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WanderungNeuer Teilnehmerrekord bei „7 auf einen Streich“ im Siebengebirge

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Die Wanderung „7 auf einen Streich“ im Siebengebirge konnte einen neuen Teilnehmerrekord von 1776 Startern verzeichnen.

Die Wanderung „7 auf einen Streich“ im Siebengebirge konnte einen neuen Teilnehmerrekord von 1776 Startern verzeichnen.

Insgesamt 1776 Wanderer haben sich am Sonntag auf die 26 Kilometer lange Strecke durch das Siebengebirge gemacht. 

Es ist kurz nach 12.30 Uhr am Sonntagmittag. An der Endhaltestelle der Linie 66 sitzen zwei Vereinsmitglieder des Ski-Club Bad Honnef auf ihren Stühlen hinter ihrem Tisch auf dem Bürgersteig und vergeben den letzten Stempel auf die Stempelkarten der Wanderer.  

Gestempelt wird das Wort „Finisher“, was soviel wie „Abschluss“ und „Beenden“ bedeutet. Jeder Wanderer, der diesen letzten Stempel bekommt, hat es geschafft. An sieben Kontrollpunkten im Siebengebirge musste zuvor jeweils ein Stempel eingesammelt werden. 

Start der 53. Volkswanderung um eine halbe Stunde vorverlegt

Die mittlerweile 53. Auflage der Volkswanderung „7 auf einen Streich“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit 1776 angemeldeten Startern ist erneut ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt worden.

„Das Wetter war genau richtig. Der Wald ist in einem super Zustand. Es hatte ja am Samstag etwas geregnet“, sagte Organisationschef Matthias Hupperich vom Ski-Club, wohlwissend, dass die Natur noch viel mehr Regen bräuchte. 

Gut Besucht war auch die Pausenstation beim VVS.

Gut Besucht war auch die Pausenstation beim VVS.

„Sie glauben nicht, was hier heute morgen los war“, berichtet Hupperich. Obwohl der offizielle Starttermin erst ab 8 Uhr war, ließen die Verantwortlichen die Wanderer bereits gegen 7.30 Uhr von der Leine.  

Geht es am Mittag ganz gemütlich zu, wenn immer wieder Wanderer die letzten Meter der 26 Kilometer langen Strecke zurücklegen, haben in der Früh alle ganz schön drill. „Als wir hier ankamen gegen 6.3o Uhr standen schon die Ersten in den Startlöchern“, ergänzt Hupperich.

Doch erst als die Streckenposten um Wanderwartin Gisela Todaro alle Positionen besetzt hatte, folgte dann um halb acht der Startschuss. „Nur Gehen und Wandern sind erlaubt – kein Laufen oder Laufschritt“, hat der Ski-Club in seiner Ausschreibung extra darauf hingewiesen, dass es keinen Wettbewerb gebe und es sich um eine reine Breitensportveranstaltung handele. 

Der Großraumparkplatz ist in diesem Jahr wohl das letzte Mal nutzbar

Die erste Starterin sei bereits gegen 11.30 Uhr im Ziel angekommen. Es sei eine jung Halbmarathonin, erinnert sich Hupperich. „Sie wird sicherlich einen großen Teil der Strecke gejoggt sein“, vermutet er. 

Die meisten Starter seien am frühen Sonntagmorgen derweil mit öffentlichen Verkehrsmittel angereist. Die Bahnen seien rappelvoll gewesen. Start und Ziel der Veranstaltung ist natürlich an der Endhaltestelle der Siebengebirgsbahn optimal gelegen.

Gerade auch mit dem Großraumparkplatz, der aber laut Hupperich in diesem Jahr das letzte Mal nutzbar ist. „Hier soll ja eine große Baustelle eingerichtet werden und ich befürchte, dass der Parkplatz dann im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung steht“, sagt er.

Strecke geht über insgesamt 800 Höhenmeter

Die Wanderstrecke hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert. Stets geht es dem Uhrzeiger entlang durch das Siebengebirge mit den Kontrollpunkten Drachenfels, Milchhäuschen, Petersberg, Stenzelberg, Ölberg, Forsthaus und Löwenburg. Insgesamt waren auch diesmal wieder 800 Höhenmeter zu bewältigen.

„Unser Ziel ist es, die Menschen in den Wald zu bekommen. Es waren viele Gruppen am Start, aber auch viele junge Wanderer“, so Hupperich. Da der Freitag ein Feiertag gewesen ist, seien auch viele Familien im verbund gewandert. Auf Werbung habe man fast komplett verzichtet, weil man so langsam an die Kapazitätsgrenze komme, betont Hupperich.  

Trotz der vielen Jahre lerne man immer noch was dazu. So habe man in diesem Jahr erstmals komplett ohne Nägel gearbeitet. Nur mit Bändern oder Kalk sei die Strecke markiert worden. Das Team der Helfer sei mittlerweile auf 62 Personen angewachsen. „Und es kommen immer mehr Jugendliche hinzu“, freut sich Hupperich.  

Eine halbe Stunde nach Ende des Startfensters gegen 10 Uhr machte sich eine Abwander-Gruppe von 15 Personen auf die Strecke, um alles wieder abzubauen. Für die Wanderer gab es für das Startgeld von acht Euro eine Wanderkarte und natürlich die Stempelkarte. Für Digital-Wanderer gibt es einen Link zur Strecke auf der App Outdooractive. Wer alle sieben Stempel vorweisen kann, erhält zusätzlich eine Medaille mit Band. 

1350 Medaillen für die Teilnehmenden

„Dank der finanziellen Unterstützung unserer Schirmherrs, der Bad Honnef AG, konnten wir wieder 1350 Medaillen anschaffen“, so Hupperich. Seine Vorstandskollegen würden ihn manchmal drängen, doch noch mehr anzuschaffen, doch da bleibt er hart. „Was sollen wir machen, wenn es morgens um 6 in Strömen regnet. Dann kommt ein Großteil der Wanderer nicht“, fügt er an und will kein wirtschaftliches Risiko eingehen. Meist seien am Ende des Tages alle Medaillen weg und kaum jemand müsse darauf verzichten. 

Entspannt blickt er auf den kleinen Platz, wo die Wanderer im Nachgang sind verköstigen und sich in fröhlicher Runde gemeinsam von der Wandeurng erholen können. Dank der Kuchenspenden, sowie dem Verkauf von Pommes, Currywurst und T-Shirts erwirtschaftet der Verein einen kleinen Überschuss. „Den stecken wir dann in verschiedene Aktivitäten im Verein“, fügt der Vorsitzende an. Für die Jugend gibt es zweimal im Jahr Wasserskifahrten auf dem Rhein und natürlich würden auch die gesamte Helferschaar zu einem Event eingeladen.