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Weg zur KlimaneutralitätLeichlinger Wärmepumpenbotschafter setzen auf Nachbarschaftshilfe

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Die Stadt Leichlingen und vier ihrer neuen Wärmepumpenbotschafter: Bernhard Bonetto (v.l.), Horst Schmidtberg, Marcel Hermuth, Bürgermeister Maurice Winter, Joachim Seinsche und Klimaschutzmanagerin Monika Meves.

Die Stadt Leichlingen und vier ihrer neuen Wärmepumpenbotschafter: Bernhard Bonetto (v. l.), Horst Schmidtberg, Marcel Hermuth, Bürgermeister Maurice Winter, Joachim Seinsche und Klimaschutzmanagerin Monika Meves

Sieben Bürger sollen den Leichlingern mit Rat in Sachen Wärmepumpe zur Seite stehen.

Für Monika Meves ist die Sachlage ziemlich simpel: „Wir müssen bis 2045 klimaneutral werden und niemand sollte dabei später am Fliegenfänger hängen.“ Was die städtische Klimaschutzmanagerin meint: Auch wenn die Bundesregierung das Gebäudeenergiegesetz, oder Heizungsgesetz, wie es häufig auch genannt wird, reformiert und in diesem Zuge auch Öl- und Gasheizungen bis 2045 betrieben werden dürfen, ist sich Meves für Leichlingen sicher: „Wir haben die kommunale Wärmeplanung erstellt und die Wärmepumpe ist in Leichlingen in vielen Fällen das Mittel der Wahl.“ Dazu kommen die – wie man gerade sieht – Preissteigerungen und -schwankungen bei fossilen Brennstoffen. Für Meves ist die Wärmepumpe die logische Wahl.

Und das will die Stadt auch den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln. Deshalb haben sich sieben Ehrenamtler gefunden, die ab jetzt als Wärmepumpen-Botschafter fungieren: Bernhard Bonetto, Udo Faus, Marcel Hermuth, Matthias Kaltheuner, Rolf Pontzen, Horst Schmidtberg und Joachim Seinsche. Vier von ihnen stellten sich bei einem Pressetermin am Mittwoch im Rathaus schon mal vor.

Und alle waren sich einig: Langfristig ist die Wärmepumpe die sinnvollste Alternative in Sachen Heizung. In Leichlingen sowieso, sagt Meves. Denn die kommunale Wärmeplanung habe ergeben, dass man die sehr gut mit Luft- oder Erdwärme betreiben könne. Und deshalb sei die Wärmepumpe ein wichtiges Element dabei, bis 2045 beim Heizen komplett aus fossilen Energieträgern auszusteigen, so die Klimaschutzmanagerin.

Infoveranstaltung geplant

Aber: Natürlich müssten die Menschen mitgenommen werden. Das ist gerade beim Thema Wärmepumpe wichtig. Der Gesetzesvorstoß des damaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) hatte sich zum allgegenwärtigen Gesprächsthema entwickelt. Die einen sahen darin einen guten Weg, von fossilen Brennstoffen wegzukommen und das Klima zu schonen, die anderen fühlten sich bevormundet.

Um solche Diskussionen geht es den Wärmepumpenbotschaftern freilich nicht. Sie wollen den Menschen, die Beratungsbedarf haben, helfen. Und dabei können sie auf ihre eigenen Erfahrungen mit der Wärmepumpe zurückgreifen. Marcel Hermuth zum Beispiel ist vom Fach, er arbeitet bei einer Firma, die Wärmepumpen baut, wenn auch eher für die Industrie. Er wisse aber, wovon er redet: „Ich sitze zwar jetzt im Büro, habe aber lange auch draußen geschraubt.“ Oder Bernhard Bonetto, der schon seit zehn Jahren eine Wärmepumpe hat. Man verbrauche weniger Energie, das sei nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch fürs Portemonnaie. Und das Wichtigste: „Das läuft.“

Joachim Seinsche ist in der Nachbarschaft schon als Heizungsexperte gefragt, er habe sich mit den Themen Fotovoltaik und Wärmepumpe schon lange beschäftigt. Und er merke einen „Vertrauensvorschuss“. Heißt: Die Menschen vertrauen Leuten, die sie kennen, eher als zum Beispiel dem Internet. Auch Horst Schmidtberg geht es so. Und als er damals angefangen habe, hätte er sich gern jemanden gewünscht, der mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Das ist auch die Idee der Stadt dahinter. Eine Art „Nachbarschaftshilfe“, wie sie schon bei der Bürgerenergieberatung gut funktioniere, sagt Meves. Und zwar völlig unabhängig von Herstellern. Niederschwellig soll das Angebot sein. Die Botschafter sollen Interessenten dabei helfen, erst mal herauszufinden, ob eine Wärmepumpe überhaupt was für sie ist. Eine Verpflichtung hänge sowieso nicht daran. Dafür haben sich die Botschafter bereiterklärt, Interessenten sogar ihre eigenen Anlagen zu Hause zu zeigen. Damit die direkt vor Ort sehen und hören, wie so eine Wärmepumpe funktioniert.


Wer Interesse daran hat, mit den Botschaftern in Kontakt zu treten, kann sich bei Monika Meves per E-Mail melden. Sie vermittelt die Bürger dann den Ehrenamtlern. Für Freitag, 13. März, 18.30 Uhr, ist im Weyermann-Saal des Bürgerhauses Am Hammer ein Informationsabend zum Thema geplant. Dort gibt es nicht nur Infos zur kommunalen Wärmeplanung oder zur Wärmepumpe, sondern gleich auch die Gelegenheit, mit den Botschaftern in Kontakt zu treten. Die Stadt bittet um Anmeldung zur Veranstaltung per E-Mail. (nip)

wp-botschafter@leichlingen.de

klimaschutz@leichlingen.de