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SchulstreitHitdorfer Eltern kämpfen weiter um Monheimer Schulplätze

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Vom Schulstreit betroffene Eltern und Kinder vor der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Hitdorf

Vom Schulstreit betroffene Eltern und Kinder vor der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Hitdorf

Die Hitdorfer Elterninitiative hat den Städtetag NRW eingeschaltet und einen Bürgerantrag eingereicht.

Mittlerweile haben alle 28 Kinder, die am Monheimer Otto-Hahn-Gymnasium abgelehnt wurden, eine Zusage von einem Leverkusener Gymnasium erhalten. Dennoch lässt die Elterninitiative Hitdorfer Kinder nicht locker. Sie will sich nicht damit abfinden, dass die jahrzehntelange Praxis, als Hitdorfer Kind zum nächstgelegenen Gymnasium nach Monheim zu gehen, wegen politischer Differenzen aufgegeben wird.

Nachdem die Bürgerfragestunde im Stadtrat recht enttäuschend für die Hitdorfer Eltern verlaufen war, hätten sich Vertreter einiger Fraktionen bei ihm gemeldet, sagt Dustin Flock, Sprecher der Elterninitiative. „Sie fanden es auch unglücklich, dass es keine Aussprache zu dem Thema gab, und haben uns empfohlen, einen Bürgerantrag einzubringen.“

Bürgerantrag eingereicht

Dieser steht nun auf der Tagesordnung für den Bürger- und Umweltausschuss am 16. April. Die Eltern fordern darin drei Dinge: Leverkusen soll umgehend Verhandlungen mit Monheim aufnehmen, um für das kommende Schuljahr eine einmalige Überhangklasse mit Sachkostenbeteiligung zu ermöglichen. Langfristig soll eine Beschulungsvereinbarung den Schulweg von Hitdorf nach Monheim ebnen – indem Monheimer und Leverkusener bei der Aufnahme gleichberechtigt werden. Scheitern die Gespräche, soll Leverkusen ein Moderationsverfahren bei der Bezirksregierung beantragen.

Letzteres empfiehlt auch der Städtetag NRW, den Flock ebenfalls über den Sachverhalt informiert hat. Eine Referentin für Schule und Bildung habe eine Moderation durch die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf empfohlen, um eine Beschulungsvereinbarung zu erreichen – das Gleiche empfiehlt das NRW-Bildungsministerium. Dass gleich beide Bezirksregierungen einbezogen werden sollen, liegt in der Geografie des Falls: Monheim gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf, Leverkusen zum Regierungsbezirk Köln. Mit der Monheimer Bürgermeisterin Sonja Wienecke sind die Hitdorfer Eltern zu einem persönlichen Gespräch verabredet. „Aus der Leverkusener Stadtverwaltung habe ich dagegen nicht einmal eine Eingangsbestätigung zu meiner Anfrage erhalten“, klagt Flock.

Der Kern des Streits bleibt unverändert: Monheim hat 2023 beschlossen, seine Schulplätze vorrangig für eigene Kinder zu reservieren. Am Otto-Hahn-Gymnasium sind die sieben Eingangsklassen damit voll – alle 28 abgelehnten Kinder kommen aus Leverkusen. Eine achte Klasse wäre rechtlich möglich und wurde vom Schulleiter Martin Kaiser als räumlich und personell machbar bestätigt. Die Stadt Monheim lehnt es aber ab, diese einzurichten, ohne dafür ein Entgegenkommen aus Leverkusen zu bekommen. Oberbürgermeister Stefan Hebbel lehnt eine finanzielle Beteiligung ab: Man könne keine Schulplätze in der Nachbarstadt finanzieren, solange in Leverkusen ausreichend Gymnasialplätze zur Verfügung stünden, sagte er in der Bürgerfragestunde im Rat.