Rewe testet in Euskirchen den „Drive&Go“-Abholservice. Die Waren sollen in drei Minuten im Kofferraum sein.
Pilotprojekt in Rewe-MarktKunden in Euskirchen können beim Einkauf im Auto sitzen bleiben

Bezahlt wird am Auto. Während aktuell nur EC-Kartenzahlungen möglich sind, werfen Christiane Preisen und Stephan Steinebach bei der Vorstellung des neuen Service einen Blick in die Zukunft, in der auch per Smartphone gezahlt werden kann.
Copyright: Cedric Arndt
Für manche Menschen ist das ausführliche Stöbern in den Supermarktregalen eine willkommene Abwechslung zum Feierabend, für andere ist der Wocheneinkauf einfach nur etwas, das so schnell wie möglich erledigt werden soll. Der neue Abholservice „Drive&Go“ am Euskirchener Rewe-Center soll künftig Möglichkeiten für beide Arten des Einkaufes bieten.
Das Stöbern findet jedoch dann nur virtuell in der App statt. Der gewohnte und manchem ausgesprochen lästige Gang durch den Markt entfällt: Die Waren werden online bestellt und später in einem vorher festgelegten Zeitfenster abgeholt. Das funktioniert etwa so, wie es von Schnellrestaurants bekannt ist.
„Am Drive&Go-Schalter wird der zuvor von einem Mitarbeiter zusammengestellte Warenkorb innerhalb von drei Minuten bis in den Kofferraum geliefert“, erklärte Lars Klein, Vorsitzender der Geschäftsleitung Rewe Region West.
Das Angebot wird im Rewe-Markt in Euskirchen ein Jahr getestet
„Wir verstehen uns selbst gerne als Problemlöser. Der Abholservice macht unseren Kunden vieles einfacher. Wenn beispielsweise auf dem Nachhauseweg mit drei Kindern auf dem Rücksitz einem vor der Fahrt übel geworden ist und die anderen beiden schreien, hat man eher weniger Lust auf einen langen Einkauf und erledigt stattdessen lieber alles hier am Schalter“, fügte Clemens Bauer, Director E-Commerce Rewe, hinzu.
Voraussetzung für diese Zeitersparnis ist das Herunterladen der Rewe-App aufs Smartphone, die Erstellung eines Kundenkontos sowie die Auswahl des Marktes. „Nach einer Bestellung wird ein Termin festgelegt, zu dem die Waren abholfertig bereitstehen“, so Lars Klein. Tiefkühlartikel werden dabei während des einstündigen Zeitfensters in einem separaten Lager kalt gehalten, und die Preise unterscheiden sich nicht von denen im Markt.

Per Handy-App melden sich die Kunden am „Drive&Go“-Schalter an.
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Den Einkauf bringen Stephan Steinebach und seine Kollegen zum Auto.
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„Bei Bestellungen bis 70 Euro fallen zwei Euro Gebühren an, ab einem Wert von 71 Euro ist der Service kostenlos“, betonte Clemens Bauer. Beim ersten Einkauf kommen acht Euro Pfand für die bereitgestellte Transportkiste hinzu, die mehrfach verwendet kann und bei späterer Nutzung des Abholservices vor Ort ausgetauscht wird.
Per Handyapp identifizieren sich die Kunden am Schalter, so dass sie die bestellte Ware erhalten. Die Bezahlung kann derzeit ausschließlich am Schalter und per EC-Karte erfolgen. Dies soll aber schnell erweitert werden, so dass künftig sowohl online als auch vor Ort mit gängigen Smartphone-Methoden wie Apple Pay bezahlt werden kann.
Der „Drive&Go“-Schalter am Euskirchener Narzissenweg gehört zu einem Pilotprojekt der Rewe-Region West. Marktmanager Markus Brand und das rund 80-köpfige Team testen das neue Angebot nun zunächst für zwölf Monate. Weitere Pilotmärkte werden nach Angaben des Rewe-Konzerns in Alfter und Hachenburg in Rheinland-Pfalz sein. Mit dem Projekt wolle man Kundenwünschen weiter entgegenkommen, so Bauer.
In manchen Rewe-Märkten werden laut Bauer bereits bis zu zehn Prozent aller Einkäufe online abgewickelt, das neue System ist ein weiterer Baustein. „Die Zielgruppe reicht von Familien mit Kindern bis zu älteren Kunden, denen ein Besuch im Markt vielleicht nicht mehr so leichtfällt. Mit der Lieferung direkt in den Kofferraum wollen wir unseren Kunden Zeit und Arbeit ersparen.“

