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Freude in ÜlpenichVor der Sitzung bekamen die Ülekrade den Heimatpreis überreicht

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Kinder tanzen auf der Bühne, im Vordergrund ist das Kinderdreigestirn zu sehen.

Der Karneval und das Kinderdreigestirn sind mitverantwortlich für die Verleihung des Heimatpreises, der zum Erhalt des Brauchtums beitragen soll.

Die Ülpenicher Ülekrade hatten doppelt Grund zu feiern: Vor ihrer Karnevalssitzung überreichte ihnen Ulf Hürtgen den Heimatpreis

In Ülpenich hat in dieser Session der Nachwuchs das Sagen. Mit Prinz Isabella I. (Marian), Bauer Mia (Hamacher) und Jungfrau Greta (Hamacher) sitzt derzeit ein Kinderdreigestirn auf dem närrischen Thron, das sich den von KG-Schatzmeisterin Silvia Mletzko ausgesprochenen Tipp „Genießt jeden Augenblick, denn so etwas erlebt man wahrscheinlich nur einmal im Leben“ zu Herzen genommen hat. Obwohl von den dreien bei ihrem Einmarsch in den Saal häufig nur die langen Federn des Prinzen zu sehen sind, die als Einziges die zumeist deutlich höher gewachsenen Jecken um sie herum überragen, verströmen sie sofort pure Freude am Karneval.

Drei Männer und zwei Frauen stehen mit dem Preis vor einem Bühnenbild, das den Ortskern von Ülpenich zeigt.

Freudestrahlend nahmen die Vertreter der Ülpenicher Dorfgemeinschaft den Heimatpreis und das damit verbundene Preisgeld entgegen.

Dies war auch bei der Sitzung der KG Ülekrade am Samstagnachmittag der Fall, aber dennoch mussten sie sich vor ihrem Auftritt zunächst ein wenig in Geduld üben. „Ich möchte dem Dreigestirn nicht die Show stehlen, deswegen fasse ich mich heute kurz“, eröffnete Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen lachend. Dieser hatte einen vom Land NRW geförderten Preis mitgebracht, der diese kurze Unterbrechung durchaus rechtfertigte.

Das Angebot reicht vom Seniorennachmittag bis zum Kartoffelfest

„Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft, und ich finde es sehr wichtig, dass ein solches Engagement mit diesem Preis in den Vordergrund gerückt und gewürdigt wird.“ Einstimmig habe der Stadtrat die Dorfgemeinschaft Ülpenich auf den zweiten Platz für den NRW-Heimatpreis gewählt, und dieses Ergebnis sei hochverdient.

Helmut Fischer, Vorgänger im Amt des Ortsvorstehers, habe im Oktober 2025 den erforderlichen Antrag gestellt und dabei zahlreiche Punkte aufgelistet, mit denen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer das Leben in Ülpenich noch lebenswerter gestalten. Von den regelmäßig stattfindenden Seniorennachmittagen über die Martinszüge und Weihnachtsbaumaktionen bis zum Garagenflohmarkt und dem Kartoffelfest reiche das abwechslungsreiche Angebot.

Den Heimatpreis zu erhalten, ist eine sehr schöne Anerkennung unter fünf wirklich guten Vorschlägen, die ihn alle verdient hätten.
Timm Fischer

Auch der Karneval blieb in dieser Liste nicht unerwähnt. Und dies sei auch der Grund, warum der Heimatpreis während einer Sitzung vergeben werde. „Schöne Anerkennung“ „Auf den 101 Quadratkilometern, die Zülpich mit all seinen Ortsteilen einnimmt, ist das Ehrenamt allgegenwärtig. Ich finde es darum wichtig, einen solchen Preis an einem Ort zu verleihen, wo möglichst viele der Personen anwesend sind, für die er gedacht ist“, betonte Ulf Hürtgen.

Stellvertretend für all diese Personen nahm zunächst Ortsvorsteher Timm Fischer den gläsernen Preis in Empfang, gab ihn jedoch nach einem kurzen Dank sofort an die Verantwortlichen der Dorfgemeinschaft weiter. „Den Heimatpreis zu erhalten, ist eine sehr schöne Anerkennung unter fünf wirklich guten Vorschlägen, die ihn alle verdient hätten. Er ist eine großartige Wertschätzung für die bereits geleistete Arbeit und eine ebenso große Motivation für die kommenden Aufgaben und Projekte“, so Fischer.

Ein solches Projekt, bei dem auch das mit dem zweiten Platz verbundene Preisgeld in Höhe von 1500 Euro Verwendung finden könnte, sei in naher Zukunft für den Ülpenicher Spielplatz geplant. „Genaueres kann ich aber erst verraten, wenn die Pläne weiter fortgeschritten sind.“ Nach dieser kurzen Exkursion durften dann wieder die eigentlichen Protagonisten, das Ülpenicher Kinderdreigestirn, das Ruder selbst übernehmen.

Sie blicken bereits mit großer Vorfreude auf den Beginn des Straßenkarnevals, der am Samstag, 7. Februar, direkt vor ihrer Haustür eingeläutet wird. Dann wird ab 13 Uhr der Kinderzug durch den Zülpicher Ortsteil ziehen, der neben den drei freudestrahlenden Regenten zudem von rund 550 Kindern der Grundschule Ülpenich, der Kindergärten Ülpenich und Lövenich sowie der Kindertanzgarden und der Musikzüge der Blauen Funken Zülpich und der KG Heimat Dürscheven begleitet wird.