Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Washington legt einen Friedensplan vor – Teheran antwortet. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIrans Außenminister: Haben keine Absicht mit USA zu verhandeln
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
25. März
Irans Außenminister: Haben keine Absicht mit USA zu verhandeln
21.25 Uhr: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. „Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln - bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist“, sagte Araghtschi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, Washington habe einen Friedensplan vorgeschlagen. Araghtschi sagte nun: „Jetzt über Verhandlungen zu sprechen ist ein Eingeständnis der Niederlage.“
„Derzeit ist es unsere Politik, weiter Widerstand zu leisten“, sagte der iranische Außenminister. Der Iran wolle „den Krieg zu den eigenen Bedingungen beenden“. Diese müssten so gestaltet sein, dass „dies nie wieder passiert“, betonte Araghtschi mit Blick auf den seit Ende Februar anhaltenden Krieg.
Iran pocht auf Kontrolle der Straße von Hormus
19.20 Uhr: Der Iran beharrt auf einer vollständigen Kontrolle über die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Ein Sprecher des Zentralkommandos der Streitkräfte erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, die Lage in der Meerenge werde nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren: „Es wird geschehen, was wir wollen.“ Allen Schiffen mit Verbindungen zu den USA oder Israel bleibe die Passage untersagt, so der Sprecher. „Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns.“
Die USA dürften diese Forderung bei möglichen Friedensgesprächen kaum akzeptieren.
Der Sprecher betonte die Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Energiehandel: „Das Feuer unter dem Ölpreis lodert seit einiger Zeit; wie hoch die Flammen schlagen, liegt in unserer Hand.“ Durch die Straße von Hormus verlaufen in Friedenszeiten rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte.
Iran weist US-Plan für Ende des Krieges zurück
15.43 Uhr: Der Iran hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. „Der Iran hat negativ auf den US-Vorschlag reagiert“, hieß es am Mittwoch im staatlichen Sender Press TV. Der 15-Punkte-Plan aus Washington sah laut Medienberichten die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor - im Gegenzug sollten die gegen Teheran verhängten Sanktionen aufgehoben werden.
Neue Details über Trumps 15-Punkte-Plan zur Beendigung der Kämpfe
15.20 Uhr: Ein von mehreren Medien zitierter US-Vorschlag für ein Ende des Iran-Krieges ist der Führung in Teheran nach Angaben pakistanischer Regierungsvertreter von Islamabad übermittelt worden. Der 15-Punkte-Plan zur Beendigung der Kämpfe sei „über Pakistan an den Iran übermittelt“ worden, sagten am Mittwoch in Islamabad zwei Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten. Zuvor hatte Premierminister Shehbaz Sharif erklärt, dass Pakistan bereit sei, Gespräche zur Beendigung des Iran-Krieges auszurichten.
Die „New York Times“ hatte berichtet, dass der US-Plan über die pakistanische Regierung an den Iran übermittelt worden sei. Er sehe die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen laut dem israelischen Sender Channel 12 die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Beide Seiten würden demnach eine einmonatige Waffenruhe ausrufen, während der sie auf Grundlage des US-Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Ein Regierungswechsel im Iran werde in dem US-Plan nicht gefordert, berichtete der Sender.
Das Weiße Haus und das US-Außenministerium äußerten sich zunächst nicht zu diesen Berichten, die die Ölpreise deutlich sinken ließen. Trump hatte bereits am Montag überraschend angeblich erfolgreiche Verhandlungen mit Teheran angedeutet. Der iranische Botschafter in Pakistan bekräftigte am Mittwoch jedoch, dass es keine Gespräche mit den USA gebe.
Türkei bemüht sich um Vermittlung im Iran-Krieg
13.20 Uhr: Im Ringen um eine Lösung im Iran-Krieg spielt die Türkei nach Angaben der Regierungspartei eine Vermittlerrolle. Man stehe seit längerem in Kontakt mit dem Iran und den USA und übermittle Botschaften zwischen beiden Parteien, sagte Harun Armagan, stellvertretender Vorsitzender für Außenbeziehungen der regierenden AK-Partei in der Türkei der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei, Spannungen abzubauen und einen Boden für Gespräche zu bereiten.
Noch sei man aber nicht so weit, dass man einen Ort für ein solches Treffen festlegen könne. Auch Pakistan vermittelt örtlichen Sicherheitskreisen zufolge zwischen den Kriegsparteien. Das Außenministerium in Ankara wollte zunächst nicht kommentieren.
London und Paris wollen Gespräche zur Öffnung der Straße von Hormus ausrichten

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.
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13.02 Uhr: Großbritannien und Frankreich wollen britischen Medienberichten zufolge Gespräche zur Wiedereröffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus ausrichten. Ein Treffen mit Vertretern aus rund 30 Ländern solle noch diese Woche stattfinden, zitierte der „Guardian“ am Mittwoch einen Verteidigungsbeamten. „Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft eine Sicherheitskonferenz zur Straße von Hormus geben wird“, sagte er demnach.
Ziel ist es den Berichten zufolge, eine Koalition zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bilden. Die Meerenge ist seit Beginn des Iran-Krieges faktisch vom Iran weitgehend geschlossen.
Irak meldet sieben Tote nach Luftangriff
12.54 Uhr: Bei einem Luftangriff im Westen des Irak sind staatlichen Angaben zufolge sieben Soldaten getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte das irakische Verteidigungsministerium mit. Der Angriff traf demnach eine Militärklinik und eine technische Abteilung eines Armeestützpunkts in der Provinz Anbar.
Es handle sich um „einen eklatanten und schwerwiegenden Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen, die Angriffe auf medizinische Einrichtungen verbieten“, erklärte das Ministerium.
Raketen in Richtung von US-Flugzeugträger abgefeuert
12.12 Uhr: Der Iran hat nach Militärangaben Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ abgefeuert. Der Flugzeugträger sei dadurch gezwungen worden, seine Position zu ändern, zitierte das Staatsfernsehen aus einer Erklärung des Militärs. Marinekommandant Schahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden.
Iran verspottet Trump-Vorstoß: „Verhandelt ihr mit euch selbst?“
9.37 Uhr: Die USA verhandeln mit sich selbst, erklärte ein iranischer Militärsprecher, nachdem US-Präsident Donald Trump gesagt hatte, Teheran wolle ein Abkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten schließen. Ein 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Konflikts wurde von Washington ausgearbeitet und nach Teheran geschickt.
„Hat der Grad eurer inneren Zerrissenheit nun das Stadium erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt?“, sagte Ebrahim Zolfaqari, Sprecher des vereinigten Kommandos der iranischen Streitkräfte, und verspottete so die US-Regierung. „Menschen wie wir können mit Menschen wie euch niemals auskommen.“ Zolfaqari sagte zudem, die Energiepreise aus der Zeit vor dem Krieg würden nicht zurückkehren, solange Washington nicht akzeptiere, dass die regionale Stabilität durch den Iran garantiert werde.
Golfstaaten melden neue Drohnenangriffe aus dem Iran
8.54 Uhr: Mehrere Golfstaaten haben am Mittwoch neue Drohnenangriffe aus dem Iran auf ihre Territorien gemeldet. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait wurde ein Treibstofftank getroffen, wie die kuwaitische Zivilluftfahrtbehörde mitteilte. Bei dem Angriff wurde demnach ein Feuer ausgelöst, aber nur „begrenzter“ Schaden verursacht, niemand sei verletzt worden. Saudi-Arabien erklärte unterdessen, mindestens vier Drohnen im Osten des Landes abgefangen zu haben.

Rauch steigt über dem internationalen Flughafen von Kuwait nach einem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager auf.
Copyright: Uncredited/AP/dpa
Berichte: USA planen Verlegung von Fallschirmjägern
8.12 Uhr: Das Pentagon plant nach US-Medienberichten eine Verlegung von Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten. Die US-Spezialkräfte sind darauf trainiert, aus der Luft mit Fallschirmen einzugreifen. Der Plan sehe vor, dass etwa 3000 Soldaten in den Nahen Osten geschickt werden, um Einsätze gegen Iran zu unterstützen, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf nicht genannte US-Beamte. Wie konkret die Pläne sind, blieb unklar.
Bericht: Teheran kontert US-Plan für Kriegsende
7.02 Uhr: Das „Wall Street Journal“ berichtet über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte. Darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormus eine Mautgebühr zu kassieren.
Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist von großer strategischer Bedeutung, nicht nur für den Transport von Öl und Flüssiggas. Aktuell ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe und Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen, weswegen Öl- und Gaspreise seit Kriegsbeginn vor gut dreieinhalb Wochen stark gestiegen sind.
Staatsmedien melden neun Tote bei israelischen Angriffen im Südlibanon
5.51 Uhr: Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adlun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden, bei dem vier weitere Menschen verletzt worden seien.
NNA berichtete zudem über einen israelischen Angriff auf das Dorf Habbusch im Südlibanon. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden.

Ein libanesischer Soldat steht neben einer von Granatsplittern durchlöcherten Mauer, nachdem eine iranische Rakete abgefangen wurde.
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Medien: US-Regierung legt Teheran Plan für Beendigung des Krieges vor
4.18 Uhr: Die US-Regierung hat der iranischen Regierung Medienberichten zufolge einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Krieges vorgelegt. Der Vorschlag sei Teheran über die pakistanische Regierung übermittelt worden, die sich als Vermittler angeboten hatte, berichtete die „New York Times“ am Dienstag unter Berufung auf zwei anonyme Beamte. Der Plan sieht demnach strikte Beschränkungen für Teherans Atomprogramm und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor.
Der israelische Sender Channel 12 berichtete, die USA und der Iran würden einen einmonatigen Waffenstillstand erklären, während dessen sie auf Grundlage des Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Der Plan sieht demnach ein Ende jeglicher Urananreicherung auf iranischem Boden und die Übergabe des angereicherten Materials vor. Der Iran solle zudem die Straße von Hormus wieder öffnen. Ein Regimewechsel in Teheran werde in dem US-Plan nicht gefordert.
Kuwait: Treibstofflager am Flughafen nach Angriff in Brand
2.57 Uhr: Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr seien sofort aktiviert worden, hieß es unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von Kuwait-Stadt im Einsatz.
Die Behörden machten keine Angaben zum mutmaßlichen Angreifer. Allerdings attackiert das iranische Militär seit Beginn des Iran-Kriegs mit Raketen und Drohnen immer wieder Ziele in den Staaten des Persischen Golfs, die es als US-Verbündete betrachtet. Dabei gerieten auch mehrfach Flughäfen ins Visier, etwa das wichtige Drehkreuz in Dubai. Die USA und Israel führen seit rund dreieinhalb Wochen Krieg gegen den Iran.
Teheran lobt Steinmeiers Kritik am Krieg
2.37 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekommt für seine Kritik am Iran-Krieg erwartbare Unterstützung der iranischen Führung, aber auch einige Kritik aus Deutschland zu hören. Das Staatsoberhaupt hatte den von Israel und den USA begonnenen Krieg als völkerrechtswidrig eingestuft.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Abend auf der Plattform X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt hat“. Wer Rechtsstaatlichkeit schätze, solle ebenfalls seine Stimme erheben. Auch die AfD stellte sich ausnahmsweise hinter den ansonsten von ihr viel kritisierten Bundespräsidenten. „Da hat er mal recht gehabt, so oft kommt das ja beim Bundespräsidenten nicht vor“, sagte Co-Par
Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Teheran
00.52 Uhr: Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet.
Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) erklärte, Rettungskräfte hätten einen Mann behandelt, der auf dem Weg zu einem Schutzraum verletzt worden sei. Am späten Dienstagabend hatte MDA neun Verletzte bei einem iranischen Raketenangriff in dem Gebiet Bnei Brak im Zentrum Israels gemeldet. Unter den Verletzten seien sechs Kinder. Weitere drei Menschen seien im naheliegenden Givat Schmuel verletzt worden. (red/dpa/afp)

