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„Eine Million Male erklärt“Marius Borg Høiby verliert vor Gericht die Nerven

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Marius Borg Høiby mit Sonnenbrille.

Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Stiefsohn von Kronprinz Haakon, steht vor Gericht, weil ihm in 38 Anklagepunkten unter anderem Vergewaltigung und sexueller Missbrauch sowie weitere Delikte wie häusliche Gewalt, Sachbeschädigung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte vorgeworfen werden. (Archivbild)

Druck im Gerichtssaal, genervte Reaktion, brisante Details: Im Prozess gegen Marius Borg Høiby verliert der Angeklagte kurz die Nerven.

Laut „Bild“ wurde am 4. Februar der zweite Verhandlungstag im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29) am Amtsgericht Oslo fortgesetzt. Dem ältesten Sohn von Mette-Marit werden unter anderem Vergewaltigung und sexueller Missbrauch mehrerer Frauen vorgeworfen.

Staatsanwalt befragt Marius Borg Høiby zu intimen Details

Im Mittelpunkt des zweiten Prozesstages stand demnach die ausführliche Befragung des Angeklagten durch Staatsanwalt Sturla Henriksbø. Zu Beginn seiner Aussage zeigte sich Borg Høiby sichtlich bewegt, brach in Tränen aus und erklärte laut dem „Spiegel“, er sei „hauptsächlich als der Sohn seiner Mutter bekannt“ und habe ein Leben geführt, „in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können“.

Kronprinzessin Mette-Marit lächelt neben Marius.

Der Prozess gilt laut Medienberichten als große persönliche Belastung für Kronprinzessin Mette-Marit, da ihr ältester Sohn (r) schwerer Straftaten beschuldigt wird und das Verfahren international öffentlich verfolgt wird. (Archivbild)

Er erklärte unter Tränen, er sei bereits seit seinem dritten Lebensjahr Ziel der Medien gewesen – seitdem die Beziehung seiner Mutter zu Kronprinz Haakon öffentlich bekannt wurde, habe ihn die Aufmerksamkeit nie wieder losgelassen.

Anschließend ging es unter anderem um sein Sexualleben sowie um zahlreiche Fotos und Videos mit sexuellem Inhalt, die Ermittler unter anderem auf einem Laptop gefunden haben sollen.

Der Angeklagte erklärte, die Dateien seien ausschließlich für ihn bestimmt gewesen. Er habe sie bewusst nicht auf seinem Mobiltelefon gespeichert, um beim Durchsehen privater Inhalte nicht ständig damit konfrontiert zu werden. Auf Nachfrage definierte Borg Høiby Sex als situationsabhängig und erklärte, es gehe dabei um Handlungen mit Geschlechtsorganen.

Kokain und Alkohol: Sohn von Mette-Marit hat Erinnerungslücken zur Partynacht 2018

Ein weiterer Schwerpunkt der Vernehmung lag auf dem mutmaßlichen Konsum von Alkohol und Kokain während einer Feier im Dezember 2018 im Keller von Schloss Skaugum. Borg Høiby sagte mehrfach, er „denke“, dass an diesem Abend sowohl Alkohol als auch Kokain konsumiert worden seien.

Gleichzeitig räumte er erhebliche Erinnerungslücken ein und betonte, es falle ihm schwer zu unterscheiden, was er selbst erinnere und was er aus Akten oder Medienberichten kenne. Der Staatsanwalt stellte zahlreiche Detailfragen zu Uhrzeiten, beteiligten Personen und Abläufen und erklärte, er wolle so nachvollziehen, wie zuverlässig die Erinnerungen des Angeklagten seien. Als Henriksbø erneut nachhakte, verlor Borg Høiby kurz die Nerven, verzog das Gesicht und sagte wörtlich: „Das habe ich doch schon eine Million Male erklärt.“

Aussage zur „Skaugum-Frau“: Widersprüche im Kernvorwurf

Am Nachmittag rückte die Aussage zur sogenannten „Skaugum-Frau“ in den Fokus. Die Ermittler gehen davon aus, dass es im Zusammenhang mit der Nacht vom 20. Dezember 2018 zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein könnte.

Marius Borg Høiby mit Sonnenbrille.

Marius Borg Høiby betonte mehrfach vor Gericht, er habe „keinen Sex mit schlafenden Personen“ und sei sicher, die Frau sei bei vollem Bewusstsein gewesen – dem widerspricht die Aussage der mutmaßlich Geschädigten. (Archivbild)

Borg Høiby erklärte vor Gericht, er habe mit der Frau bereits vor dieser Nacht einvernehmlichen Sex gehabt und auch später regelmäßig mit ihr geschlafen. An konkrete Details könne er sich jedoch nicht erinnern.

Er betonte mehrfach, er habe „keinen Sex mit schlafenden Personen“ und sei sicher, dass die Frau bei vollem Bewusstsein gewesen sei. Die Darstellung steht im Widerspruch zu den Aussagen der mutmaßlich Geschädigten. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. 

Die Staatsanwaltschaft hatte zum Auftakt am Dienstag insgesamt 38 Anklagepunkte verlesen, darunter auch Vorwürfe häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte. Borg Høiby sitzt derzeit in Untersuchungshaft, ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 16 Jahre Freiheitsstrafe. Bild- und Filmaufnahmen im Gerichtssaal sind untersagt.