Kloster Steinfeld wartet im Mai mit einem geistlichen wie kulturellen und kulinarischen Angebot auf. Neben hochkarätigen Konzerten gibt es auch einenMitmach-Zirkus.
Kloster SteinfeldEine geballte Ladung Kultur erwartet im Mai die Besucher

Im Monat Mai wird im Steinfelder Salvatorianerkloster die Kultur großgeschrieben.
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Der kommende Mai wird ganz im Zeichen der Steinfelder Kulturtage stehen. „Steinfeld Calling“ mit dem Hermann-Josef-Fest und dem „Transient – Impulsfestival“ sowie das 78. Eifeler Musikfest finden alle in einem Monat statt. Das altehrwürdige Kloster Steinfeld sei zu einem Kultur-Hub geworden, lobte Landrat Markus Ramers während der Pressekonferenz im Kloster die Macher dieses bemerkenswerten Fest-Dreiklangs.
Und auch Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz gab sich überzeugt: „Steinfeld ist unser Aushängeschild.“ Es strahle weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Was beide meinten, erläuterte Martin Reinicke von der Stiftung Kloster Steinfeld. Er machte aus dem selbstgewählten Anspruch keinen Hehl: Man wolle das, was im vergangenen Jahr erstmals in dieser Form angeboten worden sei und mehr als 2500 Besucher aufs Klostergelände gelockt habe, wiederholen und noch verbessern.

Freuen sich auf den Kulturmonat Mai: Uwe Reetz (v.l.), Bürgermeister Emmanuel Kunz, Landrat Markus Ramers, Martin Reinicke von der Stiftung Kloster Steinfeld und Erik Arndt, Intendant des Eifeler Musikfestes.
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Das Kloster solle eben vor allem mit „Steinfeld Calling“ – dem kulturellen Rahmenprogramm zum Hermann-Josef-Fest, und dem interdisziplinären „Transient“-Festival – sowie dem Eifeler Musikfest in dichter Folge zu einem der bedeutendsten Kulturveranstaltungsorte in der Nordeifel werden. Aus geistlicher Sicht ist es das ohnehin schon seit Jahrhunderten. Ein Ort „für Begegnung, Musik und Inspiration“, bei der Kirche, Kommune Kall, Künstler und Ehrenamtliche kooperieren – das sei der Anspruch.
Hermann-Josef-Fest als Auftakt für „Steinfeld Calling“
Um den mit Inhalt zu füllen, wird das Hermann-Josef-Fest als Teil des „Steinfeld Calling“-Programms am 16. und 17. Mai den Auftakt machen, bei dem ein geistliches wie kulturelles und kulinarisches Angebot auf der Agenda steht. Den spirituellen Teil bilden dabei die Erhebung der Reliquien des heiligen Hermann-Josef (16. Mai), zudem eine Prozession und ein Hochamt (17. Mai), hinzu kommt eine Traktorsegnung. Am Samstag, 17. Mai, ist obendrein eine Pilgerwanderung von Krekel zur Hermann-Josef-Quelle und weiter nach Steinfeld geplant (Mail-Anmeldung bis zum 13. Mai).

Die historische König-Orgel wird auch im Rahmen der Kulturtage zu hören sein.
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Das festliche Hochamt am Sonntag, 17. Mai, wird Erzbischof Stefan Heße aus Hamburg leiten. Musikalischer Höhepunkt ist dann die Aufführung der „Waisenhaus-Messe“ von Mozart durch Chor und Orchester der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Erik Arndt. Die Messe wird im weiteren Verlauf des Monats noch einmal zu hören sein. Am Sonntagabend sollen zudem 50 Cadillacs Aufstellung auf dem Parkplatz vor dem Klostergelände nehmen. Ein Oldtimerclub ist an dem Tag auf Eifel-Ausfahrt. „Musik und Mitmachen“ ist das Motto.
Fassade von Kloster Steinfeld wird illuminiert
Höhepunkt am Samstagabend dürfte nach einem Konzert der Band „Rostfrei“ die erneute Illumination der Klosterfassade mit Motiven aus den einstigen gotischen Fenstern des Steinfelder Kreuzgangs sein. Dazu wird Musik aus „Carmina Burana“ von Carl Orff zu hören sein. Ergänzt wird die Projektion der alten Glasmalereien durch Bilder von 16 Schülern des Hermann-Josef-Kollegs. Am Sonntag, 17. Mai, spielt der Musikverein Hümmel zum „Musikalischen Frühschoppen“ auf, am Nachmittag gibt es dann vor allem ein großes Kinderprogramm.
Mit dabei ist unter anderem ein Mitmach-Zirkus, für Musik sorgt Uwe Reetz. Er wird auch bei zwei Konzerten mit der Coverband „Saitensprung“ zu hören sein. „Kostbares und Köstliches im Klosterhof“ bedient am Sonntag den dritten Programmteil von „Steinfeld Calling“. Dann ist der „Markt der Genüsse“ geöffnet. Landrat Markus Ramers ist Schirmherr des „Transient – Impulsfestival – Music for Places“, das Intendant Jeremias Schwarzer auf der Pressekonferenz per Videoschalte erläuterte. Es findet eine Woche später am 22. und 23. Mai statt.
Musik wird Lesungen und Wanderungen verbunden
„Kinderszenen aus Istanbul“ ist ein „Kulturen übergreifendes Gesprächskonzert“ mit der Pianistin Serra Tavsanli und einer Videoinstallation zum Auftakt. Tavsanli wird in der Aula des Hermann-Josef-Kollegs Werke von Johannes Brahms und Robert Schumann spielen. Die „Steinfelder Resonanzen“ am 23. Mai wollen Musik, eine Wanderung, Lesungen und Gespräche verbinden. Mitwirkende sind unter anderem der Chor an der Basilika Steinfeld, Blasmusiker aus der Region, Saxofonist und Komponist Frank Reinshagen aus Kronenburg sowie die Theaterschule Nettersheim unter der Leitung von Heidrun Grote.
Ein Nachtkonzert „Von Himmel und Erde“ mit Blockflötenmusik aus 1000 Jahren Musikgeschichte spielt Jeremias Schwarzer zum Abschluss am Samstag, 23. Mai, ab 21 Uhr in der Klosterbibliothek. Der Eintritt zu den Veranstaltungen von „Steinfeld Calling“ und dem „Transient“-Festival ist frei. Denn Veranstaltungsmanager Martin Reinicke kann sich über Zuschüsse des Regionalen Kulturprogramms des Landes und der Kulturstiftung des Bundes freuen.
Kulturstiftung des Bundes unterstützt die Kulturtage
Man unterstütze 13 Projekte in „Orten unter 100.000 Einwohnern, wie in Euskirchen“, so Stiftungsmitarbeiterin Hannah Crass, die per Video zur Pressekonferenz zugeschaltet war. Für die „Steinfelder Kulturtage“ gebe es über vier Jahre verteilt insgesamt 240.000 Euro. Da sah man der Kulturbeauftragten die Halbierung der Einwohnerzahl im Kreisgebiet gerne nach. Doch was wären die „Steinfelder Kulturtage“ ohne das Eifeler Musikfest, das in diesem Jahr die 78. Auflage hat und vom 29. bis 31. Mai stattfindet.
Der bekannte Bassbariton Thomas Bonni und sein Ensemble laden für Freitag, 29. Mai, zu „…per forza d'Amore“ in die ehemalige Klosterbibliothek ein. Zu hören gibt es Kompositionen aus der Zeit um 1700 (Eintritt: 20 Euro, Tickets über ticket-regional.de). Beim Festkonzert in der Basilika am 30. Mai (Eintritt: 25 Euro) werden das Neusser Kammerorchester und der Kirchenchor St. Peter Zülpich unter der Leitung von Holger Weimbs die „Holberg Suite“ von Edvard Grieg und die „Messa de Gloria“ von Giacomo Puccini aufführen.
Höhepunkt des Eifeler Musikfestes ist und bleibt das sonntägliche Hochamt in der Basilika, in diesem Jahr am 31. Mai, 10 Uhr, mit Chor, Solisten und Orchester an der Basilika Steinfeld unter der Leitung von Musikfest-Intendant Erik Arndt. Erneut wird die „Waisenhaus-Messe“ von Mozart aufgeführt. Gereon Krahforst, Abteiorganist von Maria Laach, wird am Sonntag ab 16 Uhr mit dem „Orgelspiel an der König-Orgel“ das Eifeler Musikfest und den Festmonat Mai beenden, aber nicht die diesjährigen Kulturangebote in Steinfeld.
Die Konzertreihe „Klangraum“ wird mit zwei Veranstaltungen am 27. September und am 11. Dezember fortgeführt. „#dafür!“ heißt ein Gastspiel des Literarischen Kabaretts am 4. Oktober. Und „Eifelliebe“ – das in der Eifel einzigartige Orchester aus Aktiven der Musikvereine aus Eckfeld, Niederöfflingen, Immerath und der Musikspielgemeinschaft Laufeld-Plein – wird am 17. Dezember zum Jahresausklang ein vorweihnachtliches Konzert geben. Es wird der Ausklang eines Kulturjahres in Steinfelds Kloster sein, das schon im Mai seinen frühen Höhepunkt feiern kann. Programmdetails zu allen Veranstaltungen gibt es online.


