Bei strahlendem Sonnenschein gab Prinz Roland I. um 14.11 Uhr in Holzhausen den Startschuss für Leverkusens kleinsten Karnevalszug.
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Das farbenfrohe Spektakel beim kleinsten Karnevalszug in Leverkusen, Lützenkirchen bei strahlendem Sonnenschein.
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Knapp eine Stunde vor Zugstart war die Stimmung bei den Feiernden in Lützenkirchen schon ausgelassen. „Schön ist das Leben“ war durch die Lautsprecher unweit der Aufstellung zu hören, die schon zahlreichen Anwesenden sangen mit – und dürften dieses Motto auch gefühlt haben. Nach einem, was das Wetter betrifft, grauen Auftakt in Hitdorf am Freitag bekamen die Karnevalistinnen und Karnevalisten in Lützenkirchen und Wiesdorf viele Sonnenstrahlen ab. Nicht nur die Sonne strahlte aber.
Die Zeit bis zum Zugstart um 14.11 Uhr wurde für auffällig viele intime Begrüßungen genutzt – Händeschütteln, Schulterklopfen und zahlreiche Umarmungen. Man kennt sich in Lützenkirchen und das ist bekanntlich auch der Charme des Zuges.

Viele junge Familien waren für den Zug in Lützenkirchen auf den Beinen.
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Leverkusens kleinster Karnevalszug besticht mit seiner familiären Atmosphäre, das zweifelsohne auch buchstäblich. So kam es noch acht Minuten vor Zugstart noch zu einem Kinderwagen-Stau auf der Strecke. Einige der Teilnehmenden, meist schlafend im Kinderwagen, dürften an Karneval 2025 das Licht der Welt noch nicht einmal erblickt haben.
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Anders sieht das bei Katrin Kürrer aus: Sie hat gemeinsam mit ihrer Familie längst eine Tradition anlässlich des Karnevalszuges geschaffen. Das Eigenheim liegt perfekt an der Zugstrecke in Holzhausen. So wurden schon Freunde eingeladen, als das Haus vor vielen Jahren erstmals von der Familie Kürrer bezogen wurde, um gemeinsam den Zug zu verfolgen.

Katrin Kürrer (r.) und ihre Familie veranstalten seit Jahren eines von vielen Festen in Holzhausen rund um den Karnevalszug.
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Mittlerweile sind die Abläufe der Tradition festgezurrt. Es gibt eine Gästeliste, die Gastgeber erledigen vorab alle Besorgungen – etwa 25 Liter Suppe und 50 Mettbrötchen –, damit dann am Karnevalssonntag gefeiert werden kann. Und das wurde nicht nur bei Kürrers ausgelassen.
Auch an einem der für viele schönsten Tage des Jahres war es „Pallilev“, dem Palliativ- und Hospizzentrum in Steinbüchel, wichtig, auch an diejenigen zu erinnern, die gar nicht mehr oder zumindest nur stark eingeschränkt feiern können.

Auch „Pallilev“ war in Lützenkirchen mit dabei, auch um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen.
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Kristin Braun von „Pallilev“ schildert den Fall einer Patientin, die als riesiger Karnevalsfan nur allzu gern selbst die Atmosphäre am Karnevalssonntag aufgesaugt hätte. „Tod ist immer noch ein Tabuthema“, erklären die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler – und wollen, unter anderem mit mehreren Schildern, an ein ernstes Thema erinnern.
Nichtsdestotrotz war schon vor dem Startschuss von Prinz Roland I. um 14.11 Uhr in ganz Holzhausen eine durchweg positive Stimmung. Ein Umstand, der dann aber nur wenige Augenblicke nach dem Zugstart auffiel: Aufgrund der Besonderheit, dass der Lützenkirchener Zug ohne motorisierte Wagen auskommt, ging es durchaus schleppend los.
Der Grund ist simpel: Die vielen Einkaufswagen mit Kamelle waren, gerade zu Beginn, natürlich noch schwer bepackt. Da musste kräftig angeschoben werden. Der Vorteil ist da aber, dass die Wagen binnen nur weniger Minuten deutlich leerer wurden – an Kamelle interessierte Personen warteten am Straßenrand an diesem Karnevalssonntag in Lützenkirchen mehr als ausreichend.

