Hochzufrieden ist der Steinhausen-Rennstall mit seiner neuen Maschine. Beim Saisonstart in Le Mans fuhr das Gespann den Doppelsieg ein.
SeitenwagenDas neue Motorrad aus dem Nümbrechter Rennstall fährt der Konkurrenz davon

Nicht zu schlagen waren Harry Payne (l.) und Kevin Rousseau bei den Läufen zur französischen Meisterschaft in Le Mans.
Copyright: Steinhausen Racing
Mit einem Doppelsieg, Rekordzeiten und hochzufriedenen Mienen hat der Seitenwagen-Rennstall Steinhausen Racing das vergangene Osterwochenende auf dem legendären Kurs von Le Mans beendet. Für die Nümbrechter bedeuteten die Siege bei den beiden Läufen der französischen Meisterschaft den Saisonauftakt – und der gelang dem Team optimal. Steinhausen brachte im Training, wie auch in beiden Rennen das mit Abstand schnellste Motorrad auf die Strecke. „Besser hätte es wirklich nicht laufen können“, strahlte Teamchef Maik Steinhausen nach der Rückkehr aus Frankreich. „Ich glaube, in dieser Saison fahren wir das beste Motorrad, das wir je gebaut haben.“
Für die Nümbrechter geht es erneut nach Le Mans
In Le Mans starten die Steinhausens schon seit einigen Jahren in den Sommer und das aus gutem Grund: Der Asphalt im französischen Nordwesten ist am übernächsten Wochenende Kulisse der beiden ersten Läufe zur Seitenwagen-WM 2026, am gleichen Wochenende findet das 24-Stunden-Rennen von Le Mans statt. „Unser Renntag fällt deshalb schon auf den Samstag, am Mittwoch steht das erste Training an“, berichtet Steinhausen.

Der Waldbröler Getriebebauer Stiebel ist Hauptsponsor der 2026er-Maschine. Zusätzliche Unterstützer des Teams sind bei Steinhausen aber weiter willkommen.
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Die Strecke mit ihren Tücken haben Pilot Harry Payne und Beifahrer Kevin Rousseau am letzten Wochenende jedenfalls schon ausgiebig in Augenschein genommen. Dabei flitzten Payne und Rousseau in einer nagelneuen Maschine über den Kurs. Für das letztjährige Modell interessierte sich ein französischer Sammler und diese Gelegenheit ließ sich Maik Steinhausen aus doppeltem Grund nicht entgehen: „Der Erlös legt den Grundstock für die Finanzierung der bevorstehenden Saison. Außerdem konnten wir das neue Motorrad weiter optimieren.“
Nümbrechter Rennstall spart am Gewicht
Konkret sei es vor allem darum gegangen, Gewicht zu sparen, um fahrverbessernde Zusatzgewichte einbauen zu können und trotzdem nicht über dem vorgeschriebenen Mindestgewicht von 370 Kilogramm zu landen, verrät Steinhausen. Das gelang, so der Eindruck nach den ersten Runden unter Rennbedingungen, außerordentlich erfolgreich. Maik Steinhausen ist jedenfalls rundum zufrieden und blickt nun gespannt auf den ersten direkten Schlagabtausch mit dem Team Gustoil Sidecar Racing um den Schweizer Markus Schlosser und die amtierenden Weltmeister, die britischen Brüder Tom und Sam Christie – beide Hauptkonkurrenten um den WM-Titel hatten sich gegen eine Generalprobe in Le Mans entschieden.
Neben der Technik sieht Steinhausen sein Team aber auch mental gut für die Saison gerüstet. Die Stimmung im Rennstall sei ausgezeichnet, betont der Nümbrechter. Dazu trug zum Beispiel auch bei, dass es am Sonntag in der Steinhausen-Box eine bunte Ostereier-Rallye gab. Ganz auf das Osterfest mussten die Seitenwagen-Piloten also nicht verzichten.

