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Minister ReulNRW muss Polizeidrohnen ausmustern

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12.10.2020, Nordrhein-Westfalen, Neuss: Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, hält eine Drohne für die Polizei in den Händen. Nach einer Pilotphase gehen Drohnen in der nordrhein-westfälischen Polizei in den regulären Einsatz. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

12.10.2020, Nordrhein-Westfalen, Neuss: Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, hält eine Drohne für die Polizei in den Händen. Nach einer Pilotphase gehen Drohnen in der nordrhein-westfälischen Polizei in den regulären Einsatz. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Polizei hat bisher zahlreiche Drohnen des Typs „DJI Mavic 2“ im Einsatz. Dieses Gerät wird aber nicht mehr hergestellt, es gibt auch keine Ersatzteile mehr. Daher muss die Polizei nun nach knapp fünf Jahren bis zu 100 neue Drohnen beschaffen, die anderen werden ausgemustert.

Seit fünf Jahren hat die Polizei in NRW Drohnen im Einsatz. Jetzt werden Dutzende ausgemustert, denn das bisher am meisten genutzte Modell „DJI Mavic 2“ wird nicht mehr hergestellt – und es gibt auch keine Ersatzteile mehr. Das bestätigte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Derzeit sind noch mehr als 70 Drohnen des Typs „DJI Mavic 2“ bei der Polizei im Bestand. Die Fluggeräte gehörten zu den ersten, die beschafft wurden. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte den Prototyp im Herbst 2020 stolz präsentiert: Da hatte man die Drohne sogar in den passenden Farben und mit einem „Polizei“-Schriftzug versehen. Ab 2021 waren die Drohnen dann im flächendeckenden Einsatz, aber nun sind die ersten Geräte Auslaufmodelle. Aktuell sucht das LZPD nach einem neuen Nachfolger für das „Mavic 2“-Fluggerät

Laut Ausschreibung sollen die Drohnen im besten Fall eine Nachtsichtfunktion haben, die Daten verschlüsselt übertragen und in einem Koffer mit Tragegurt zu transportieren sein. Die Polizei nutzt sie bisher unter anderem zur Untersuchung von Tatorten, bei Großveranstaltungen und Demos oder bei der Aufnahme von Unfallorten. Laut LZPD werden die Drohnen jeweils „durch speziell fortgebildete Fernpilotinnen und Fernpiloten bedient. Auf Anforderung stehen diese Einsatzmittel und Kräfte allen Kreispolizeibehörden zur Verfügung“.

Ausschreibung für Nachfolgemodell läuft

Außer den „DJI Mavic 2“, die jetzt quasi in Rente fliegen, hat die Polizei noch weitere Modelle des gleichen Herstellers im Bestand: Matrice 300, die Matrice 350 sowie die Matrice 400. Letztere gilt laut Hersteller als „Flaggschiff“. Insgesamt verfügt die Polizei in NRW aktuell über rund 120 Drohnen. In der Ausschreibung des LZPD wird erst mal nach 50 neuen Geräten gesucht, mit der Option auf 50 weitere. „Nach Auslieferung der neuen Drohnen werden die alten Drohnen nur noch im Rahmen der Aus- und Fortbildung genutzt bzw. ausgemustert“, so ein Sprecher.

Innenminister Reul sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Drohnen sind ein 1a-Einsatzmittel und haben sich im Polizeialltag bewährt. Ob zur Vermessung von Tatorten, bei der Unfallaufnahme oder bei großen Einsatzlagen. Die Möglichkeiten, die Drohnen bieten, sind vielseitig und absolut hilfreich. Wir müssen mit der Modernisierung Schritt halten. Die Technik entwickelt sich rasant weiter. Deswegen ist es nur klug, den Markt im Blick zu halten und sich zur richtigen Zeit neu auszustatten.“