Die Infrastruktur und Projektgesellschaft der Stadt Bergisch Gladbach plant zahlreiche Projekte parallel.
Neue GesellschaftGladbach setzt auf Bewegung bei der Infrastruktur

Die beiden Geschäftsführer Dr. Sebastian Michalsky (l.) und Willi Schmitz
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Die Ruhe täuscht. Die Infrastruktur- und Projektgesellschaft der Stadt Bergisch Gladbach ist schon mittendrin im Planungsgeschehen. „Wir haben das spezielle Know-how“, sagt Dr. Sebastian Michalsky, gemeinsam mit Willi Schmitz Geschäftsführer der städtischen Tochter. Paffrather Straße 102 bis 116. Beim Heider-Verlag hat die Gesellschaft Räume angemietet.
Noch wirkt es hier ruhig. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, könnte man sagen. „Wir sind bei vielen Projekten noch in der Planungsphase“, sagt Michalsky. Das bedeutet: Abstimmungen mit Architekten und Planungsbüros. Aber noch keine Spatenstiche und Richtfeste.
Architekten und Ingenieure
In der Stadt ist die Gesellschaft noch nicht bei allen angekommen, so könnte man vermuten. Die Büros sind auch noch nicht ganz fertig eingerichtet. Vier Mitarbeitende gibt es, zwei Architekten und zwei Diplom-Ingenieure, außerdem einen Werkstudenten. „Wir batteln uns bei den Projekten“, verrät Michalsky. Der gegenseitige Antrieb ist der Durchlauferhitzer, um Planungen und Projekte einzustielen.
Michalsky, zuvor als Technischer Leiter für Ausbau und Modernisierung aller NRW-Bahnhöfe bei der Deutschen Bahntochter „InfraGO AG Personenbahnhöfe“ Chef von 250 Mitarbeitenden, und Willi Schmitz, im Hauptjob stellvertretender Leiter des Bürgermeisterbüros, haben sich gesucht und gefunden: Als Tandem bringt Michalsky die planerische Expertise mit ein, Schmitz hat das Wissen, das für Verwaltung und Politik wichtig ist.
Warnwesten für Grundschüler
Hier muss etwas erklärt werden: Die Infrastruktur- und Projektgesellschaft ist die Nachfolgerin der Stadtverkehrsgesellschaft. „Es ist ja der Wunsch der Politik gewesen, dass wir uns neu aufstellen“, sagt Schmitz.
Die Vorgängerin war bekannt fürs Verteilen von Warnwesten an i-Dötzchen, zum Beispiel. Das gebe es immer noch, aber nun gehe es vor allem um strategische Projekte und deren Umsetzung. „Wir sind Dienstleister für die Stadt, für die Verwaltung, vor allem aber für die Bürger“, erklärt Michalsky.
Die IPGL, wie sie kurz genannt wird, fange „Spitzen“ bei städtischen Planungen ab, helfe mit Spezialwissen und unterstütze, wenn es schnell gehen soll. Die Arbeit im Homeoffice sei dabei nicht hinderlich, die Drähte zu den Kollegen kurz. Wenn ein Kollege nicht weiterwisse, helfe ein anderer. „Wir haben die Kontakte und wir haben die Netzwerke“, erklärt Michalsky.
Aufzug geplant
Welche Aufgaben liegen auf dem Tisch? Zum Beispiel die Planung eines Aufzugs. Aus dem Berufskolleg der Kaufmännischen Schulen ereilte ein Hilferuf die Gesellschaft. „Haben wir in zwei Jahren geschafft“, sagt Michalsky, üblich seien sonst drei. Dieser Aufzug war einer der ersten Aufträge überhaupt, den die IPGL umsetzte. Mittlerweile sind es rund ein Dutzend Projekte, quer durch alle Sparten. Gearbeitet wird parallel, der Takt ist schnell.
„Wir sind Umsetzer“, erklärt Michalsky. „Wir brauchen einen Auftrag und ein Budget.“ Dann gehe es los. Auch Künstliche Intelligenz unterstütze dabei, sagt er. Manche Excel-Datei müssten Mitarbeiter nicht endlos nachprüfen. KI mache das auch. Einmal in der Woche gibt es ein gemeinsames Meeting. Projekte erörtern, Sachstand austauschen – das sind die Kernthemen.
Geplant wird der Modulbau für die neue Notschlafstelle in Gronau. Und: Eine Machbarkeitsstudie für die Trauerhalle auf dem städtischen Friedhof in Herkenrath ist in Vorbereitung. Und: Noch in diesem Jahr werden über die Gesellschaft 20 Bushaltestellen im Stadtgebiet barrierefrei ausgebaut. Und: An der Umsetzung des aktuellen Abwasserbeseitigungskonzepts ist die Infrastruktur- und Projektgesellschaft neuerdings auch beteiligt, ein gewaltiges Projekt.
Schlanke Strukturen
Auch die Umsetzung des Feuerwehrtechnischen Zentrums an der Britanniahütte liegt in Händen der Gesellschaft. Die Vielfalt überrascht zunächst, aber sie ist der Mittelpunkt des Konzepts. „Die Kollegen kommen bei uns aus unterschiedlichen Bereichen“, erklärt Schmitz.
Schlanke Strukturen statt Wasserköpfen, damit soll es funktionieren. Im Gespräch findet Michalsky das Wort „Multiprojektmanagement“. Das beschreibe am besten, was die neue Gesellschaft sei und was sie mache. Im vergangenen Sommer zog man in das ehemaligen Verlagsgebäude von Heider ein. Das Unternehmen wird wachsen, das ist der Eindruck, den der Besucher hat.„Wir müssen unser Wissen miteinander teilen“, findet Michalsky.
Neue Brücke
Er kann nach vielen Jahren in führender Position bei der Deutschen Bahn direkt hineinspringen in die Planung der neuen Bahnbrücke über das Gleisdreieck in Gronau. „Da gibt es viele Fachbegriffe bei der Bahn, die man kennen muss.“ Michalsky kennt sie. „Wir machen nicht nur Hochbau und nicht nur Tiefbau“, sagt er.
Ganzheitlich zu denken ist für den Geschäftsführer wichtig, das ist zu spüren. Auch für die künftige Bahnüberführung ist dieser Ansatz wichtig: Die Experten für Infrastruktur und Projekte haben auch hier die Umsetzung im Blick. Es wird ein spannendes Projekt, da sind sich die beiden Geschäftsführer sicher und lassen keinen Zweifel: Die Infrastruktur- und Projektgesellschaft der Stadt werde für tüchtig viel Schub sorgen.
„Wir haben das Know-how“, sagt Michalsky nochmals nachdrücklich. Zweifel, dass etwas nicht gelingt, lässt er nicht aufkommen.

