich persönlich habe immer Bargeld dabei, lege gerne ein Trinkgeld auf den Tisch. Es ist aber auch abhängig vom Betrag und davon, was man bezahlt: Beim Tanken zahle ich immer mit Karte, in der Gastro eigentlich immer bar.

Michael Scholle

Michael Scholle wünscht sich beide Bezahlarten im Tanzbrunnen.

Im Tanzbrunnen würde ich mich freuen, wenn man beides behalten würde. Dort sind ja nicht nur junge Menschen unterwegs. Ich würde einfach eine Bargeldkasse bestehen lassen.

Aleyna Tezel (21): Ich zahle mal mit Karte, mal bar – das macht für mich keinen großen Unterschied. Wenn man irgendwo nur mit Karte bezahlen kann, dann mache ich das eben. Legt man aber immer nur die Karte auf, kann man auch schnell den Überblick über die Ausgaben verlieren, wenn man sich mehr als ein Getränk holt.

Nina Müller (48): Es wäre gut, wenn man die Bezahlung mit Bargeld noch als Alternative hätte. Ich möchte gern eine Auswahl haben. Ich war im letzten Jahr noch bei einer Veranstaltung im Tanzbrunnen, da bekam man das Geld bei der Pfandrückgabe nur mit der Karte zurück. Das hat nicht so gut funktioniert und war etwas ärgerlich.

Im Alltag zahle ich mal bar, mal mit Karte, das ist sehr unterschiedlich. Komplett auf Bargeld verzichten würde ich nicht. Wenn man bar bezahlt, dann sieht man sofort, was man ausgibt.

„Nicht die Wahl zu haben, finde ich schwierig“

Sandra N.: Ich habe letztens gehört, dass das in der Lanxess-Arena auch so ist. Nicht die Wahl zu haben, finde ich schwierig. Ich habe mich zwar mittlerweile schon daran gewöhnt, mit der Karte zu bezahlen. Aber es gibt ja auch ältere Personen, die überhaupt nicht mit Karte bezahlen.

Christian Messmer (37): Mir ist egal, wie ich bezahle. Aber warum man eine Bezahloption streicht, die ja nicht unbeliebt ist, erschließt sich mir nicht. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, eine Kasse für Barzahlung und eine für Kartenzahlung einzurichten. Dann können die Leute es sich aussuchen, wie sie bezahlen möchten. Gerade für ältere Menschen, die ihr ganzes Leben lang mit Bargeld bezahlt haben, stelle ich mir das sonst schwierig vor.

Melanie K.: Für mich persönlich ist es egal, ich bezahle sowieso alles mit dem Telefon. Ich verliere aber selbst manchmal ein bisschen den Überblick, wo ich wie viel Geld ausgegeben habe. Abgesehen von Trinkgeld – und wenn ich Menschen, die es brauchen, etwas Geld gebe – verzichte ich mittlerweile tatsächlich komplett auf Bargeld.

Trinkgeld gebe ich nicht gern mit der Karte. Manchmal möchte ich den Leuten einfach einen Fünf-Euro-Schein in die Hand geben und nicht Beträge aufrunden oder eine Prozentzahl in das Zahlungsgerät eintippen. Da bin ich auch etwas skeptisch, ob das Trinkgeld dann wirklich auch ankommt.

Philipp Korte (23): Ich finde gut, dass man sich auf die Kartenzahlung konzentriert. Ich kenne das aus dem Rhein-Energie-Stadion. Es geht in der Regel schneller, wenn alle nur ihre Karte vorhalten müssen, statt nach Münzen und Wechselgeld zu kramen.

Im Alltag bezahle ich – wenn es geht – alles mit meinem Handy, das ist einfach am praktischsten. Dann habe ich auch alle meine Ausgaben übersichtlich an einem Ort. Für die Menschen, die lieber bar bezahlen, ist es natürlich doof, wenn das nicht mehr angeboten wird. Aber letztlich ist das ja eine freie Entscheidung des Veranstalters.