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Jury-EhrenpreisFür den Sport holte sich Friedhelm Julius Beucher manche blutige Nase

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Friedhelm Julius Beucher mit dem Ehrenpreis aus Grauwacke in der Hand.

Die goldenen Boxhandschuhe fanden sich wieder auf der Grauwacke-Skulptur, die Friedhelm Julius Beucher als Jury-Ehrenpreisträger von Anja Lepperhoff überreicht bekam.

Die Jury der Sportlerwahl von Oberbergischer Volkszeitung und Oberbergischer Anzeiger zeichnete den langjährigen Sportfuntionär aus.

Die goldenen Boxhandschuhe, die Anja Lepperhoff mit auf die Bühne gebracht hatte, standen für Kampfgeist, Durchhaltevermögen, den Mut einzustecken und immer wieder aufzustehen. Die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Oberberg hielt die Laudatio auf Friedhelm Julius Beucher, den diesjährigen Jury-Ehrenpreisträger bei der Sportlerwahl von Oberbergischer Volkszeitung (OVZ) und Oberbergischer Anzeiger. Die Boxhandschuhe fanden sich wieder auf der individuell gestalteten   Skulptur aus Lindlarer Grauwacke, die der Ausgezeichnete   von der Vertreterin der Jury überreicht bekam.

Friedhelm Julius Beucher verdiente sich manchen Groschen mit Boxen

„Der Boxsport war mehr als nur eine Disziplin, er war die Schule fürs Leben“, erklärte Anja Lepperhoff. Über seinen Vater kam der Bergneustädter früh zum Boxen, da er aufgrund seiner „großen Klappe“ immer wieder mit Blessuren von Prügelleien nach Hause kam. Später kassierte der Junge zehn Pfennig, wenn er für andere jemanden verkloppte.

„Das mit dem Groschen ist heute verjährt“, erklärte der 79-Jährige mit einem Augenzwinkern. Und fügte hinzu, dass man   eben wenig Geld gehabt habe und die Kloppereien deutlich fairer als heute gewesen seien.

50 Jahre Vorsitzender des Kreissportausschusses

Früh übernahm Friedhelm Julius Beucher Verantwortung im Verein, im Verband und in der Organisation des Sports. Über 50 Jahre war er Vorsitzender des Kreissportausschusses. „Er hat Strukturen gestärkt, Vereine unterstützt und jungen Menschen eine Perspektive gegeben.“ Als Beucher in den Bundestag gewählt wurde, habe er sich für den Sport stark gemacht, das immer mit Blick auf die Basis.

1992 besuchte er als Bundestagsabgeordneter in Barcelona erstmals Paralympische   Spiele. Im Juni 2009 wurde der Bergneustädter zum Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS)gewählt. Er habe dafür gesorgt, dass die Paralympics dort angekommen seien, wo sie hingehörten, führte Anja Lepperhoff weiter aus: „Vom Frühstücksfernsehen ins Abendprogramm, in die Tagesschau, in die Mitte der Gesellschaft.“  

Nach 16 Jahren im Amt trat er nicht mehr zur Wahl an und wurde Ehrenpräsident. Auch in dieser Funktion zeigte er Haltung und kritisierte auch vor kurzem die Teilnahme russischer Athleten an den Paralympics in Italien.

In seinen Dankesworten appellierte Friedhelm Julius Becher anschließend, dass die Gesellschaft etwas tun müsse, da sie immer unbeweglicher werde. Das starte in den Kindergärten und gehe über die Vereine und da müsse die Politik dafür sorgen, dass der Sport frei zugänglich bleibe. „Sport ist Prävention, ist Lebensfreude und Berufsperspektive“, so Beucher.