Donald Trump nutzt eine Kabinettssitzung, um Werbung für eine Filzstift-Marke zu machen. Die alten seien zwar „wunderschön“, aber viel zu teuer gewesen.
„Sehen Sie diesen Stift hier?“Trump schwärmt während wichtigem Iran-Meeting minutenlang von Billig-Stift

Donald Trump unterzeichnet mit seinem Lieblingsstift. (Archivbild)
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Eine Kabinettssitzung am Donnerstag hat US-Präsident Donald Trump dazu genutzt, eine lange Lobrede auf seinen maßgefertigten schwarz-goldenen Filzstift „Sharpie“ zu halten. Eigentlich standen der Iran-Krieg sowie wichtige wirtschaftspolitische Folgen, etwa steigende Ölpreise und nervöse Aktienmärkte in den USA, auf der Agenda.
Trump zeigte sich trotz der Ernsthaftigkeit des Termins gut aufgelegt und in gewohnter Erzähllaune. „Sehen Sie diesen Stift hier?“, sagte Trump zu Beginn einer etwa fünfminütigen, immer wieder unterbrochenen Ausführungen über den „Sharpie“. Der Monolog folgte auf Äußerungen von Verteidigungsminister Pete Hegseth, Sonderbeauftragtem Steve Witkoff, Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio zur Lage im Nahen Osten. Diese hatten von Raketenangriffen, Teherans Bemühungen zur Urananreicherung und der bestehenden Gefahr für US-Truppen berichtet.
Donald Trump schwärmt von günstigem Filzstift
Trump ging ohne ersichtlichen Anlass nahtlos zum „Sharpie“ über. Der 79-Jährige führte die Geschichte als Beispiel dafür an, wie sein Geschäftssinn zu besseren und kostengünstigeren Ergebnissen bei den Bundesausgaben führen kann. „Dieser Stift ist ein schönes Beispiel“, begann Trump und berichtete in der Folge, dass ihm früher im Weißen Haus nur 1000 Euro teure Kugelschreiber zur Verfügung gestanden hätten. Diese seien zwar „wunderschön“ gewesen, hätten aber nicht einmal vernünftig geschrieben.

US-Präsident Donald Trump schwört auf seinen Filzstift, das Ergebnis sind markante Lettern.
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Zudem würden Kugelschreiber oft verschenkt, was erhebliche Kosten verursachen würde. Zu den Empfängern gehörten mitunter auch Kinder, die laut Trump den Wert des Gegenstands überhaupt nicht ermessen könnten. „Manchmal sind es 30, 40 Leute“, sagte Trump.
Dem Republikaner, der sich in der Vergangenheit gerne selbst prunkvoll inszenierte und unter anderem einen 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal im Weißen Haus bauen ließ, bereiteten die teuren Stifte den eigenen Angaben nach Sorgen. „Ich fühlte mich von Natur aus schuldig.“
Donald Trump über Sharpie: „Ich möchte Geld sparen“
„Ich liebe die Regierung genauso wie ich mich selbst liebe, wirtschaftlich gesehen“, sagte Trump. „Ich möchte Geld sparen.“ Der „Sharpie“ hingegen sei ein langjähriger Favorit von ihm, so Trump weiter. Und dazu günstig.
Laut der Nachrichtenagentur AP nutzte Trump bereits als Geschäftsmann jahrzehntelang die laut Online-Recherchen rund 1 bis 2 Dollar teuren Stifte. Trump nutzt die Filzstifte gar seit 2005, wie der „Business Insider“ berichtet. Als Präsident ließ er sich schließlich eine eigene Variante in Schwarz mit dem Logo des Weißen Hauses in Gold herstellen.
„Der Chef von ‚Sharpie‘ bekommt einen Anruf. Ich weiß nicht einmal, wer zum Teufel der ist. Er fragte: ‚Ist das wirklich der Präsident?‘“, sagte Trump. „Für 5 Dollar bekomme ich einen viel besseren Stift als für 1000 Dollar, und ich kann sie verschenken“, sagte er. „Und, ehrlich gesagt, sie sind heiß begehrt wie eine Pistole, also was soll ich sagen?“
Nachdem er seine Erinnerungen an die „Sharpies“ beendet hatte, erteilte er Finanzminister Scott Bessent das Wort. „Nun, Sir“, erwiderte Bessent, „wie immer ist es schwer, Ihnen zu folgen.“

Donald Trump präsentierte am 4. September 2019 eine Karte mit der voraussichtlichen Zugbahn des Hurrikans Dorian. Ein Gebiet über Alabama wurde mit einem schwarzen Stift offenbar hinzugefügt. (Archivbild)
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Berühmtheit erlangte der „Sharpie“ indes bereits während Trumps erster Amtszeit durch das „Sharpie-Gate“. Im Jahr 2019 hatte der Präsident fälschlicherweise behauptet, der Hurrikan Dorian bedrohe auch den Bundesstaat Alabama. Experten widersprachen. Als Beweis führte Trump schließlich vor Reportern eine offensichtlich manipulierte Karte ins Feld, die den prognostizierten Verlauf des Hurrikans zeigen sollte. Der Bundesstaat Alabama war dabei offensichtlich noch mit einem Filzstift („Sharpie“) nachträglich zu den Gebieten hinzugefügt worden, die von dem Sturm betroffen sein könnten. (pst)

