Tag 11 im Schlick: Wal „Timmy“ lebt noch – und zeigt am Morgen weiter Bewegungen. Der aktuelle Stand.
Keine Pause im DramaWal „Timmy“ überlebt weitere Nacht – der Todeskampf geht weiter

Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht. (Archivbild vom 30. März 2026)
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Buckelwal „Timmy“ hat die Nacht überlebt. Am Freitagmorgen zeigt das Tier weiterhin deutliche Lebenszeichen: Mehrfach ist laut der „Bild“-Zeitung eine kräftige Wasserfontäne zu sehen, zudem hebt und senkt sich sein Rücken leicht. Es sind die wenigen Bewegungen, die der Wal noch zeigt.
Der Zustand bleibt unverändert kritisch. „Timmy“ liegt inzwischen den elften Tag in der Bucht vor der Insel Poel fest. Eine Rettung ist nicht mehr vorgesehen, der Wal wird rund um die Uhr überwacht. Um ihn vor Störungen zu schützen, gilt weiterhin eine Sperrzone von 500 Metern.
Ostsee: Buckelwal „Timmy“ lebt noch und bewegt sich
Auch am Donnerstagabend hatte es noch leichte Bewegungen gegeben: Der Wal hob und senkte seinen Rücken über mehrere Minuten, die Seitenflossen schlugen leicht. Bereits zuvor hatte er sich minimal gedreht und mit der Schwanzflosse geschlagen – seine Position änderte sich jedoch nicht.

Der Buckelwal liegt am Vormittag bei Regen vor der Insel Poel.
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Nach Angaben des Umweltministeriums sollen keine weiteren Rettungsversuche unternommen werden. Jede Annäherung würde das Tier zusätzlich belasten. „Man würde das Tier nur weiterem Stress aussetzen“, erklärte ein Sprecher laut „Bild“-Zeitung. Der Wal habe sich mehrfach festgesetzt und die Orientierung verloren.
Bagger-Einsatz wird am Freitag geprüft
Parallel wird über mögliche Maßnahmen diskutiert. In einer Lagebesprechung am Freitagvormittag soll unter anderem ein Vorschlag geprüft werden, den Wal mit einem Bagger freizuschaufeln, damit er sich möglicherweise selbst befreien kann.

Der Buckelwal liegt am frühen Donnerstagvormittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel.
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Vor Ort zieht der Fall weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. Erste Schaulustige und auch Social-Media-Nutzer beobachten das Geschehen aus der Distanz. Gleichzeitig nehmen Anfeindungen gegen Helfer zu.
Das Umweltministerium teilte mit, entsprechende Vorfälle würden gesammelt und geprüft, strafrechtlich relevante Inhalte sollen zur Anzeige gebracht werden. „Was strafrechtlich relevant ist, wird zur Anzeige gebracht“, versicherte ein Sprecher von Umweltminister Till Backhaus (SPD).
Die Betreuung des Tieres läuft weiter – größtenteils durch ehrenamtliche Helfer. Die bisherigen Kosten werden laut Ministerium mit rund 1000 Euro angegeben. (jag)

