Menschen leben in Siedlungen auf Stelzen am größten Binnengewässer Südostasiens. Eine Fahrt mit dem Boot gewährt Einblicke in eine außergewöhnliche Kultur.
Fremde Welt in KambodschaEin Besuch der schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap

Am Tonle Sap können Touristen das traditionelle Leben vieler Kambodschaner erleben.
Copyright: Carola Frentzen/dpa
Straßen sucht man hier vergeblich; stattdessen dienen Wasserwege dem Verkehr, auf denen farbenfrohe Boote zwischen den Behausungen navigieren. Man sieht Fischer, die bis zur Hüfte im Gewässer stehen, während ganze Siedlungen auf meterhohen Pfählen zu schweben scheinen. Eine Exkursion per Boot auf dem kambodschanischen Tonle Sap ermöglicht Reisenden den Zugang zu einer Lebensform, die vollständig vom Wasser geprägt ist.
Südostasiens größtes Binnengewässer ist lediglich eine Autostunde von Siem Reap entfernt, dem Ausgangspunkt für Besuche der bekannten Angkor-Tempel. Im Herzen Kambodschas kann eine Lebensart erlebt werden, die Tradition und Moderne verbindet, wie die dpa meldet. Einige der als „floating villages“ bezeichneten schwimmenden Siedlungen haben sich auf den Tourismus spezialisiert.

Dorfbewohner am Tonle Sap kehren vom Fischen zurück.
Copyright: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Der Schulweg auf dem Wasser
Die Ortschaften Kampong Phluk und Kampong Khleang sind besonders populäre Ziele für Tagesexkursionen. Der typische Ablauf umfasst eine Fahrt durch die Siedlungen, die an Wohnbauten, Bildungseinrichtungen und Pagoden vorbeiführt. Schon in jungen Jahren erlernen die Kinder die Handhabung von Booten und bewegen sich morgens häufig eigenständig per Paddelboot zur Schule. Die Väter arbeiten überwiegend als Fischer und werfen ihre Netze abhängig vom Pegelstand entweder vom Boot oder direkt im Wasser stehend aus. Der Tonle Sap zählt zu den fischreichsten Binnenseen weltweit und stellt eine bedeutende Versorgungsgrundlage für ganz Kambodscha dar.

Auf Holzbooten über den See: Für Touren auf dem Tonle Sap gibt es eine große Auswahl an Anbietern - oder man bucht direkt im Hotel.
Copyright: Carola Frentzen/dpa
Die Tour per Boot setzt sich über das trübe Gewässer fort, passiert Mangrovenwälder und Reisanbauflächen. Nach ungefähr 60 Minuten gibt die Landschaft die Sicht auf die offene Seefläche frei, die sich ozeangleich bis zum Horizont ausdehnt.
Ein Gewässer mit variabler Fläche
Während der Monsunperiode zwischen Mai und Oktober dehnt sich die Fläche des Sees erheblich aus. Laut dpa kann er dann eine Länge von bis zu 250 Kilometern und eine Breite von 100 Kilometern erreichen. Ursache dafür ist eine spezielle Naturerscheinung: Der Fluss Tonle Sap, eine Verbindung zum Mekong, kehrt zweimal jährlich seine Strömungsrichtung um.
Der Reiseleiter Sin Peng erläutert den Vorgang: „In der Regenzeit führt der Mekong so viel Wasser, dass er den Tonle-Sap-Fluss zurückdrückt - dann fließt dieser in den See hinein statt aus ihm heraus“. Im Gegensatz dazu verkehrt sich der Ablauf in der Trockenperiode: Der Wasserstand des Mekong fällt, woraufhin der Fluss Tonle Sap wieder aus dem See abfließt.

Eine Frau räuchert im See gefangenen Fisch nach einer uralten Technik über Holzkohle - und macht ihn so haltbar.
Copyright: Carola Frentzen/dpa
Regionale Spezialität: Geräucherter Fisch
Während der Rücktour kann man am Wegesrand die althergebrachte Veredelung des Fangs mitverfolgen. Die Fische werden nach dem Einholen ausgenommen, in eine Salzlösung gelegt und danach über offenen Holzfeuern schonend geräuchert. Überall liegt ein würzig-süßliches Raucharoma in der feuchten Atmosphäre.

Die Fische werden zunächst in einer Salzlake eingelegt und dann geräuchert.
Copyright: Carola Frentzen/dpa
Diese Räuchermethode dient primär der Konservierung und nicht nur der Geschmacksverbesserung. Für die einheimische Bevölkerung stellt Fisch die primäre Proteinquelle dar. Besucher haben in örtlichen Gaststätten die Möglichkeit, den geräucherten Fisch als Zutat in Suppen oder Salaten zu kosten.
Praktische Hinweise für den Ausflug
Die Anfahrt erfolgt idealerweise über Direktflüge von südostasiatischen Metropolen wie Bangkok, Singapur oder Kuala Lumpur nach Siem Reap. Das Gewässer ist von dieser Stadt aus in einer Stunde mit dem Auto erreichbar. Ausflüge lassen sich am unkompliziertesten direkt im Hotel organisieren, auch als private Tour. Es existieren zudem viele Anbieter online. Eine Tagesexkursion kann mit der Besichtigung des Khmer-Tempels Beng Mealea aus dem 12. Jahrhundert kombiniert werden. Als ideale Reiseperiode gilt die Monsunzeit von Mai bis Oktober, da der See dann seine größte Fläche einnimmt. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
