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„Endlich kostenlos Bahn fahren“Fake-Plakate an Haltestellen werben für das „0-Euro-Ticket“

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Ein Fake-Plakat zu einem angeblichen 0-Euro-Ticket hängt an einer Haltestelle.

Ein Fake-Plakat zu einem angeblichen 0-Euro-Ticket hängt an einer Haltestelle.

„Endlich kostenlos Bahn fahren“, warb auch eines der Plakate. Es handelt sich jedoch um eine Fälschung, erklärte die Deutsche Bahn.

Die Deutsche Bahn ist in diesen Tagen gleich zweimal Ziel von Satire-Aktionen geworden – in einem Fall verbunden mit einer politischen Botschaft. An mehreren deutschen Bahnhöfen tauchten vermeintliche Werbeplakate der Bahn auf, die kostenlose Fahrten im Fernverkehr des Unternehmens bewarben.

Angebracht waren die Plakate der Bahn zufolge an Wänden, Ticket-Verkaufsstellen und Automaten unter anderem in den Bahnhöfen München, Leipzig, Karlsruhe, Kiel oder Dresden. Auch an Haltestellen wurden die Fake-Plakate angebracht.

Ein Video von „Widerstandskollektiv“ auf Instagram zeigt eine der Aktionen:

Ein Link führte zunächst auf eine Internetseite, die der echten Buchungsplattform bahn.de nachempfunden war und erneut für das vermeintliche Kostenlos-Angebot warb.

0-Euro-Ticker der Deutschen Bahn? Link führt zu einem „Widerstands-Kollektiv“

Inzwischen ist dort die Seite eines selbst ernannten „Widerstands-Kollektivs“ zu finden. Dort fordern die Betreiber unter anderem: „0€-Ticket für alle statt SUVs für den Berufsverkehr!“ Kritisiert werden staatliche Subventionen für fossile Verkehrsantriebe.

Ein gefälschtes Werbeplakat für Gratisfahrten bei der DB hängt neben dem Bahnhof Walle in Bremen.

Ein gefälschtes Werbeplakat für Gratisfahrten bei der DB hängt neben dem Bahnhof Walle in Bremen.

Die Bahn wies die am Mittwoch veröffentlichte Kampagne als gefälscht zurück. „Es handelte sich um Fake-Plakate und eine Fake-Website“, betonte der Konzern. „Null-Euro-Fahrten gibt es nicht.“ Die Werbeflächenbetreiber Ströer und Wall seien dabei, alle gemeldeten Plakate und Aufkleber zu entfernen. „Wir prüfen den Sachverhalt und behalten es uns vor, gegen Rechtsverletzungen vorzugehen“, betonte die Bahn.

Wetten auf Bahn-Verspätungen

Ohne politische Botschaft blieb eine weitere Aktion: eine Internetseite namens „BahnBet“ auf. Nutzerinnen und Nutzer können dort nach wie vor Wetten auf den chronisch verspäteten Fernverkehr des bundeseigenen Konzerns abschließen. Die hinterlegten Zugdaten sind nach Angaben der Seitenbetreiber echt, das eingesetzte Geld hingegen nicht.

„Let's pretend that this platform is a real thing, and maybe Deutsche Bahn will actually do something about it“ (Lasst uns so tun, als wäre diese Plattform eine echte Sache, und vielleicht macht die Bahn dann tatsächlich etwas), schreiben die Aktionskünstler auf Englisch. Hinter der Aktion stecke demnach ein Künstler namens Caio van Caarven. (jv/dpa)