Am 19. und 20. September wird das Ensemble am Offenbachplatz mit einem Bürgerfest wiedereröffnet. Insgesamt wird es rund 500 Aufführungen in der ersten Spielzeit geben.
„Ein kultureller Neustart“So läuft die Eröffnung von Oper und Schauspiel am Offenbachplatz

26.03.2026 Köln. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Parkettfoyer des sanierten Opernhauses von Oper, Schauspiel und Tanz Köln stellen die Intendanten ihr Programm für die zur Spielzeit 2026-27 vor. Foto: Alexander Schwaiger.
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Wer 50er-Jahre-Architektur mag, muss das Foyer des sanierten Opernhauses am Offenbachplatz lieben. Anders als vor der Schließung erstrahlt der Eingangsbereich nun wieder in den Farben, die der Architekt Wilhelm Riphahn einst bestimmt hatte. Leuchtend blau ist die Decke, durch die Fenster fällt nach einem heftigen Regenschauer Sonnenschein und taucht den Raum in ein warmes Licht.
„Es ist schon etwas Besonderes, hier zu stehen. Ich sehe auch zum ersten Mal die Lampen, die nicht mehr eingepackt sind. Das ist ein tolles Gefühl“, sagte Kulturdezernent Stefan Charles, der, anders als in der Einladung angekündigt, bei der Pressekonferenz zu den Programmen von Oper, Kinderoper, Schauspiel und Tanz in der Spielzeit 2026/2027 das Publikum ohne Oberbürgermeister Torsten Burmester begrüßte.
Von einer neuen Ära sprach der Kulturdezernent am Donnerstagmittag. „Wir stehen mit den Bühnen Köln an einem Punkt, auf den viele Menschen lange hingearbeitet und auf den zugegebenermaßen viele auch lange gewartet haben. Und zum ersten Mal können wir wirklich mit Zuversicht und mit Vorfreude auf eine Spielzeit am neuen Offenbachplatz blicken.“
Die Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz sei natürlich weit mehr als eine Fertigstellung eines Bauprojekts. „Sie markiert für uns einen kulturellen Neubeginn für die Bühnen selbst und natürlich für die Kulturstadt Köln insgesamt.“ Mit ihrem Umzug an den Offenbachplatz „kehren diese beiden großen Häuser nun auch an ihren historischen Ort zurück, mitten ins Herz der Stadt.“
Pressekonferenzen zur Ankündigung der ersten Spielzeit am wiedereröffneten Offenbachplatz hatte es schon einmal gegeben. Im Frühsommer 2015 hatten Stefan Bachmann, damals Intendant des Schauspielhauses, und Opernintendantin Birgit Meyer vorgestellt, mit welchem Programm sie ihre sanierten Häuser eröffnen wollten. „Es wird verdammt, verdammt eng“, seufzte Bachmann damals, aber „so Gott und die Bauleitung am Offenbachplatz wollen“, werde er mit seinem Ensemble das alte, neue Schauspielhaus am 7. November „dieses Jahres“ eröffnen. Und auch Birgit Meyer hatte dieser Zeitung im Mai 2015 in einem Interview versichert, dass der Termin stehe. Doch schon acht Wochen später, im Juli 2015, stand fest: Gott oder zumindest die Bauleitung hatten sie im Stich gelassen. Wunsch und Wirklichkeit waren so weit voneinander entfernt, wie es nur sein kann.
Ein Drama in unzähligen Akten
Was folgte, war ein Drama in so vielen Akten, dass man sie nicht mehr zählen kann. Unzählige Male wurde der Eröffnungstermin verschoben, unzählige Male musste die Stadt neue Kostenexplosionen verkünden. 253 Millionen Euro waren das ursprüngliche Budget, das der Rat der Stadt Köln 2011 für die Generalsanierung des Bühnenensembles beschlossen hatte. Der Grundfehler war, zu glauben, modernste Bühnentechnik problemlos in denkmalgeschützte Gebäude bauen zu können. Es ist eine Erkenntnis, die die Stadt mit reinen Planungs- und Baukosten von 798,6 Millionen Euro bezahlt. Inklusive der Kosten für die Interimsspielstätten und die Finanzierung der Kredite werden es rund 1,465 Milliarden Euro sein.
Doch jetzt soll endlich alles gut werden. Und um möglichst viele Kölnerinnen und Kölner mit dieser endlosen Geschichte zu versöhnen, wird es am 19. und 20. September ein Wochenende lang die Möglichkeit geben, die sanierten Häuser zu besuchen und auch hinter die Kulissen zu blicken. „Wir möchten zeigen: Dieses Haus ist mehr als ein Ort für Aufführungen. Es ist ein lebendiger, kultureller Treffpunkt für die Stadtgesellschaft, ein dritter Ort mit Wirkung weit über Köln hinaus“, sagte Stefan Charles.
„Ja, ist toll hier, oder? Man ist ganz beflügelt. Ich freue mich riesig. Wir freuen uns riesig“, sagte Schauspielintendant Kay Voges, der das Programm des Wochenendes und der anschließenden Eröffnungsgala mit Operintendant Hein Mulders vorstellte. „Es ist eine aufregende Zeit. Das hatte ich nicht gedacht, dass ich das noch erleben werde.“ Die Bauzäune, an denen aktuell neben dem Frustzaun auch schon die neuen Programme angekündigt werden, und die Container sollen dann endlich verschwunden sein. „Und der Platz gehört wieder den Menschen, den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt“, so Voges.
Ja, ist toll hier, oder? Man ist ganz beflügelt. Ich freue mich riesig. Wir freuen uns riesig
An diesen zwei Tagen können Interessierte auf verschiedenen Parcours die Foyers, die Zuschauerräume und Bühnen von Oper und Schauspiel wiederentdecken, auch die Technik wird präsentiert. Zudem öffnet die neue Bühne der Kinderoper, das einzige feste Haus deutschlandweit für junges Publikum, ihre Türen.
„Und wir werden feiern“, versprach der Schauspiel-Chef. Die Nord-Süd-Fahrt wird teilweise gesperrt, es wird eine große Bühne geben. Am Samstag ist das Schauspiel für das Programm zuständig, man dürfe sich auf hochkarätige, internationale Gäste freuen. „Es kommen ein paar wirklich große Namen von nah und fern auf die Bühne“, versprach Voges. Welche das sind, soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, aber eins stehe fest: „Wir werden in die Nacht hineintanzen.“
Am 20. September geht das Programm auf der Bühne weiter, es soll am Weltkindertag auch Schulaufführungen geben, außerdem werden kulturelle Beiträge aus allen neun Stadtbezirken eingebunden. Und am Abend wird zum Abschluss des Wochenendes erstmals wieder Musik im Opernhaus vor Publikum erklingen. Das Ensemble der Oper, das Gürzenich-Orchester und als Special Guest die Kölner Band Kasalla treten dann dort auf. Die Tickets für diesen Abend werden Ende Juni verlost. „Es wird ein Tag der offenen Tür deluxe“, versprach Hein Mulders.
Festakt der Bühnen am 24. September
Mit einem großen, festlichen Gala-Konzert feiern Oper und Schauspiel Köln dann am 24. September gemeinsam den Wiedereinzug in ihre angestammten Häuser am Offenbachplatz. Oper und Schauspiel präsentieren auf der Opernbühne gemeinsam ein Programm für Bürgerinnen und Bürger und Ehrengäste. Mit dabei sind die beiden Ensembles von Oper und Schauspiel, das Gürzenich-Orchester unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Andrés Orozco-Estrada und als Gast die Starsopranistin Diana Damrau.
Die erste reguläre Premiere an der Oper wird am 27. September „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss sein. Das Schauspiel startet am 25. September mit „In bester Lage“, einer Komödie über „das Trauerspiel im Eigentum“ von Kristof Magnusson und Gunnar Klack in einer Inszenierung von Kay Voges in seiner ersten Spielzeit an der neuen Wirkungsstätte. Insgesamt wird es im Ensemble am Offenbachplatz über alle Sparten hinweg rund 500 Aufführungen geben.
Eigentlich hätte die Pressekonferenz auf der Bühne der Oper stattfinden sollen, verriet Hein Mulders bei der Präsentation. „Aber wir sind jetzt in der heißen Phase der Inbetriebnahme und die Kollegen haben uns gebeten, das nicht zu machen, weil sie dort arbeiten.“ Der Countdown läuft. In einem knappen halben Jahr muss alles fertig sein. Noch eine Pressekonferenz zur ersten Spielzeit am Offenbach nach der Sanierung darf es nicht geben.
Ab sofort ist der Abonnementverkauf für Oper, Schauspiel und Tanz gestartet. Rund 20 Prozent Ersparnis bietet es den Käuferinnen und Käufern. Sie haben so zudem die Möglichkeit, sich einen festen Sitzplatz zu sichern und einen repräsentativen Querschnitt durch das jeweilige Repertoire der Sparte zu erleben.
Wer noch mehr Flexibilität möchte, erhält über das Card-Modell, das ähnlich wie eine Bahn-Card funktioniert, die Möglichkeit, zehn oder 20 Prozent vom regulären Preis zu sparen.
Für junge Menschen und Familien soll der Besuch von Oper und Schauspiel erschwinglich sein, deshalb gibt es auch hier verschiedene Angebote. In Familienvorstellungen erhalten Erwachsene in Begleitung von mindestens einer Person unter 18 Jahren 50 Prozent Ermäßigung. Kinder und Jugendliche zahlen dann zwölf Euro.
In allen Vorstellungen können junge Menschen unter 27 Jahren mit der Bühnen-Card schon ab zehn Euro Tickets erhalten. Die einzelnen Angebote in den Veranstaltungen sind beschränkt, eine frühzeitige Buchung lohnt sich daher.
Der Ticketverkauf für einzelne Vorstellungen und die Bühnen Cards startet am 4. Mai.
Ein besonderes Anliegen des Oberbürgermeisters Torsten Burmester sei es gewesen, die Bühnen Köln als Ort für die gesamte Stadtgesellschaft zu öffnen. Auf seine Initiative hin wird deshalb in der Eröffnungsspielzeit die Aktion „Hier sitzt Köln“ ins Leben gerufen. Für jede einzelne Vorstellung werden jeweils zwei hochwertige Tickets unter Kölnerinnen und Kölner verlost. Die Vielfalt der Stadt solle so auch im Publikum sichtbar sein. Insgesamt werden so für die rund 500 Aufführungen 1000 Tickets verlost. Für folgende Verlosungen neben „Hier sitzt Köln“ kann man sich ab dem 29. Juni registrieren: DieTickets für das Konzert zum Abschluss des Eröffnungswochenendes am 20. September mit dem Gürzenich-Orchester und Kasalla werden ausschließlich verlost. Auch für den Festakt am 24. September wird es ein Kontigent an Karten geben, die man gewinnen kann. Alle Infos zu Tickets und Abomodellen finden Sie unter buehnen.koeln
