US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. spricht über seine frühere Drogensucht – und muss sich danach Spott gefallen lassen.
Robert F. Kennedy Jr.Trump-Minister liefert drastische Kokain-Beichte und kassiert Spott und Häme

Robert F. Kennedy Jr. (l.) bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump (r.) im Weißen Haus. (Archivbild)
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US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit Interview-Aussagen für Wirbel. Im Gespräch mit dem Podcaster Theo Von erklärte Kennedy, dass er „keine Angst vor Keimen“ habe, weil er früher „Kokain von Toilettensitzen geschnupft“ habe.
Der Gesundheitsminister äußerte sich dazu in einer Folge von „This Past Weekend“, in der er mit dem Podcaster über seine Vergangenheit als Drogenabhängiger sprach. Kennedy hat seine Abhängigkeit bereits in der Vergangenheit immer wieder thematisiert.
Robert F. Kennedy Jr. spricht über frühere Drogensucht
Nun berichtete Kennedy ausführlich darüber, wie er während der Corona-Pandemie zu Selbsthilfegruppen gegangen sei. „Während Covid wurden [die Reha-Treffen] eingestellt“, sagte Kennedy. „Wir haben während Covid trotzdem jeden Tag Live-Treffen abgehalten, aber es war eine Art Piratengruppe“, führte der US-Politiker aus.
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Robert F. Kennedy Jr. (Archivbild)
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Das Virus habe er nicht gefürchtet, so Kennedy. „Ich sagte: Es ist mir egal, was passiert. Ich gehe jeden Tag zu einem Treffen“, erklärte der 72-Jährige. „Ich weiß, dass die Sucht mich umbringen wird, wenn ich sie nicht behandle, was für mich bedeutet, jeden Tag zu den Treffen zu gehen. Das ist einfach schlecht für mein Leben. Für mich ging es also ums Überleben“, fügte er hinzu.
Scharfe Kritik an Robert F. Kennedy Jr.
Kennedy hat bereits zuvor öffentlich über seine frühere Drogensucht gesprochen. Im vergangenen April erzählte er, wie er im Alter von 15 Jahren nach dem Konsum von LSD in die Sucht geriet.
Nach eigenen Angaben begann seine Sucht in den Monaten nach der Ermordung seines Vaters, Senator Robert F. Kennedy, im Jahr 1968. Eine Festnahme wegen Heroinbesitzes im Jahr 1983 habe dann zur Abstinenz geführt. Für seine Aussagen über von Toilettensitzen geschnupftes Kokain musste sich Kennedy nun jedoch auch Spott gefallen lassen.
„Aus irgendeinem Grund traue ich diesem Mann in Fragen der öffentlichen Gesundheit nicht“, schrieb etwa der demokratische Kongressabgeordnete Malcolm Kenyatta auf der Plattform X.
Auch in Europa blieben die Aussagen von Kennedy nicht unbemerkt. „Der Minister für Gesundheit und Soziales, meine Damen und Herren“, schrieb etwa der ehemalige estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves bei X und verbreitete einen Videoclip von Kennedys Äußerungen weiter.
„Gefährlichste, überforderteste und ungeeignetste Person“
Protect Our Care, eine gemeinnützige Organisation, die sich für eine bezahlbare Gesundheitsversorgung in den USA einsetzt, forderte Kennedy nach dem Interview unterdessen zum Rücktritt auf.
In einer Stellungnahme, aus der „Sky News“ zitiert, hieß es, Kennedy sei „die gefährlichste, überforderteste und ungeeignetste Person, die jemals eine so wichtige Bundesbehörde mit lebenswichtiger Macht geleitet hat“.
Doppelmoral-Vorwurf gegen Regierung von Donald Trump
Aaron Reichlin-Melnick, Experte für Einwanderungsrecht und leitender Mitarbeiter des Thinktanks American Immigration Council, warf der US-Regierung angesichts Kennedys Äußerungen derweil Doppelmoral vor.
„Nur zur Erinnerung: Die Trump-Regierung bezeichnet Einwanderer, die drogenabhängig geworden sind, als ‚die schlimmsten der schlimmsten‘ Kriminellen, egal wie lange ihre Suchtprobleme zurückliegen“, schrieb Reichlin-Melnick bei X.

