Der Milchkarton fällt herunter, die Bahn ist weg – wenn alles schiefgeht, ist der Tag oft gelaufen. Eine Psychologin erklärt, wie man die Stimmung retten kann.
Alles läuft schiefPsychologin gibt vier einfache Tipps für einen besseren Tag

Emotionen zulassen: Drei Minuten Jammern geben Raum, um Ärger auszuleben, danach kann der Blick wieder nach vorn gehen.
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Die Milchtüte rutscht aus der Hand, der Inhalt verteilt sich auf dem Küchenboden. Das Putzen kostet Zeit, der Kaffee muss ausfallen. Auf dem Weg zur Arbeit dann der nächste Rückschlag: ein platter Reifen und die S-Bahn, die gerade abfährt. Ein solcher Tag scheint kaum noch zu retten. Doch lässt er sich das? Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hat die Psychologin und Coachin Nanni Glück hierfür praxiserprobte Ratschläge.
Eine Runde jammern
Glück äußert: «Erlauben Sie sich, zu hadern, zu jammern, sich zu beschweren oder sich zu ärgern». Dieses Gefühl sei sowieso vorhanden. «Geben Sie ihr den Raum, den sie braucht, um sich zu entfalten.» Eine zeitliche Begrenzung kann dabei unterstützen: Man könne beispielsweise eine Stoppuhr auf drei Minuten einstellen. «Das reicht vollkommen», so Glück.
Darüber hinaus rät die Expertin zu etwas Humor: «Ärgern Sie sich nicht auf Deutsch oder einer anderen Ihnen bekannten Sprache, sondern nutzen Sie dafür Gibberish.» Das bedeutet, in einer Fantasiesprache vor sich hin zu fluchen, um dem eigenen Unmut Luft zu machen. Laut Glück kann dies davor schützen, von den eigenen Gefühlen übermannt zu werden. «Es ist nämlich ziemlich albern, auf Gibberish zu schimpfen.»
Gedanklich Abstand gewinnen
Für wen diese Methode zu kindisch wirkt, hat Glück einen anderen Vorschlag: «Zoomen Sie kurz aus der Situation und schauen Sie von außen auf das, was ist.» Man solle sich selbst wie ein unbeteiligter Beobachter sehen: Dort ist eine Person, die soeben etwas sehr Unschönes erlebt hat. Es ist selbstverständlich legitim, dass sie verärgert ist.
Aus einer gewissen Distanz wird jedoch rasch deutlich: Die gesamte Angelegenheit ist lediglich ein vorübergehender Zustand. Häufig erzeugt die Vorausschau auf die Zukunft eine nötige Entfernung zum Geschehen: Man ist sich bewusst, dass die Lage nicht von Dauer ist – und mit dem Blick von übermorgen erscheint sie meist schon erheblich unbedeutender.
Den Blick auf das Gute richten
Betätigen Sie jetzt in Gedanken den Pause-Knopf und blicken Sie umher: Was in Ihrem direkten Umfeld ist aktuell positiv, ansprechend oder amüsant? «Finden Sie mindestens drei Dinge und bleiben Sie für ein paar Momente dabei», empfiehlt Nanni Glück. Möglicherweise ist dies die Kaffeetasse am Arbeitsplatz oder der Sonnenschein, der durch das Glas fällt.
Angenehme Gefühle weiten laut der Psychologin die eigene Perspektive. Auf diese Weise ergeben sich erneut neue Möglichkeiten zum Denken und Agieren, auch falls die Lage vorerst gleich bleibt. «Aber Sie kommen wieder als der gelingende und erfolgreiche Mensch zurück, der Sie sind.»
Auf die Gute-Laune-Liste zurückgreifen
Falls sich die Stimmung noch nicht aufgehellt hat, rät Glück zur folgenden Maßnahme: «Widmen Sie sich etwas, das Ihnen wirklich Freude bereitet und Spaß macht.» Unterstützend wirkt hier eine zuvor erstellte Aufstellung mit wenigstens zehn wohltuenden Aktivitäten. «Die Liste ist wichtig, denn in Momenten, in denen das Leben crasht, fällt Ihnen davon garantiert nichts ein», erklärt die Coachin. Sie offenbart: «Auf meiner ganz persönlichen Liste steht auf Platz 1: Luftpolsterfolie knallen lassen. Ich liebe das!»
Ein wichtiger Hinweis: Wahrscheinlich verspürt man an einem schlechten Tag, an dem sowieso nichts klappt, wenig Neigung, sich einer derart trivialen Beschäftigung wie dem Zerdrücken von Luftpolsterfolie hinzugeben. «Machen Sie es trotzdem», unterstreicht Glück. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
