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HandballDer TV Palmersheim entthront Spitzenreiter Königsdorf

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Marius Schmitz wird beim Wurf am Trikot gezogen.

War auch mit unfairen Mitteln nicht zu stoppen: Marius Schmitz.

Nicht nur Torwart Felix Delschen brillierte. Großes Lob vom Trainerteam gab es auch für die Offensivleistung des TV Palmersheim.

Oberliga Männer: TV Palmersheim – TuS Königsdorf 35:27 (15:12). Drei Spieltage vor dem Saisonende hat der TV Palmersheim den Tabellenführer aus Königsdorf gestürzt und damit direkten Einfluss auf die Meisterfrage genommen. Neuer Spitzenreiter ist die HSG Siebengebirge-Thomasberg, die sich den Palmersheimer Sieg 100 Liter Bier hat kosten lassen. „Das war nicht der einzige Ansporn zu dieser Leistung. Vielmehr war es der Wunsch der Mannschaft und uns Trainern, auch mal einen Großen zu schlagen“, sagte ein hochzufriedener Peter Trimborn aus dem TVP-Trainerteam. Dass Palmersheim wieder auf dem Weg zu einer großen Heimmacht ist, hat sich erst vor zwei Wochen gezeigt, als man gegen eben jene Siebengebirgler bereits überzeugt hatte. Nur das Ergebnis (23:29) passte da noch nicht. Das lief dieses Mal besser – und es war ein verdienter Heimerfolg.

In der ersten Halbzeit war die Partie lange Zeit ausgeglichen. Palmersheim stand in der Abwehr sehr solide und hatte auch den bulligen Kreisläufer der Gäste, Marius Többen, nahezu vollständig im Griff. Nur ein Tor vom Kreis ließ die TVP-Defensive zu. Die Königsdorfer waren immer wieder dazu gezwungen, über die Außenspieler zu Abschlüssen zu kommen. Aus dem Rückraum blieb der neue Tabellenzweite weitestgehend blass und wurde mitunter vollständig abgemeldet. „Vorne haben wir das gesamte Spiel über die richtigen Entscheidungen getroffen“, lautete Trimborns Fazit.

Ab dem 12:11 lief Königsdorf dem Rückstand hinterher

Bis vier Minuten vor der Pause war das Ergebnis knapp. Meist lag Königsdorf mit einem, beim 9:7 das einzige Mal mit zwei Toren vorn. Die Führung wechselte beim 12:11 für den TVP erstmals wieder und wurde von Palmersheim bis zur Pause auf 15:12 ausgebaut. Königsdorf war jetzt gefordert, doch es waren die Hausherren, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten.

Mit zwei ausgestrecken Fäusten jubelt René Lönenbach.

Bejubelt einen von ihm selbst verwandelten Siebenmeter in der ersten Hälfte: René Lönenbach.

Gleich drei Paraden am Stück zeigte Felix Delschen im Palmersheimer Tor. Er hatte einen sehr guten Tag erwischt und brachte die gegnerischen Werfer zur Verzweiflung. Vorne nutzte der TVP die hinten gewonnenen Bälle, um sich über 17:14 auf 20:14 abzusetzen. Königsdorf versuchte seine Ideenlosigkeit im Angriff mit sieben Feldspielern zu kompensieren, doch diese taktische Ausrichtung ging nach hinten los. Palmersheim stellte auf 24:16 und lag damit in der 43. Minute mit acht Toren vorn. Die Halle stand Kopf und explodierte förmlich.

Taktische Umstellung des Gegners verwirrte Palmersheim nur kurz

Königsdorfs letzte Patrone, um das Ruder herumzureißen, war eine offene Deckung inklusive einer Manndeckung von Marius Schmitz und René Lönenbach. „Das hat uns erst etwas aus der Bahn geworfen, aber bis auf vier Tore sind sie nicht herangekommen“, sagte Trimborn, der stolz darauf ist, wie die von Marco Mayer und ihm trainierte Mannschaft darauf reagierte. Der TV Palmersheim spielte seinen Stiefel runter und hielt dem Gästedruck stand, weil er vorne erfolgreich blieb.

Beim 31:25 in der 56. Minute war die Entscheidung gefallen. Der Rest war Schaulaufen, das in einer großen Jubelarie nach dem Schlusspfiff endete. „Wir wissen, was wir können, haben es diese Saison aber zu selten abgerufen. Umso mehr freut es mich vor allem für Marco, dass er heute einen großen Sieg für seinen weiteren Werdegang verbuchen konnte“, so Trimborn, der von einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“ sprach.

Schmidt-Zwillinge wechseln vom HC Weiden nach Palmersheim

Am Rande der Partie gab der TVP bekannt, dass sich zur neuen Saison die 19-jährigen Zwillinge Maurice und Maximilian Schmidt dem Verein anschließen werden. Die beiden kommen vom HC Weiden und wollen in einem neuen Umfeld den nächsten Entwicklungsschritt machen.

Palmersheim: Delschen, Moritz Königshoven – Fiedler, Schmitz (6), Schöller (1), Lönenbach (5/2), Adolph (2), Sinaci (3), Nzoikanua Domingos (2), Voiß (7), Dennis Schüller (1), Daniel Schüller, Johnen, Simsek (3), Lukas Königshoven (5).


HSG Euskirchen bricht in der zweiten Hälfte erneut ein

Oberliga Frauen: HSV Frechen – HSG Euskirchen 32:16 (14:10). Seit der vergangenen Partie herrscht Gewissheit: Die HSG-Frauen werden die Saison als Tabellenletzte beenden. Völlig befreit und ohne Druck ging es dann auch in die Partie beim HSV Frechen. Eine Halbzeit lang waren die Euskirchenerinnen absolut im Spiel, man lag mit nur vier Toren im Hintertreffen. „Die erste Halbzeit war richtig gut von uns“, sagte Kajeepan Maheswaran.

Allerdings kann der HSG-Trainer mit der zweiten Halbzeit nicht mehr zufrieden sein, denn da fiel sein Team in das alte Muster zurück und wurde vor dem Tor immer harmloser. Es reichte nur noch zu vier eigenen Treffern. „Wir hatten uns die zweite Halbzeit ganz anders vorgestellt, aber leider war die Quote unserer technischen Fehler am Ende viel zu hoch“, so Maheswaran.

Frechen ließ sich nicht zweimal bitten und bestrafte dies mit vielen Toren. Kam Euskirchen dann doch einmal zum Wurf, stand die Frechener Torfrau einem Erfolg im Wege. „Am Ende haben wir uns für unseren Aufwand nicht belohnt und ein gutes Ergebnis fahrlässig aus der Hand gegeben“, lautete Maheswarans Fazit.

HSG Euskirchen: Seipel, Werner – Stajenda (1), Bank (2), Esser (4/1), Lohmann (3), Lea Schmitz (1), Bücker, Schnitzler (2), Arends (2), Müsch, Viola (1).


Das knappe Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg

Verbandsliga Männer: HSV Frechen – HSG Euskirchen 34:31 (15:13). Beim Tabellenzweiten aus Frechen gab es für die HSG Euskirchen keine Punkte. Dabei ist das nackte Ergebnis noch das Beste aus Euskirchener Sicht nach 60 eher enttäuschenden Minuten. Für Frank Rösgen waren die Defizite sowohl offensiv als auch defensiv einfach zu hoch. „Es hat kaum etwas geklappt, was wir uns vorgenommen hatten“, so Euskirchens Trainer. Rösgens mahnende Worte in der Pause verpufften, denn er hatte befürchtet, dass Frechen zulegen wird.

Und so kam es dann auch. Euskirchen wurde in der ersten Viertelstunde von Halbzeit zwei regelrecht überrollt. So war die Partie beim 28:20 Zwischenstand eigentlich schon entschieden, weil die HSG offensiv überhastet und unplatziert abschloss und hinten durch schnelle Tempogegenstöße anfällig war. „Das sah für mich nach einem richtigen Debakel aus“, sagte Rösgen.

Sein Team steigerte sich aber noch einmal und betrieb mehr als nur Schadensbegrenzung. Hinten stand man wieder besser und vorne kam man Tor um Tor heran. Zu mehr als Ergebniskosmetik reichte es aber nicht. „Der Frechener Sieg geht für mich in Ordnung, weil es einfach auch nicht unser Tag war“, so Rösgen.

HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Müller (1), Haufe (3), Gast (8/1), Drehsen (1), Schwarzbach (5), Schreiber (2), Henzel (5), Schmitz (4), Maheswaran (2).


Kaller SC rettet sich 14 Sekunden vor dem Spielende

In der Kreisoberliga der Männer hat der Kaller SC im letzten Moment, 14 Sekunden vor Spielende, doch noch den für beinahe unmöglich gehaltenen Klassenerhalt eingefahren. Der umjubelte Treffer von Daniel Schade zum 23:23 in Erftstadt war entscheidend. Kall ist nach allen Spielen punktgleich (9:31) mit der HSG Sieg II, hat aber das direkte Duell für sich entschieden. Ein großer Erfolg für die Mannschaft von Trainer Wolfgang Kirfel nach einer durchwachsenen Saison, in der man personell oft auf dem Zahnfleisch ging.


Nur die B-Junioren des TV Palmersheim sind eine Runde weiter

Im Jugendbereich wurde am Wochenende die Kreisqualifikation gespielt. Bei den C-Junioren verpassten sowohl die HSG Euskirchen als auch der TVE Bad Münstereifel den Sprung in die nächste Runde. Die HSG holte in fünf Spielen 3:7 Punkte und wurde Fünfter. Bad Münstereifel unterlag in allen fünf Spielen und musste sich mit Platz fünf bei 0:10 Punkten den Gegnern geschlagen geben.

Besser lief es bei den B-Junioren des TV Palmersheim. Die junge Mannschaft erspielte sich in einem stark besetzten Turnier den dritten Platz. Der TVP-Nachwuchs konnte vier Spiele gewinnen. Einzig gegen die beiden besser platzierten Mannschaften Siebengebirge-Thomasberg (10:15) und Bonner JSG II (11:16) musste man Niederlagen einstecken. Nun geht es auf Nordrhein-Ebene weiter. Ausgeschieden ist hingegen die Mannschaft des TVE Bad Münstereifel, die mit 4:8 Punkten Fünfter in der Siebenergruppe wurde.