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Vorübergehend geschlossenTÜV bemängelt Elektrik im Bensberger Museum

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Ein altes Haus mit Bruchsteinmauerwerk und grünen Schlagläden. Davor eine  Kohlenlore.

Der TÜV bemängelte die Elektrik im Bergischen Museum. Daher ist die Einrichtung bis auf Weiteres geschlossen.

Die Stadt sucht nach Lösungen, um wenigstens Teile des Hauses bald wieder öffnen zu können. Auch der Förderverein ist betroffen.

Das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg ist ab sofort bis auf Weiteres geschlossen. Probleme mit der Elektrik, die bei einer turnusmäßigen Überprüfung durch den TÜV aufgefallen seien, machten diese Maßnahme notwendig, teilte die Stadtverwaltung gestern mit.

„Es gibt keine Alternative zur Schließung, die Sicherheit von Besucherinnen und Besuchern sowie der Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität“, so Baudezernent Thore Eggert. Die Stadt arbeite „mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden, wie zumindest Teile des Museums schnellstmöglich wieder geöffnet werden können“, erklärte Kulturdezernent Stephan Dekker.

Die Hiobsbotschaft kommt mitten in einer Phase der Umstrukturierung

Die überraschende Schließung kommt für die Einrichtung zur Unzeit, befindet sie sich doch gerade in einer Phase umfassender Umstrukturierung. Betroffen sind auch die normalerweise im Museum stattfindenden Veranstaltungen, die nun kurzfristig abgesagt werden müssen.

„Wir sind dabei, alle Betroffenen zu informieren und hoffen, baldmöglichst Alternativen anbieten zu können“, so Museumsleiterin Sandra Brauer. „Aktuell müssen wir leider alle unmittelbar anstehenden Veranstaltungen ersatzlos absagen.“ Die Bemühungen gingen dahin, besonders die im Haus anstehenden Trauungen zu ermöglichen.

Die Schließung betrifft auch Teile des Personals im Museum

„Das ist eine unangenehme Situation“, reagierte auch Willi Carl, Vorsitzender des Fördervereins, auf die Hiobsbotschaft. Man hoffe „auf schnelle Abhilfe“. Denn die vorübergehende Museumsschließung betrifft auch Teile des Museumspersonals. Neben vielen Ehrenamtlichen, die das Museum unterstützten, seien 14 Personen mit Mini-Jobs vom Förderverein fest angestellt, berichtete Carl. Von der Kasse bis zu Museumsführungen und Workshops unterstützten diese Kräfte den Betrieb.

„Wir werden keine Kündigungen aussprechen“, sagte der Fördervereinsvorsitzende. Im Gegenteil: „Wir hoffen, dass alle bei der Stange bleiben.“ Aber es sei eine schwierige Lage, müsse der Förderverein doch trotz des Kooperationsvertrags mit der Stadt „einige 10.000 Euro im Jahr selbst erwirtschaften“.

Förderverein hofft auf eine schnelle Not-Reparatur

Wie schon in Coronazeiten versuche man die Mitarbeitenden weiter zu beschäftigen, etwa mit konservatorischen Aufgaben. Allerdings war das Museumsgebäude damals nutzbar. Stadt und Förderverein würden gerne möglichst schnell wiedereröffnen, aber die Sicherheit stehe an erster Stelle, betonen alle.

„Wir hoffen auf eine Not-Reparatur, um Gefährdungen auszuschließen“, so Willi Carl. „Die Gesamtsanierung des Museums steht ja hoffentlich auch bald an.“ Und im besten Falle geht beides vielleicht Hand in Hand.