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Krieg in NahostHegseth sieht Teheran militärisch am Ende

10 min
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht zu Medienvertretern während einer Pressekonferenz im Pentagon.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht zu Medienvertretern während einer Pressekonferenz im Pentagon.

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

31. März

USA sehen entscheidende Tage im Iran-Krieg

16.15 Uhr: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht die kommenden Tage im Krieg mit dem Iran als entscheidend an. „In nur einem Monat haben wir die Bedingungen festgelegt – die kommenden Tage werden entscheidend sein“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Washington. Hegseth betonte, er bevorzuge es, den Krieg mit einem Abkommen zu beenden. „In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln.“

Obwohl auch am Dienstag unter anderem Israel, Saudi-Arabien und Kuwait iranische Angriffe meldeten, bei denen es Verletzte und Schäden gab, bekräftigte Hegseth die Darstellung, der Iran sei militärisch am Ende. „Ja, sie feuern noch ein paar Raketen ab. Aber wir fangen sie ab.“ Nie zuvor im Krieg sei die Zahl der vom Iran abgefeuerten Drohnen und Raketen so gering gewesen wie in den vergangenen 24 Stunden.

Zuvor hatten die USA mit bunkerbrechenden Bomben iranische Militäreinrichtungen angegriffen. Laut Medienberichten waren große Munitionsdepots im Raum Isfahan das Ziel. Der Iran bestätigte die Attacken.

Bericht: Trump will Iran-Krieg auch ohne Öffnung der Straße von Hormus beenden

14.05 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus einem Zeitungsbericht zufolge nicht militärisch erzwingen. Trump sei bereit, den Krieg zu beenden, auch wenn die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge weiterhin großteils gesperrt sei, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montagabend (Ortszeit). Im Iran billigte ein Parlamentsausschuss unterdessen Pläne für die Erhebung von Gebühren für Schiffe, welche die Straße von Hormus passieren wollen.

Trump und seine Berater seien zu dem Schluss gekommen, dass ein Militäreinsatz zur Öffnung der Straße von Hormus den Krieg zu sehr in die Länge ziehen würde, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungskreise in Washington. Stattdessen wolle sich der US-Präsident auf die Ziele konzentrieren, die iranische Marine und das Raketenarsenal des Landes außer Gefecht zu setzen.

Italien verweigert US-Militär Landung auf Stützpunkt

10.45 Uhr: Italien hat mehreren US-Flugzeugen die Landung auf einem Stützpunkt auf der Mittelmeerinsel Sizilien für den Krieg gegen den Iran verweigert. Nach Informationen der Tageszeitung „Corriere della Sera“ gab Verteidigungsminister Guido Crosetto dem US-Militär vor einigen Tagen keine Erlaubnis, den Militärflughafen Sigonella zu nutzen, um dann in den Nahen Osten weiterzufliegen. Aus dem Umfeld des Ministeriums in Rom wurde die Darstellung bestätigt.

Demnach wurde Italien von dem Vorhaben des US-Militärs erst informiert, als die Flugzeuge längst in der Luft waren. Zuvor habe niemand eine Genehmigung beantragt oder den Nato-Partner auch nur informiert, hieß es. Zudem sei unklar geblieben, um welche Art von Flügen es sich handle. Der Flugplatz Sigonella liegt in der Nähe von Catania im Osten von Sizilien. Dort befindet sich sowohl ein Stützpunkt der italienischen Luftwaffe als auch der US Navy. Das Gelände wird auch von der Nato genutzt, dem westlichen Verteidigungsbündnis.

Iran-Krieg und Energiekrise setzen Börsen in Ostasien zu

9 Uhr: Nach einem bereits schwachen Start in die Handelswoche haben sich die Kursverluste an den Börsen in Ostasien fortgesetzt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank am Dienstag um rund 1,6 Prozent, der südkoreanische Kospi brach gar um knapp 4,3 Prozent ein.

Robuster hielt sich der Hongkonger Hang Seng Index, der mit einem geringfügigen Plus von knapp 0,1 Prozent schloss. Für den CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, ging es um rund 0,9 Prozent nach unten. Der australische S&P ASX 200 konnte den Handelstag mit einem leichten Plus von 0,25 Prozent abschließen.

Vier Verletzte durch herabfallende Trümmerteile in Dubai

8.35 Uhr: Der Iran hat am Dienstag mehrere Golfstaaten erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen. In Dubai wurden den Behörden zufolge vier Menschen durch herabstürzende Trümmerteile eines abgefangenen Geschosses verletzt. Im Hafen der Stadt löste demnach ein iranischer Angriff einen Brand auf einem kuwaitischen Öltanker aus.

Bei dem „direkten und böswilligen“ Angriff sei niemand verletzt worden, berichtete die kuwaitische staatliche Nachrichtenagentur Kuna unter Berufung auf den staatlichen Ölkonzern. Der Öltanker sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll beladen gewesen. „Der Angriff verursachte Sachschäden am Schiffsrumpf und einen Brand an Bord, wodurch die Gefahr einer Ölpest in den umliegenden Gewässern besteht“, berichtete Kuna.

Die kuwaitische Armee erklärte derweil im Onlinedienst X, ihre Luftabwehrsysteme reagierten auf „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“.

Öltanker vor Dubai getroffen

6.55 Uhr: Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen unablässig fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.

Es handelt sich um den kuwaitischen Rohöltanker „Al-Salmi“, der zum Zeitpunkt des Angriffs voll beladen war. Der Angriff habe nach Angaben von KPC „zu Schäden am Schiffsrumpf und zum Ausbruch eines Feuers an Bord geführt“. Zudem sei es möglich, dass die Umgebung mit Öl verschmutzt wurde.

Israelische Armee: Vier israelische Soldaten im Süden des Libanon getötet

6 Uhr: Bei Kämpfen im Süden des Libanon sind nach Angaben der israelischen Armee vier israelische Soldaten getötet worden. Die israelische Armee identifizierte in einer Erklärung am Dienstag drei Soldaten, die „im Kampf gefallen“ seien. Ein weiterer Soldat, dessen Name vorerst nicht veröffentlicht werden könne, sei bei demselben Vorfall ebenfalls getötet worden. Außerdem seien ein weiterer Soldat schwer verletzt und ein Reservist leicht verletzt worden.

30. März

Brand in Israels bedeutendster Raffinerie

13.55 Uhr: In Israels bedeutendster Ölraffinerie ist am Montag ein Brand ausgebrochen, möglicherweise infolge eines iranischen Angriffs. Der israelische Sender 12 verbreitete Bilder von dem Feuer in der Raffinerie in der nordisraelischen Stadt Haifa. Ein Video zeigte eine dichte Rauchwolke über der Anlage. Die Feuerwehrleute hatten den Brand später unter Kontrolle.

Die israelische Armee hatte kurz zuvor mitgeteilt, sie habe Raketen identifiziert, die sich aus dem Iran kommend näherten. Laut Medienberichten wurde die Raffinerie getroffen. Zunächst war unklar, ob die Anlage möglicherweise durch eine Rakete aus dem Iran oder dem Libanon getroffen wurde oder durch Trümmerteile infolge eines Abfangvorgangs.

Trump prüft angeblich gewaltsame Uran-Bergung im Iran

12.59 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwägt laut dem „Wall Street Journal“ einen Einsatz von Bodentruppen zur Bergung von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll. Trump prüfe zurzeit, wie gefährlich dies für die dafür nötigen Bodentruppen wäre, zitierte die Zeitung US-Beamte. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen. Er stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen – nämlich den Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.

Nach Einschätzung von IAEA-Chef Rafael Grossi dürfte sich das Uran hauptsächlich in unterirdischen Tunneln und Lagerstätten in den Atomanlagen Isfahan und Natans befinden, die beide von den USA und Israel vergangenen Juni bombardiert worden waren. Trump habe seine Berater dazu ermutigt, den Iran zu drängen, der Übergabe des Materials als Bedingung für ein Kriegsende zuzustimmen, zitierte das „Wall Street Journal“ eine nicht genannte Quelle.

Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß

11.25 Uhr: Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an und weisen auf mögliche Konsequenzen für Deutschland hin. Die Angriffe der beiden Länder stellten „nach herrschender Ansicht“ einen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Gewaltverbot dar, da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UN-Sicherheitsrat autorisiert worden seien, heißt es in einem Gutachten der Bundestags-Experten. Es wurde vom Linken-Abgeordneten Ulrich Thoden in Auftrag gegeben.

Ulrich Thoden (Die Linke)

Ulrich Thoden (Die Linke)

Die Wissenschaftler gehen in ihrer 12-seitigen Analyse der Frage nach, ob die mögliche Nutzung von Militärbasen in Deutschland wie dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein für Angriffe gegen den Iran eine Beihilfe darstellt, für die Deutschland völkerrechtlich Verantwortung tragen muss. Sie kommen zu dem Schluss, dass dies „vorbehaltlich der konkreten Umstände der Nutzung (...) jedenfalls nicht ausgeschlossen ist“. Der Stützpunkt gilt generell als Drehkreuz für die US-Streitkräfte in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Ob er direkt für Kampfhandlungen verwendet wird, ist nicht bekannt.

Trump: Iran-Krieg hat „Regimewechsel“ in Teheran erreicht

8.28 Uhr: Der Iran-Krieg hat nach der Auffassung von US-Präsident Donald Trump einen „Regimewechsel“ in Teheran erreicht. „Wir haben einen Regimewechsel gehabt“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Seine Regierung habe es bei Gesprächen mit der iranischen Führung „mit anderen Leuten zu tun als mit denen, mit denen jemals zuvor jemand zu tun hatte“, sagte Trump.

Die Regierung in Teheran sei „eine ganze andere Gruppe von Leuten“, sagte der US-Präsident. „Daher würde ich das als Regimewechsel betrachten.“ Zugleich deutete Trump erneut ein baldiges Abkommen mit Teheran über eine Beendigung des Krieges an. „Ich denke, wir werden ein Abkommen mit ihnen schließen, ich bin mir fast sicher“, sagte er.

Teheran habe zudem zugestimmt, seine Blockade der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus zu lockern, teilte Trump mit. Die iranische Führung erlaube 20 Öltankern die Durchfahrt durch die Meerenge. „Das beginnt morgen früh, für die nächsten Tage“, sagte Trump.

Der US-Präsident sagte derweil in einem Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times“, die US-Armee könnte die für die iranischen Ölexporte wichtige Insel Charg „sehr leicht“ einnehmen. „Ich glaube nicht, dass sie über eine Verteidigung verfügen“, sagte er. Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer von der Küste und rund 500 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt.

Iran hängt zwei Anhänger der Volksmudschahedin

8.20 Uhr: Im Iran sind zwei Mitglieder einer dort verbotenen Oppositionsgruppe hingerichtet worden. Nach Angaben der Justiz wurden die Männer am Morgen durch Erhängen exekutiert, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Es war die Rede von „Elementen der terroristischen Gruppe der Heuchler“, eine Anspielung auf die Volksmudschahedin. Sie sollen Angriffe geplant haben, zitierte die Nachrichtenagentur Fars die Justiz. In ihrer Wohnung seien Waffen sichergestellt worden.

Die Exil-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Im Ausland gründeten ihre Anhänger im Jahr 1981 den Nationalen Widerstandsrat. Die Organisation ist jedoch äußerst umstritten und wird innerhalb und außerhalb des Iran auch von Oppositionellen größtenteils abgelehnt. Die ursprünglich islamistisch-sozialistische Bewegung der Volksmudschahedin stand in der EU und den USA zeitweise auf der Terrorliste. 

UN-Blauhelmsoldat bei Explosion von Geschoss im Südlibanon getötet

6.30 Uhr: Ein Blauhelmsoldat der UN-Mission im Libanon (Unifil) ist nach UN-Angaben bei der Explosion eines Geschosses nahe einer Stellung der Friedenstruppe im Süden des Landes getötet worden. Der UN-Soldat sei am Sonntagabend getötet worden, als „ein Geschoss in einer Unifil-Stellung in der Nähe von Adtschit al-Kusayr explodierte“, erklärte Unifil am Montagmorgen. Ein weiterer UN-Soldat sei lebensgefährlich verletzt worden.

„Wir kennen die Herkunft des Geschosses nicht“, teilte Unifil weiter mit. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um die Umstände der Explosion zu klären. Die UN-Mission äußerte sich bestürzt über den Tod des Blauhelmsoldaten. „Niemand sollte jemals sein Leben verlieren, während er sich für den Frieden einsetzt.“

Das indonesische Außenministerium bestätigte später, ein indonesischer Blauhelmsoldat sei bei „indirektem Artilleriefeuer in der Nähe der Stellung des indonesischen Unifil-Kontingents“ nahe Adtschit al-Kusayr getötet worden. In Onlinediensten sprach das Ministerium in Jakarta zudem von drei Verletzten. Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte zuvor berichtet, die getroffene Stellung gehöre zu einem indonesischen Unifil-Bataillon. Die Stadt Adtschit al-Kusayr liegt nahe der libanesischen Grenze zu Israel.

Trump meldet Zerstörung weiterer Ziele im Iran

6 Uhr: Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump im Iran mehrere wichtige Ziele angegriffen und zerstört. „Großer Tag im Iran“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Viele seit langem verfolgte Ziele seien vom „großartigen“ US-Militär, dem besten und tödlichsten der Welt, ausgeschaltet und zerstört worden, erklärte er. Weitere Einzelheiten dazu nannte Trump jedoch nicht. (dpa, afp, red)