Die „auslandsjorunal“-Doku „Krone in der Krise“ des ZDF zeigt, wie sich immer mehr Briten gegen die Royals richten. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der ehemalige Prinz Andrew, dem eine enge Verbindung zu Jeffrey Epstein nachgesagt wird.
Ex-Prinz Andrew „hoffentlich der erste Dominostein“Briten richten sich im ZDF gegen die Royals

Ex-Prinz Andrew sorgt dafür, dass die britische Krone immer mehr in der Kritik steht. (Bild: 2017 Getty Images/Mark Richards - WPA Pool)
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Das britische Königshaus sieht sich immer heftigeren Vorwürfen ausgesetzt. Viele fragen sich, ob sich das Vereinigte Königreich in diesen finanziell angespannten Zeiten eine Monarchie überhaupt noch leisten kann. Zunehmend kommen Details zum enormen Reichtum der Royals ans Licht. Das liegt vor allem auch am dekadenten Lebensstil von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor, dessen mutmaßliche Verwicklung in den Skandal um Jeffrey Epstein seit Jahren für Wirbel sorgt.
„Er kommt damit durch, weil er ein Royal ist“, sagt eine britische Passantin vor den ZDF-Kameras in der neuen „auslandsjournal“-Doku „Krone in der Krise“ über Andrew. Weitere Bürgerinnen und Bürger fordern den ehemaligen Prinzen im Interview auf, das Land zu verlassen. Der Bruder von König Charles soll inzwischen aus seiner 30-Zimmer-Villa Royal Lodge in Windsor ausgezogen sein und zunächst in dem royalen Anwesen Sandringham wohnen. Im November 2025 war ihm bereits der Prinzentitel aberkannt worden.
Die Gründe für den starken Unmut gegenüber Andrew basieren auf dessen langjähriger Freundschaft mit Jeffrey Epstein und den schwerwiegenden Vorwürfen - insbesondere von Opfer und Hauptklägerin Virginia Roberts Giuffre -, er sei in Epsteins Missbrauchs-Netzwerk verwickelt gewesen. Andrew streitet die Anschuldigungen ab.
„Sie missbrauchen ihre Privilegien“

Seit September 2022 König des Vereinigten Königreichs: Charles III. (Bild: 2022 Getty Images/WPA Pool)
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„Andrew hat dem Ansehen der königlichen Familie immensen Schaden zugefügt. Die königliche Familie wollte sich von ihm abgrenzen, nach dem Motto: Sein Treiben hat nichts mit uns zu tun. Nun, es betrifft sie doch. Andrews Umtriebe haben dazu geführt, dass die Menschen die königliche Familie jetzt viel kritischer sehen als zuvor“, erklärt der Autor und ehemalige Politiker Norman Baker.
Andrew gehe davon aus, dass ihm alleine wegen seiner Herkunft ein luxuriöser Lebensstil zustehe. Autos, Uhren, Häuser, Flüge in Privatjets - alles auf den Kosten von anderen. Für seine Royal Lodge soll Andrew keine Miete gezahlt haben, obwohl das prächtige Anwesen dem Staat gehört. Ein Aktivist meint: „Das ist typisch für die königliche Familie. Sie missbrauchen ihre Privilegien. Die Leute haben die Nase voll von den Royals, von Andrew, von den Vertuschungen. Und es reicht einfach nicht, dass sie ihnen nur die Titel entziehen.“
Eine Meinung, die nicht alle auf der Insel vertreten. „Für mich ist es okay, dass die royale Familie das Land besitzt. Besser als ein gesichtsloser Konzern aus dem Ausland“, sagt ein Brite. Ein anderer stimmt zu: „So war das hier halt immer. Wir sind nun mal ein feudales Land.“
Alleine das private Einkommen von König Charles soll laut der ZDF-Doku rund 30 Millionen Euro betragen. Und dennoch bezahlt der Staat, wenn der König groß einlädt zum Staatsbankett. Selbst von „Wohltätigkeitsorganisationen, vom öffentlichen Sektor, von privaten Mietern, Pfadfindern, sozusagen von Kindern“, fordere die königliche Familie Geld ein, wie Norman Baker berichtet, der seit vielen Jahren zu den Finanzen der Royals recherchiert.
Britischer Chor singt von Rebellion
Die ZDF-Doku zeigt einen Chor, der in seinem Logo die britische Krone auf den Kopf stellt und von einer Rebellion singt. „Es ist sehr unfair, dass jemand automatisch so viele Privilegien und öffentliche Gelder bekommt. Die royale Familie käme ja auch ohne unser Geld zurecht“, ärgert sich ein Mitglied der Gruppe.
Eine weitere Sängerin hofft, „dass die Leute anders über die früher unberührbare Elite zu denken anfangen. Man sieht: Solche wie Andrew können fallen. Hoffentlich der erste Dominostein.“ Die Vision des Chors: „Stell dir vor, König Charles kommt nach Leeds - und keiner geht hin.“
Die komplette ZDF-Doku „auslandsjournal - die doku: Krone in der Krise“ wird in der Nacht auf Donnerstag, 5. Februar, um 0.50 Uhr im ZDF ausgestrahlt und ist ab sofort in der ZDF-Mediathek zu sehen. (tsch)

