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Mozart-Requiem400 Konzertbesucher in der Steinfelder Basilika waren begeistert

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Chor und Orchester an der Basilika Steinfeld bei einem Auftritt unter der Leitung von Erik Arndt.

Chor und Orchester an der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Erik Arndt führten am Palmsonntag das Requiem von Mozart auf.

Bei der Aufführung von Mozarts Requiem glänzten Chor und Orchester an der Basilika Steinfeld vor 400 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Mehr als 400 Zuhörer hatte die Aufführung des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart am Palmsonntag in der Basilika von Kloster Steinfeld. Für Chor und Orchester an der Basilika unter der Leitung von Erik Arndt hatte sich die Probenarbeit mehr als gelohnt.

Unterstützt wurden die Steinfelder Ensembles von vier Solisten: Esther Mertel (Sopran), Franziska Schacht (Alt), Boris Pohlmann (Tenor) und Clemens Joswig (Bass) hatten in dem von Mozart in dessen Todesjahr 1791 begonnenen letzten Musikwerk allerdings eher wenige Solopassagen. Das Requiem ist vielmehr eine Möglichkeit für den Chor zu glänzen.

Bei Mozarts Tod war das Requiem erst zu einem Drittel fertig

Aber wie viel Mozart steckt in dessen Requiem, das er zum Todeszeitpunkt am 5. Dezember 1791 lediglich zu knapp einem Drittel fertiggestellt hatte? Mozarts Autografen für den Eröffnungssatz des Introitus sowie das folgende Kyrie sind vollständig, für das Dies Irae sind es aber im Wesentlichen nur noch die Gesangsstimmen, dazu verschiedene Orchesterpartien. Weitere Teile des Werks wie Sanctus, Benedictus, Agnus Dei und Communio aber hat Mozart entweder gar nicht mehr oder nur in kleinen Fragmenten beginnen können.

Da diese Fassung von Constanze Mozart autorisiert war, ist die historische Nähe für mich ausschlaggebend gewesen.
Erik Arndt, Chorleiter

Kurz nach Mozarts Tod entstanden die wesentlichen Ergänzungen zunächst durch den Mozart-Schüler Joseph Eybler, vor allem aber durch den weiteren Mozart-Schüler und jungen Komponisten Franz Xaver Süßmayer. Mozarts Witwe Constanze beauftragte vor allem ihn, das Requiem zu vervollständigen. Es handelte sich schließlich um eine Auftragsarbeit des Grafen von Walsegg, für die sie den halben Komponistenlohn als Vorschuss erhalten hatte. Den wollte sie nicht zurückzahlen.

Am Ende lagen so zwei Partituren vor. Eine, die Eybler erstellt hatte und heute als „Arbeitspartitur“ bezeichnet wird, und die Fassung Süßmayers, die „Ablieferungspartitur“, auf die sich jetzt in Steinfelds Basilika auch Erik Arndt bezieht.

Steinfelder Publikum war vom einstündigen Konzert begeistert

„Da diese Fassung von Constanze Mozart autorisiert war, ist die historische Nähe für mich ausschlaggebend gewesen“, so Arndt, der auch Kirchenmusiker der GdG St. Barbara Mechernich ist. Er ist sich wie viele der Mozart-Experten und unzählige Dirigenten des Werks bewusst, dass die Ergänzungen des jungen Süßmayer qualitativ gegenüber den Noten, die Mozart noch für sein Requiem geschrieben hat, abfallen mussten.

Allerdings: Das wusste das Publikum in den vergangenen Jahrhunderten vielfach, und es hat wenig gestört. Auch nicht die Zuhörer in der voll besetzten Basilika in Steinfeld. Mozarts Requiem ist vielmehr bis heute eine der beliebtesten Kompositionen, die mit dem Namen Mozarts verbunden sind – egal, wie viel Mozart wirklich drinsteckt.

Das drohend endzeitliche „Dies Irae“ etwa, dessen erste Textzeilen aus dem Lateinischen übersetzt lauten: „Tag des Zorns, jener Tag, / der das All in Staub auflöst“, ist in seiner klanglichen Wucht besonders eindrucksvoll. Typisch Mozart ist zudem, dass er als Tonart des Werks (KV 626) d-Moll vorgab. Das gibt dem Requiem zwar eine gebührend ernste-getragene Färbung, doch so richtig düster ist es nicht.

Die Zuhörenden waren nach Ende des knapp einstündigen Konzertes begeistert. Bei freiem Eintritt setzten die Veranstalter zur Finanzierung der Kosten dann auf Spenden. Man merkte den Worten von Stefan Hönig vor Konzertbeginn an, dass es ein Wagnis für die Kirchengemeinde Steinfeld ist, keine Tickets zu verkaufen. Bleibt zu hoffen, dass die Spendensumme am Ende die Kosten des Konzertes decken kann. Wo sonst im Kreisgebiet finden schon Konzerte geistlicher Musik dieser Qualität und für ein so großes Publikum statt, wenn nicht in Steinfelds Basilika?