Man habe die Corona-Zeit in Deutschland „viel besser“ gemeistert als in vielen anderen Ländern, findet Markus Söder. Im Podcast „Zwischen den Zeilen“ nimmt der CSU-Chef auch den damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn in Schutz.
In Podcast fordert Söder mehr Respekt für Jens Spahns Corona-Politik„Er hat den Job gut gemacht!“

Im Podcast „Zwischen den Zeilen“ nahm Markus Söder (rechts) Jens Spahn in Schutz. (Bild: 2025 Getty Images/Hesham Elsherif / 2025 Getty Images/Hannes Magerstaedt (Fotomontage))
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Er beherrsche „die Kunst der Selbstinszenierung“ wie „kaum ein Zweiter in der Politik“, kündigt Bettina Böttinger den Gast ihres Podcasts „Zwischen den Zeilen“ an. Den Beweis hierfür liefert Markus Söder dann umgehend selbst: Eine Stunde lang plaudert der CSU-Chef so charmant mit der Journalistin, dass diese sich am Ende des Interviews vorstellen kann, bei einem gemeinsamen Karnevalsbesuch „sehr viel Spaß“ mit Markus Söder zu haben.
Es geht um McDonald's, um „Star Trek“, um den 1. FC Nürnberg. Und dann, endlich, auch um Politik. Gemeinsam blicken Böttinger und Söder auf die Corona-Zeit zurück; die Podcasterin fragt sich, ob während der Pandemie „der Gemeinsinn abhandengekommen“ sei. Ja, glaubt der bayerische Ministerpräsident: „Am Anfang war sehr viel Zusammenhalt, später war das Gegenteil der Fall.“
Er habe verstanden, dass „jemand wirtschaftlich sich ärgert, weil er was schließen muss“. Auch den Groll gegen Ausgangsbeschränkungen könne Söder im Nachhinein nachvollziehen. Die Skepsis gegen die Impfung erschließe sich ihm jedoch bis heute nicht. „Wir haben so viele Leben gerettet“, betont er. „Man kann sich immer entschuldigen, dass man es nicht noch besser gemacht hat. Aber die Wahrheit ist: Ich fand, wir haben es in Deutschland insgesamt viel besser gemacht als viele andere Länder in der Welt. Und dafür muss man sich nicht schämen.“
„Ich bin froh, dass er Gesundheitsminister war“
Dabei bleibt Söder auch, als Böttinger den damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn und dessen Masken-Skandal anspricht. Er habe „großes Verständnis“ für den CDU-Mann, zumal Söder damals am eigenen Leib erfahren habe, welchem Druck Politiker während der Pandemie ausgesetzt gewesen seien. „Ich war sehr froh, dass er Gesundheitsminister war, weil er auf die Länder gehört hat“, erklärt er.
„Dass am Ende auch eine Fehlerkultur drin war oder manches zu viel war oder was weiß ich ...“, sagt Söder. „Aber denken Sie mal, am Anfang haben Leute Staubbeutel als Masken genommen!“ Er glaube, Jens Spahn habe „den Job gut gemacht. Und deswegen sollte man an der Stelle bei aller Kritik auch Respekt zeigen.“ Der heutige Fraktionsvorsitzende habe sich immerhin „Tag und Nacht hingestellt“ und „dafür gekämpft, dass wir irgendwie über die Runden kommen“, unterstreicht Söder - und seufzt: „Es war eine schwere Zeit.“ (tsch)
