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Neue ZusammenarbeitMechernicher Soldaten wollen Hilfsgruppe Eifel unterstützen

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Anhand eines Globus erklärt Hilfsgruppenchef Willi Greuel, dass der Verein bereits weltweit geholfen hat.

Mit roten Herzen auf einem Globus sind die weltweit bislang 367 Spenderinnen und Spender aus 35 Ländern markiert, die auf Initiative der Hilfsgrupppe Eifel eine Stammzellenspende abgegeben haben, erläuterte Willi Greuel (l.). Oberstleutnant Jochen Schnabel kündigte an, die Zusammenarbeit von Bundeswehr und Hilfsgruppe Eifel wieder aufleben zu lassen.

Soldaten aus Mechernich und anderen Standorten haben den Erlös einer Adventskalender-Aktion an die Hilfsgruppe Eifel gespendet.

Eine ganz besondere Spende haben der Standortälteste Oberstleutnant Jochen Schnabel sowie Kompaniefeldwebel Markus Johnen vom Bundeswehrdepot West in Mechernich jetzt an die Hilfsgruppe Eifel überreicht. Denn dabei ging es um weit mehr als die Summe von 2000 Euro, die auf dem symbolischen Spendenscheck aufgeführt war. Vielmehr ging es um Vertrauen und darum, eine Beziehung wiederaufleben zu lassen.

Den Scheck nahmen der Vorsitzende der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel aus Lückerath, und Vereinsmitglied Achim Liedtke entgegen. Die Summe stammt aus einem „aufgerundeten“ Überschuss einer Adventskalender-Aktion in verschiedenen Bundeswehr-Standorten des Depots, die weit über die Eifel hinausreichte. Das Ergebnis: beeindruckende 2000 Euro für krebskranke Kinder.

Soldaten aus vier Standorten unterstützen die Spendenaktion

Ausgangspunkt war ein Adventskalender, der nicht im Handel erhältlich war, sondern aus einer Idee von Johnen und der Fantasie eines Kindes entstammte: Das Weihnachtsmotiv gewann einen Malwettbewerb unter den Kindern der Soldatinnen und Soldaten und den zivilen Beschäftigten der vier Standorte, denen Schnabel vorsteht: Mechernich, Königswinter, Straelen an der holländischen Grenze und Diepholz in Niedersachsen.

Zwei Bundeswehrangehörige in Tarnunifom überreichen einen Spendenscheck an zwei Zivilisten.

2000 Euro für krebskranke Kinder überreichten der Standortälteste Oberstleutnant Jochen Schnabel (2.v r.) und Kompaniefeldwebel Markus Johnen an den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel (r.) und seinen Kollegen Achim Liedtke.

Hinter den Türchen versteckten sich lukrative Preise. Viele Interessenten zahlten hierfür nicht nur den Mindestpreis von drei Euro pro Kalender, sondern teils deutlich mehr; sogar von Teileinheiten des Depots aus England kamen noch Beiträge dazu, berichtete Schnabel bei der Spendenübergabe an die beiden Vertreter Hilfsgruppe Eifel.

Wenn man in der Eifel einmal das Vertrauen der Menschen hat, kann man Berge versetzen.
Willi Greuel, Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel

Der Oberstleutnant führte aus, warum er die Aktion bewusst mit einer Spende verknüpft hatte: Weil er die Dimension dieser schlimmen Krankheit kenne, weil er als Vater wisse, was es heißt, Verantwortung für Kinder zu tragen – und weil die Hilfsgruppe Eifel aus Kall für ihn eine Adresse sei, die nicht nur „regional“, sondern längst „weltweit“ wirksam sei. „Wenn man in der Eifel einmal das Vertrauen der Menschen hat, kann man Berge versetzen“, bestätigte Willi Greuel im Gespräch. Dieser gute Name habe Schnabel erst auf die Idee gebracht, dieses Engagement zu unterstützen. Denn dieses Vertrauen, so machte er deutlich, habe sich die Hilfsgruppe „über Jahrzehnte erarbeitet“.

Hilfsgruppe Eifel setzt sich seit 33 Jahren für Mitmenschen ein

Greuel sprach von einer sensationellen Unterstützung aus der Region: Fast zehn Millionen Euro habe die Hilfsgruppe in den vergangenen Jahren für die verschiedensten Hilfsprojekte gesammelt, das Hauptthema sei der Kampf gegen Leukämie – aber längst gehöre auch viel mehr dazu: zum Beispiel Unterstützung von betroffenen Familien durch konkrete Anschaffungen, die Lebensqualität verschaffen.

Greuel sprach an diesem Tag im Büro des Standortältesten offen darüber, wie alles begann – vor 33 Jahren, in einer Situation, die viele aus dem Dorfleben kennen: „An der Theke“, sagte er, sei die Idee entstanden. Und aus einer Diskussion darüber, wofür eine Spendensammlung eigentlich verwendet werden solle, erwuchs ein Prinzip, das bis heute trägt: Wenn für ein Projekt gesammelt wird, fließt jeder Cent genau dorthin. Möglich sei das durch eine überschaubare Gruppe von rund 30 Aktiven und den Rückhalt von etwa 200 Mitgliedern.

Bundeswehr will Zusammenarbeit wieder aufleben lassen

Und dann holte der Hilfsgruppenchef etwas Ungewöhnliches hervor: einen Globus mit vielen roten Herzen darauf. Stolz präsentiert Greuel diesen Globus „zum ersten Mal öffentlich“, wie er sagte. Darauf sind Fälle markiert, in denen durch DKMS-Typisierungen der Hilfsgruppe und Spenden Menschen durch eine Stammzellentherapie eine zweite Chance im Leben bekamen.

Einträge in ganz Europa, Kanada, Amerika und bis nach Australien: 367 passende Spenderinnen und Spender seien in 35 Ländern gefunden worden. Insgesamt habe der Verein dazu beigetragen, rund 25.000 Menschen in die weltweite Spenderdatei aufzunehmen. Nicht selten sei es dabei zu tiefen Freundschaften zwischen Spendern und Empfängern gekommen, führte Greuel weiter aus.

Oberstleutnant Schnabel war begeistert: Er wolle diese wichtige Zusammenarbeit von Angehörigen der Bundeswehr und der Hilfsgruppe Eifel „wiederaufleben lassen“ und sprach von Unterstützung mit möglicher Manpower, wenn bei Veranstaltungen helfende Hände gebraucht werden. Er kündigt an, das Thema in die Runden der am Standort ansässigen Dienststellen zu tragen, und signalisiert: man könne gemeinsam wieder mehr unterstützen.

Eine Nachricht, die Greuel mit großer Freude vernahm. Er erinnerte an die Zusammenarbeit bei zahlreichen Veranstaltungen, an viele legendäre Oldie-Nächte. Durch Corona sei vieles eingeschlafen. Umso wichtiger sei es, den Kontakt zwischen Bundeswehr und Hilfsgruppe nun wieder zu stärken. (eb/thw)