Der Teilplan „Erneuerbare Energien“ der Bezirksregierung ist beschlossen. Hellenthaler Ausschuss lehnt Windrad zwischen Giescheid und Zehnstelle ab.
WindenergieplanungResolution aus Hellenthal konnte den Regionalrat nicht beeindrucken

Mit Windrädern im Hellenthaler Höhengebiet beschäftigte sich der Bauausschuss der Gemeinde.
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Begeisterung sieht anders aus. Trotzdem widmeten sich die Hellenthaler Kommunalpolitiker unverdrossen den verschiedenen Vorhaben in Sachen Windkraft, die im Ausschuss für Bauen und Planen zur Beratung anstanden – obwohl ihre Entscheidungen kaum noch etwas bewirken. Denn eigentlich sind die Würfel gefallen bei der Windkraft. Der Regionalrat hat den Sachlichen Teilplan „Erneuerbare Energien“ des Regionalplans verabschiedet. Daher können die Projektierer davon ausgehen, dass sie ihre Vorhaben umsetzen können.
Bis zuletzt haben sich die Hellenthaler gegen die aus ihrer Sicht damit verbundene Aushöhlung der kommunalen Planungshoheit gewehrt und eine Resolution gegen die von der Bezirksregierung ausgearbeiteten Vorgaben eingereicht. Doch die erhoffte Wirkung blieb aus: Der Regionalplan wurde verabschiedet. Was zur Folge hat, dass der Kreis als Bauplanungsbehörde kurzerhand das Einvernehmen der Gemeinde ersetzen kann, sollte diese es aus irgendwelchen Gründen verweigern.
Dass es genauso auch mit dem Vorhaben der Firma GLS geschehen kann, zwischen Giescheid und Zehnstelle ein 266,5 Meter hohes Windrad zu errichten, war den Ratsvertretern wohl bewusst, als sie dem Projekt jetzt das Einvernehmen versagten. Daher machten sie ihrem Unmut Luft. „Ich finde es eine Frechheit, wie der Regionalrat mit uns umgeht“, sagte Peter Rauw (FDP). Hellenthal habe großzügig Flächen für die Windkraft ausgewiesen, und trotzdem seien noch Vorranggebiete dazugekommen. „Die setzen uns die Planung vor, sollen die Firmen sich doch die entsprechenden Genehmigungen einholen“, schimpfte er.
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Standort wird von den Fraktionen einhellig abgelehnt
Unzufriedenheit über die konkrete Planung, gerade einmal 700 Meter Abstand zu den Ortslagen Zehnstelle, Wittscheid und Hescheld zu lassen, äußerten andere Vertreter. „Ihr kennt meine Meinung, ich werde dagegen stimmen“, sagte Sebastian Krause (CDU). Es sei möglich, die Abstände zu vergrößern, wenn der Standort des Windrades verschoben würde. „Bei dem, was hier hingebaut werden soll, kann ich verstehen, dass die Bürger eine Abneigung dagegen haben. Man sollte auf die Bürger zugehen und den Standort verändern“, forderte er.
Dr. Manfred Leufgen (SPD) unterstützte ihn dahingehend. „Für uns hat sich nichts geändert, wir sind weiterhin dagegen, auch wenn wir nichts mehr dagegen machen können“, sagte er. Die Abstände der Windräder zu den Ortslagen seien immer geringer geworden.
Auch Michael Reger (Grüne) zeigte wenig Begeisterung über die Planung. „Wir halten den Standort nicht für optimal, wir würden nicht zustimmen“, sagte er. Auch Bianca Berners (UWV) kündigte für ihre Fraktion an, den Antrag auf Vorbescheid abzulehnen. „Uns fehlt die Transparenz, ob das alles wirklich notwendig ist. Wir bekommen die Energie doch gar nicht an den Mann“, monierte sie.
Betreiber kündigt an, beim Windpark-Standort auf Abstand zu gehen
Wie die Eifeler ticken, ist der Firma GLS bekannt. Seit Jahren betreiben sie den Windpark zwischen Schöneseiffen und Wahlerscheid, an dem sich auch Bürger beteiligen konnten. Ein Mitarbeiter der Firma, der die Debatte im Zuschauerraum verfolgte, erhielt Gelegenheit, auf die Fragen der Ratsvertreter zu antworten. „Wir hätten auch gerne einen schnelleren Netzausbau“, sagte er. Da aber niemand wisse, wie sich der Netzausbau entwickele, würden sich die Investoren zurückhalten.
„Wir wollen weg von den Bürgern, wir wollen niemand ärgern“, reagierte er auf die Kritik an dem geplanten Standort. Die Firma strebe 800 Meter an, wenn die Turbulenzen der anderen Windräder dies zuließen. Um die Anträge einzureichen, habe er einen Standort angeben müssen, als es nur wenige Informationen gegeben habe. „Wenn der Hauptbescheid erlassen wird, sind wir gerne bereit rüberzurutschen, wenn das möglich ist“, kündigte er an. Dann seien auch die Turbulenzgutachten erstellt, die die Möglichkeiten aufzeigen würden.
Drei anderen Anlagen stimmte der Hellentahler Ausschuss zu
Derzeit sei es allerdings nicht möglich, den beantragten Standort aufzugeben. Denn GLS sei beklagt worden, und bevor das Verfahren nicht beendet sei, könne seine Firma die Rechtsposition verlieren. Dazu erwähnte er die Möglichkeit einer lokalen Energie-Stiftung, wie sie in Schleiden zum Jahresende gegründet worden sei. Dort könne auch die Schleidener Bürgerstiftung Anträge stellen. Doch auch diese Ausführungen führten nicht dazu, dass die Ratsvertreter ihre Meinung änderten. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Ausschuss einstimmig dagegen, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.
Anders war es bei dem Projekt der RWE Wind Onshore & PV Deutschland GmbH für den Antrag, drei Nordex-WEA mit einer Gesamthöhe von 245,5 Metern zu errichten. Die Projektierer hatten sich dafür eine Waldfläche westlich der K68 in Richtung Prethtal gesichert. Auch wenn der Waldverlust durch die Errichtung der Anlagen von Reger und Berners kritisiert wurde, stimmte der Ausschuss dieser Planung mehrheitlich zu.

