Die Mandatsträger von Grünen, BWL, SPD, Volt und FDP haben einen gemeinsamen Antrag formuliert.
PCB-BelastungLeichlinger Ratsmehrheit will Sonderausschuss für Schulzentrum

Die Umgestaltung des Leichlinger Schulzentrums Am Hammer ist wohl das größte städtebauliche Projekt der Blütenstadt in den kommenden Jahren. (Archivfoto)
Copyright: Niklas Pinner
Bürgermeister Maurice Winter nannte die anstehende Umgestaltung des Schulzentrums am Hammer im Interview mit dem „Leverkusener Anzeiger“ jüngst das wohl größte Projekt für die Blütenstadt in den kommenden Jahrzehnten. Neue, wohl bald in Kraft tretende PCB-Richtlinien haben zur Folge, dass die Stadt nicht nur bei der Sekundarschule, deren Neubau schon beschlossen ist, sondern auch am Gymnasium etwas machen muss.
Seitdem das klar ist, diskutiert die Politik darüber, wie man das anstehende Mammutprojekt am besten angeht. Der bisher geltende Ratsbeschluss aus Juni 2025 sagt, dass man das Schulzentrum als Ganzes denken solle, was Neubauten oder Sanierungen angeht. Stand jetzt ist für die Übergangszeit der Plan, die Schulgemeinschaft der jeweils neu zu bauenden oder zu sanierenden Schule in Containern auf dem Eicherhofsfeld unterzubringen.
Obwohl alle Beteiligten damals mitgeteilt hatten, die Schulgemeinschaft der Sekundarschule schnellstmöglich aus ihrem belasteten Gebäude zu bekommen, scheint ein schneller Auszug derzeit nicht realistisch. Denn erst kürzlich hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass der Interimsstandort auf dem Eicherhofsfeld mehr als 18 Millionen Euro kostet.
Alles zum Thema Bergisches Land
- Ablenkungsmasche in Engelskirchen Dieb bestiehlt 90-jährige Frau auf Parkplatz
- Unfall in Leichlingen Pkw kollidiert auf Bahnübergang mit Güterzug – Fahrer verletzt
- Video zur jecken Attacke Tollitäten entern mit Alaaf die Redaktion in Bergisch Gladbach
- Regionalbahn 25 Neue Brücke in Rösrath-Hoffnungsthal kommt, das Nadelöhr in der Unterführung bleibt
- Vorübergehend geschlossen TÜV bemängelt Elektrik im Bensberger Museum
Leichlingen: Verwaltung will Thema neu diskutieren
Das ist ein Grund, weshalb die Verwaltung die Beratungen zu dem Thema erneut anstoßen will. Der andere: Die Stadt hat inzwischen erfahren, dass Neubauten auf dem Gelände förderfähig sind. Deshalb will die Stadt auf das teure Provisorium verzichten und auf dem Gelände nach und nach gegebenfalls neu bauen, sodass die jeweilige Schulgemeinschaft direkt in die neuen Gebäude einziehen kann, ohne in ein Ausweichquartier zu müssen.
Die Fraktionen von Grünen, Bürgerliste, SPD und Volt sowie das Einzelratsmitglied Frederik Käding von der FDP beantragen jetzt, für das Thema einen Sonderausschuss zu bilden. Dazu teilen die Mandatsträger mit: „Ziel ist es, die Sanierung und/oder den Neubau des Schulzentrums vor dem Hintergrund der PCB-Belastung sowie die Weiterentwicklung von Sekundarschule und Gymnasium klar zu priorisieren und zügig voranzubringen.“
Das Vorhaben sei sowohl für die betroffenen Schulgemeinschaften als auch für die gesamte Stadtgesellschaft „von großer Bedeutung“. Der Sonderausschuss soll das Projekt eng begleiten, politische Beschlüsse vorbereiten und deren Umsetzung kontiniuerlich verfolgen. „Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Schulgemeinschaft aktiv mitzunehmen und Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler frühzeitig in die weiteren Schritte einzubinden.“
Als starkes Signal sehen die Vertreterinnen und Vertreter das breite Bündnis, das hinter dem Antrag steht. Durchaus verwunderlich ist allerdings, dass die CDU nicht dabei ist. Schließlich hatte das damalige Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP im alten Ratsturnus noch selbst für einen Sonderausschuss, wenn auch unter dem Namen „Neubau Sekundarschule“, gestimmt. Auch die Christdemokraten seien gefragt worden, teilt Grünen-Fraktionschef Christian Paulitz-Erdmann auf Anfrage mit. Die Fraktion sei sich aber noch unsicher gewesen, hieß es.

