Es darf diese Woche gefeiert werden – zumindest bis Donnerstagabend. Ein Überblick über Termine in der Stadt.
Niedecken wird 75, die KD 200Was in Köln in dieser Woche wichtig wird

Wolfgang Niedecken wird 75 Jahre alt, seine Band BAP 50 Jahre (Archivbild).
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Herzlichen Glückwunsch! Alles Jode! Wolfgang Niedecken, der Mann, der Kölsch zur Sprache erfolgreicher Popmusik in Deutschland machte, wird 75 Jahre alt. Am 30. März 1951 wurde der Junge aus dem Vringsveedel im Nachkriegsköln geboren. 25 Jahre später beginnt in einem Proberaum die Geschichte von BAP. Seinen Geburtstag feiert Niedecken in der ausverkauften Philharmonie – mit „Liedern und Geschichten aus dem Leben“. Ohne Rock oder lauten Pop, sondern leise mit Mike Herting am Piano gibt's „eine vorläufige Bestandsaufnahme beim Einbiegen in die Zielgerade“, wie es in der Ankündigung heißt.
Ein weiteres Jubiläum feiert die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt, besser bekannt unter der Abkürzung KD. 1826 genehmigte der preußische Innenminister den Betrieb von Ausflugsschiffen der „Preußisch-Rheinischen-Dampfschifffahrts-Gesellschaft“, der Grundstein des Unternehmens war gelegt. Nun startet die KD ins Jubiläumsjahr.
Deutlich jünger als die KD ist die KVB. In dieser Woche bekommt sie einen neuen Chef. Am 1. April tritt Marcel Winter die Nachfolge von Stefanie Haaks an, die nach sieben Jahren als Unternehmenschefin um eine Vertragsauflösung gebeten hat – offiziell aus „persönlichen Gründen“. Zum Abschied hat sie Kritik an der Stadt geübt: Die „Mobilitätswende“ könnte schneller vorangehen, es fehle an Unterstützung. Der Diplom-Ingenieur Winter übernimmt einen schwierigen Job.
Tote Hose statt wilder Maus: Manchmal zeigt ein Blick in die Terminkalender einer Woche, nicht nur, was wichtig wird. Er offenbart ebenso, was fehlt: Auch in diesem Jahr gibt es am Deutzer Rheinufer keine Osterkirmes. Das Volksfest fällt ein weiteres Mal dem Streit um die Vergabe des Platzes, der Rivalität von zwei Ausrichterunternehmen und dem Warten auf Gerichtsentscheidungen zum Opfer. Die Kulturabteilung der Vereinten Nationen, die UNESCO, hat die deutsche „Schausteller-Kultur auf Volksfesten“ gerade als „immaterielles Kulturerbe“ anerkannt. Die beste Art, den Titel zu feiern, wäre eine Neuauflage der Kölner Osterkirmes gewesen.
Ruhig und still soll es in Stadt und Land auch von Donnerstagabend bis Samstagmorgen zugehen. Das Feiertagsgesetz in NRW bleibt mit seinen strikten Regeln für die Feiertage der Karwoche äußerst streng und kompromisslos: kein Tanz, keine Unterhaltung, keine Sportveranstaltungen, keine Märkte, keine Wohnungsumzüge, noch nicht einmal Briefmarkentauschbörsen. Alles ist verboten! Nur „Automatenvideotheken“ sind erlaubt, heißt es im Gesetzestext. Aber wo steht so ein Automat? Und wer hat noch einen Videorekorder?

