Die Kosten für Energie steigen und könnten die Teuerung befeuern. Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, stellt mögliche Gegenmaßnahmen in Aussicht.
Teuerung durch Iran-KriegEZB-Chefin Lagarde signalisiert Handlungsbereitschaft

Die Euro-Währungshüter sind entschlossen, die Inflation im Zaum zu halten. (Archivbild)
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Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, unterstrich die Entschlossenheit der Währungshüter, zu intervenieren, falls die Teuerung durch höhere Energiekosten im Zuge des Iran-Konflikts signifikant zunehmen sollte. Laut einer Meldung der dpa äußerte Lagarde auf einem Event in Frankfurt, dass der EZB-Rat gewillt sei, die geldpolitische Ausrichtung „bei Bedarf auf jeder Sitzung anzupassen“. Sie fügte hinzu, es bestünden „Gründe zur Wachsamkeit“.
Wörtlich führte Lagarde aus: „Wir werden nicht handeln, bevor wir über ausreichende Informationen über das Ausmaß und die Dauer des Schocks sowie dessen Ausbreitung verfügen. Aber wir werden uns nicht durch Zögern lähmen lassen: Unser Bekenntnis zu einer Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht ist bedingungslos.“
Kommende Sitzung des EZB-Rates im April
Für den 30. April ist die kommende Entscheidung des EZB-Rates über die Zinsen terminiert. Das zuständige Gremium hatte bei seinem letzten Treffen am vorherigen Donnerstag die Leitzinsen für den Euroraum zum sechsten Mal nacheinander nicht verändert. Folglich verbleibt der für Banken und Sparer relevante Einlagenzins bei einem Wert von 2,0 Prozent.
Anstieg der Ölpreise befeuert Teuerung
Die Preise für Öl und Gas sind seit dem Anfang des Konflikts mit dem Iran spürbar gestiegen. Nach Einschätzung von Lagarde könnte diese Entwicklung langfristig zu einem Anstieg anderer Preise führen und Lohnforderungen verstärken. Die EZB-Präsidentin erklärte dazu: „Kleine, einmalige und kurzlebige Angebotsschocks können ignoriert werden. Doch je größer und anhaltender die Abweichungen von unserem Inflationsziel werden, desto stärker wird die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen“.
Lagarde führte weiter aus: „Wir stehen also vor einer Situation, in der der aktuelle Schock, sofern er auf die Energiemärkte beschränkt bleibt, nur begrenzte Auswirkungen auf die Gesamtinflation haben dürfte. Sollte er sich jedoch verschärfen oder anhalten, könnte sich die Weitergabe der Kosten beschleunigen.“
Falls die Teuerungsrate aufgrund der anziehenden Energiekosten merklich steigt, wäre eine Reaktion der EZB durch Zinserhöhungen denkbar. Ein höheres Zinsniveau macht Kredite kostspieliger, was die Nachfrage reduzieren und im Gegenzug die Inflation abschwächen kann. (red)
Eine gesteigerte Inflationsrate verringert die Kaufkraft der Bevölkerung. Dies hat zur Folge, dass Verbraucher für ihr Geld eine geringere Menge an Waren und Dienstleistungen erhalten. (red)
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