Im „Kölner Treff“ spricht der BAP-Frontmann offen über Gewalt im Internat, prägende Erfahrungen und seinen Blick auf Leben und Karriere.
„Kölner Treff“Wolfgang Niedecken über dunkles Kapitel – „Froh, dass ich da heil rausgekommen bin“

Wolfgang Niedecken zu Gast in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“.
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In der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ bei Micky Beisenherz und Susan Link hat Wolfgang Niedecken am Freitagabend (20. März 2026) ungewöhnlich offen über seine Jugend gesprochen. Der BAP-Frontmann berichtete von Gewalt durch einen Geistlichen im Internat und fand dafür klare Worte: „Das war diabolisch.“ Körperliche Strafen seien damals Teil des Systems gewesen, zugleich habe er lange geglaubt, selbst schuld zu sein. Rückblickend sagt Niedecken heute: „Froh, dass ich da heil rausgekommen bin.“
BAP-Frontmann Niedecken über Missbrauch und Folgen
Im Gespräch machte Niedecken deutlich, wie schwierig es gewesen sei, das Erlebte einzuordnen. „Das war für uns ein Problem“, sagte er mit Blick auf die damalige Zeit, in der Gewalt häufig hingenommen wurde. Erst als sein Vater Verletzungen bemerkte, kam Bewegung in die Situation. „Was ist das denn?“, habe dieser gefragt – und anschließend Konsequenzen gezogen. Für Niedecken war das ein entscheidender Wendepunkt.
Niedecken erinnert sich an frühen Erfolg
Neben den persönlichen Einblicken sprach Niedecken auch über seine Karriere mit BAP. Trotz wachsender Popularität habe er sich lange nicht als Star wahrgenommen: „Ich fühlte mich als Garagenband.“ Ein prägender Moment sei ein großer Auftritt Anfang der 1980er Jahre gewesen. Die Reaktion des Publikums habe ihn überwältigt: „Das verschlägt einem den Atem.“

Neben Wolfgang Niedecken war auch Deutschlands ESC-Hoffnung Sarah Engels im „Kölner Treff“ zu Gast.
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Neben den persönlichen Einblicken sprach Niedecken auch über seine Karriere mit BAP. Trotz wachsender Popularität habe er sich lange nicht als Star wahrgenommen: „Ich fühlte mich als Garagenband.“ Ein prägender Moment sei ein großer Auftritt Anfang der 1980er Jahre gewesen. Die Reaktion des Publikums habe ihn überwältigt: „Das verschlägt einem den Atem.“
Legendäre Rolling-Stones-Konzerte: Mick Jagger über BAP: „What the hell is this, Fritz?“
Aus dieser Zeit erzählte er im „Kölner Treff“ auch von den legendären Konzerten der Rolling Stones im Müngersdorfer Stadion 1982. Veranstalter Fritz Rau habe kurzfristig nach einer Vorgruppe gesucht, weil sich der zweite Abend zunächst nicht gut verkaufte. „Da läuft doch überall diese Band im Radio – vielleicht kann man die noch davor schalten“, zitierte Niedecken die damalige Überlegung. BAP spielte schließlich an beiden Tagen – und der Vorverkauf zog wieder an.

Der legendäre Auftritt der Rolling Stones im Müngersdorfer Stadion am 4. Juli 1982. Knapp 80.000 Fans feierten mit der englischen Kult-Band. (Archivbild)
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Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Moment während des Auftritts: Als Mick Jagger gemeinsam mit Rau ins Stadion kam, lief gerade „Verdamp lang her“. Jagger habe daraufhin gefragt: „What the hell is this, Fritz?“ – eine Szene, die Niedecken bis heute als Ausdruck der unerwarteten Wucht dieses Erfolgs schildert.
Mit Blick auf seinen bevorstehenden 75. Geburtstag zeigte sich Niedecken reflektiert, aber gelassen. Er plane bewusst nicht langfristig: „Das ist doof, dann setze ich mich unter Druck.“ Stattdessen konzentriere er sich auf aktuelle Projekte und Auftritte. Ein mögliches Karriereende wolle er rechtzeitig selbst erkennen: „Ich glaube, ich merk es vorher.“


