Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Kanzler Merz reagiert auf Kritik aus Washington. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostMerz wirft Trump „massive Eskalation“ vor – FBI-Chef wohl gehackt
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
27. März
IAEA ruft zu „militärischer Zurückhaltung“ auf
22.20 Uhr: Nach US-israelischen Angriffen auf einen Schwerwasserreaktor und eine Uranaufbereitungsanlage im Iran hat die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Kriegsparteien im Nahen Osten erneut zur Zurückhaltung aufgefordert. „IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bekräftigt (seinen) Aufruf zur militärischen Zurückhaltung, um jegliches Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden“, teilte die Organisation am Freitag im Onlinedienst X mit.
Weiter erklärte die IAEA, in der Uranaufbereitungsanlage Schahid Resajee Nedschad in Arkadan im Zentrum des Landes gebe es „keinen Anstieg der Strahlungswerte außerhalb des Geländes“. Zuvor hatten iranische Staatsmedien berichtet, dass bei einem Angriff der USA und Israels im Zentrum des Iran der Schwerwasserreaktor Chondab (früher Arak) getroffen worden sei. Radioaktives Material sei in beiden Anlagen nicht freigesetzt worden. Die israelische Armee bestätigte die Angriffe.
Merz wirft Trump „massive Eskalation“ vor
21.02 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump persönlich scharf für sein Agieren im Iran-Krieg attackiert. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“
Merz bezweifelte auch, dass ein Sturz der Führung im Iran erreicht werden kann. „Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel?“, fragte er. „Wenn das das Ziel ist, glaube ich nicht, dass sie das erreichen werden. Das ist meistens schiefgegangen.“ Zuvor hatte US-Präsident Trump Deutschland wegen der ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert.
Mehr als 20 Tote bei Angriffen auf Wohnkomplexe im Iran
19.33 Uhr: Bei Angriffen auf Wohngebiete in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Kurdenprovinz Kermanschah sind Medienberichten zufolge mehr als 20 Zivilisten ums Leben gekommen. In Teheran starben im Stadtviertel Schahr-e Rey zehn Bewohner eines Wohnkomplexes bei einem Raketenangriff der amerikanisch-israelischen Streitkräfte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Feuerwehrsprecher berichtete.
In der Stadt Kermanschah im Westen des Landes wurden dem Gouverneursbüro zufolge mehr als zehn Wohneinheiten angegriffen. 13 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder und vier Frauen.

FBI-Direktor Kash Patel. (Archivbild)
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Iran-nahe Gruppe soll Mails von FBI-Chef gehackt haben
18.31 Uhr: Eine Iran-nahe Gruppe soll das private E-Mail-Konto von FBI-Chef Kash Patel gehackt haben. Die Sender CBS und CNN berichteten am Freitag, die Gruppe Handala habe private Fotos und Dokumente von Patel im Internet veröffentlicht. Das FBI und das US-Justizministerium kommentierten die Berichte vorerst nicht.
Auf den von US-Medien veröffentlichten Bildern des Hacks ist Patel unter anderem mit Zigarren zu sehen. „Die sogenannten ‚undurchdringlichen‘ FBI-Systeme wurden innerhalb weniger Stunden von unserem Team in die Knie gezwungen“, schrieb die Gruppe Handala nach Angaben von CBS. Laut CNN stammen die gehackten Mails aus dem Zeitraum 2011 bis 2022. Patel steht seit dem vergangenen Jahr an der Spitze der Bundespolizei.
Israelische Armee rückt weiter im Süden vor
18.01 Uhr: Die israelische Armee rückt mit Bodentruppen weiter im südlichen Libanon vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung. Die Regierung wolle voraussichtlich eine Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat einreichen.
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen ebenfalls, dass die israelische Armee weiter vordringe. Demnach waren dort auch israelische Panzer zu sehen. Israels Armee teilte mit, die Truppen hätten in einer Schule im Ort al-Chiam Hunderte Waffen entdeckt, darunter Panzerabwehrraketen, Mörsergranaten und Sprengsätze.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Thomas Hudner der Arleigh Burke-Klasse der U.S. Navy startet am 21. März 2026 von einem nicht genannten Ort aus eine Tomahawk-Landrakete zur Unterstützung der Operation Epic Fury.
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G7-Minister fordern Ende von Angriffen auf zivile Ziele
17.37 Uhr: Die Außenminister der G7-Länder haben im Iran-Krieg ein sofortiges Ende von Angriffen auf zivile Infrastruktur gefordert. Überraschend veröffentlichten die Minister der wirtschaftsstarken Demokratien nach ihrem Treffen bei Paris eine gemeinsame Erklärung zum Iran. Es könne keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten geben, hieß es in der Mitteilung.
Die Außenminister betonten in der Erklärung auch, dass es aus ihrer Sicht absolut notwendig sei, den freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dauerhaft wiederherzustellen. Diese müsse sicher und gebührenfrei sein. Die Straße von Hormus, eine für den weltweiten Öl- und Gashandel immens wichtige Transportroute, liegt direkt vor der Küste des Irans. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik forderte der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren.
Staatsmedien: Angriff auf Schwerwasserreaktor und Uran-Aufbereitungsanlage
17.14 Uhr: Bei einem Angriff der USA und Israels im Zentrum des Iran ist nach Angaben der iranischen Staatsmedien ein Schwerwasserreaktor getroffen worden. Die Atomanlage Chondab (früher Arak) sei in zwei Wellen angegriffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Fars am Freitag unter Berufung auf die Verwaltung der Provinz Markasi. Nach Angaben der iranischen Atombehörde wurde zudem eine Uranaufbereitungsanlage in Arkadan im Zentrum des Landes getroffen.
Die Anlage zur Umwandlung von Uranoxid sei „vor wenigen Minuten vom amerikanisch-zionistischen Feind“ ins Visier genommen worden, berichtete die Behörde im Onlinedienst Telegram. Radioaktives Material sei jedoch nicht freigesetzt worden. Auch bei dem Angriff auf den Schwerwasserreaktor trat laut Fars keine Radioaktivität aus. Niemand sei verletzt worden.
Angriff auf Schule – Iran wirft USA „kalkulierte“ Attacke vor

Iran, Minab: Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen am 28.2.2026 die Trümmer nach einem Angriff auf eine Grundschule für Mädchen.
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13.33 Uhr: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat den Luftangriff auf eine Schule im Iran am ersten Kriegstag Ende Februar als gezielte Attacke der USA bezeichnet. Der Angriff sei „weder ein bloßer ‚Zwischenfall‘ noch eine ‚Fehlkalkulation‘ gewesen“, sagte Araghtschi am Freitag in einer Videobotschaft während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Es habe sich vielmehr um einen „kalkulierten“ Angriff der US-Armee gehandelt.
„Mehr als 175 Schüler und Lehrer wurden kaltblütig massakriert“, fügte Araghtschi hinzu. Er verurteilte den Angriff als „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die USA und Israel verfügten nach eigenen Angaben „über die fortschrittlichsten Technologien und die präzisesten Militär- und Datensysteme“, sagte der iranische Außenminister. Daher sei es unglaubwürdig, den Angriff als „etwas anderes als vorsätzlich und absichtlich“ darzustellen.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sagte in einer Videobotschaft, der Luftangriff auf die Schule habe „tiefes Entsetzen“ ausgelöst. Er forderte die Verantwortlichen für den Angriff zu einer „raschen, unparteiischen, transparenten und gründlichen Untersuchung“ auf. Die Ergebnisse der von den USA eingeleiteten Untersuchung zu dem Vorfall müssten öffentlich gemacht werden, forderte er.
Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran
12.41 Uhr: Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit dem Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an. Grund sei der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit.
Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe „eskalieren“ und mehr Ziele und Gebiete im Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Teheran dazu aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen, sagte Katz. Aber trotz der Warnungen gehe der Beschuss weiter.
Iranische Miliz stoppt drei Schiffe in der Straße von Hormus

Frachtschiffe fahren im Arabischen Golf in Richtung der Straße von Hormus. (Symbolbild)
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11.24 Uhr: Die paramilitärische Basidsch-Miliz im Iran hat drei Containerschiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus verwehrt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündete die Passage verboten sei.
Wadephul: USA und Iran bereiten möglicherweise direktes Treffen in Pakistan vor
10.39 Uhr: Die USA und der Iran bereiten nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) möglicherweise direkte Gespräche in Pakistan vor. „Nach meinen Informationen hat es indirekte Kontakte gegeben. Und man hat sich jetzt vorbereitet, sich auch direkt zu treffen“, sagte Wadephul am Freitag im Deutschlandfunk. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden.“ Dies sei eine „gute Nachricht“.
Es seien auch „offensichtlich schon erste Positionen schriftlich ausgetauscht“ worden, fügte Wadehpul hinzu. Er hoffe darauf, dass US-Außenminister Marco Rubio sich beim G7-Außenministertreffen nahe Paris am Freitag näher dazu äußern werde.
Israel greift Raketenproduktionsstätten im Iran an
8.17 Uhr: Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut Ziele im Iran angegriffen. Ins Visier seien dabei unter anderem Produktionsstätten für ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschränken.
Dennoch heulten wegen Angriffen aus dem Iran in der Nacht erneut die Sirenen in Israel, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.
Moskau bestreitet Weitergabe von Aufklärungsdaten an Iran
7.33 Uhr: Russlands Regierung hat den Vorwurf der Weitergabe von Geheimdienstinformationen an den Iran zur Bekämpfung von US-Militärobjekten im Nahen Osten zurückgewiesen. „Wir haben dem Iran bestimmte Arten militärischer Güter geliefert, aber dem Vorwurf, dass wir dem Iran mit Aufklärungsdaten helfen, können wir nicht zustimmen“, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview mit dem Sender France Television, das auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht wurde.
Die Koordinaten der US-Militärbasen in der Region seien bekannt und offen zugänglich. Sie müssten nicht vom Geheimdienst übermittelt werden. „Ich wundere mich nicht darüber, dass der Iran sie attackiert“, sagte Russlands Chefdiplomat. Er bestätigte dabei, dass Moskau und Teheran weiterhin strategische Partner seien.
USA könnten 10.000 weitere Soldaten senden
4.14 Uhr: Das Pentagon erwägt Medienberichten zufolge die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten. Dies würde US-Präsident Donald Trump zusätzliche Flexibilität in den Gesprächen mit Teheran einräumen, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“)unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Portal „Axios“ schrieb unter Berufung auf einen ranghohen Verteidigungsbeamten, die Entscheidung werde nächste Woche getroffen. Die Soldaten würden aus anderen Kampfeinheiten stammen als diejenigen, die bereits in die Region entsandt worden seien.
Laut „WSJ“ dürfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen, die zu den rund 5.000 Soldaten vor Ort und Tausenden Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision hinzukämen. Diese seien bereits in die Region beordert worden.
(red/dpa/afp)

