Bernhard Kyborg wird durch Obermeister Willi Reitz von der Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land mit dem Diamantenen Meisterbrief geehrt.
Diamantener MeisterbriefBernhard Kyborg hat unzählige Fassaden in Gummersbach verschönert

Bernhard Kyborg legte 1964 seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Detmold ab.
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Einen Diamantenen Meisterbrief zu erhalten, ist etwas sehr Besonderes. Malermeister Bernhard Kyborg wird heute durch Obermeister Willi Reitz von der Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land mit dieser Auszeichnung geehrt, 1964 Jahren legte er seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Detmold ab.
Künstlerisch begabt war der 88-jährige, gebürtige Berliner schon als junger Mann. Mit 13 Jahren verewigte er die Schauspielerin Audrey Hepburn in Kohle, einen lebensechten Schäferhund zeichnete er im Teenageralter, viele Hundeporträts, Stadtansichten und großformatige Wandgemälde folgten im Laufe der Jahre. Gerade erst wurde ein fotorealistischer Pferdekopf gerahmt, der vor Kurzem entstanden ist.
Das Talent war immer da, die handwerklichen Grundlagen legte unter anderem der Besuch der Meisterschule für das Kunsthandwerk Berlin, die Bernhard Kyborg von 1956 bis 1961 besuchte. Schon 1956 hatte er als bester von 347 Lehrlingen in Berlin seine Gesellenprüfung abgelegt, nachdem er ab 1953 bei Eberhard Busse in Spandau gelernt hatte. Ins Oberbergische kam er 1961 der Liebe wegen – Ehefrau Renate Kyborg hat Wurzeln in der Region.
Diese Aufträge brachten mir den Spitznamen ‚Lüftlmaler von Gummersbach‘ ein.
Eigentlich wollte das Paar in Berlin heimisch werden, doch dort war Anfang der 1960er Jahre die Wohnungsnot riesig. In Allenbach hingegen gab es im schwiegerelterlichen Haus Wohnraum für die beiden, und dort gründete Bernhard Kyborg schließlich auch seinen Meisterbetrieb. Ein eigenes Wohnhaus mit Werkstatt führte den Malermeister mit seiner Familie Anfang der 1970er Jahre nach Gummersbach-Bernberg. Den Gummersbacher Kreativen ist mit Sicherheit auch das Geschäft Kyborg für Bastel- und Künstlerbedarf in guter Erinnerung, das von 1975 bis 2002 die Gummersbacher Innenstadt bereicherte.
Und Theaterfreunde kennen die Kulissen, die Kyborg von 2001 bis 2017 für den Silvestercocktail des Quartettvereins „Die Räuber“ konstruierte, bemalte und baute. Die Karstadt-Fassade entstand im Kleinformat, das Hohenzollernbad und auch die Alte Vogtei, die für das Konzert zum Jahreswechsel kurzerhand in Moulin Rouge umgetauft wurde.
Die Wandmalereien des Malermeisters finden sich am städtischen Lindengymnasium in Gummersbach in Form eines Lindenblatts, das er freihändig malte, und unter anderem im Hotel-Restaurant Stremme in Becke, wo eine Pferdekutsche zu sehen ist. „Diese Aufträge brachten mir den Spitznamen ‚Lüftlmaler von Gummersbach‘ ein“, berichtet Bernhard Kyborg. Das Wort „Dieringhausen“, das den Kreisverkehr in Bomig in Form von Stelen ziert, entspringt auch der Kreativität des Gummersbachers.
Wichtig ist dem Windhagener, dass er im Laufe der Zeit 25 Lehrlinge im Malerbetrieb und im Einzelhandel ausgebildet hat. „Vier von ihnen machten die Meisterprüfung im Malerhandwerk, drei wurden Einzelhandelskaufleute. Eine Gesellin, Nadine Brühne, machte 2009 die Meisterprüfung und übernahm 2010 den Betrieb.“

