Die Laienschauspieltruppe "Vürhang op" hat in Morsbach ein neues Stück auf die Bühne gebracht. Wir berichten von der umjubelten Premiere.
TheaterLaienschauspieler des Heimatvereins Morsbach sorgen für beste Laune

Reinhilde Reinlich (Ingrid Diederich) hat das Warnschild nicht rechtzeitig aufgestellt.
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Einen grandios lustigen Abend erlebten die Gäste der Premiere von „Hände hoch, wir sch(l)ießen!“ am Maifeiertag in der Kulturstätte Morsbach. Die Laienschauspieler von „Vürhang op“, der Theatergruppe des Heimatvereins Morsbach, schaffte es einmal mehr, ihr Publikum mit urkomischen Situationen nahezu ständig am Lachen zu halten.
Unter der Regie von Dirk Kamieth gewann die Komödie in drei Akten von Regina Harlander ein besonderes Amüsement durch die Einbindung von reichlich Lokalkolorit. Spielfeld ist das Büro der Morsbacher Sparbank. Im linksseitigen Bereich ist der „Kohlenschrank“ als Zugang zum Tresorraum zu sehen. Über den Bildschirm an der Wand flimmern die Entwicklung des MAX (Morsbacher Aktien-Index) sowie etwa die Kurse von „Mondplast“, „Alhoa“, „Brutto“ oder „Rehweh“.
Der Morsbacher Aktien-Index
Am Schreibtisch sitzen sich Betty Klein (Dagmar Hombach) und Melanie Geschwind (Nicole Selhorst) gegenüber. Schnell wird deutlich, dass ihnen die mit leckerem Inhalt gefüllte Bonbonniere auf dem Tisch wichtiger ist als das Tagesgeschäft.
So ist es kein Wunder, dass eine Kundenumfrage ihnen im Vergleich mit der benachbarten Reifenbank den Boden unter den Füßen wegzieht und die Filialschließung droht. Deren Leiter Gustav Eisenreich (Jens Mauelshagen) tobt und so planen die beiden Bankangestellten gemeinsam mit dem ständig klammen Pechvogel Fritz (Uwe Maulshagen) und der Reinigungsfachkraft Reinhilde Reinlich (Ingrid Diederich) einen fingierten Banküberfall als PR-Gag.
Allerlei Aufruhr
Zwischendurch sorgen der neugierige Vermieter Anton Hurtig (Carsten Stockburger) und die brutale Personalchefin Martha Pfahl (mit Sabrina Schneider und Melissa Braun unterschiedlich besetzt) gemeinsam mit ihrem psychisch erschöpften Assistenten Johannes Kraut (Kevin Brast) für allerlei Aufruhr, während die wohlhabende Frau von Reichenstein dem Filialleiter schöne Augen macht.
Der geniale Coup mündet jedoch in eine Katastrophe und nach der scheinbaren Auflösung gibt es ein überraschendes Finale, in dem Unglaubliches geschieht. Nach anhaltenden Applaus des Publikums verrät Souffleuse Bettina Grabowski begeistert: „Bis auf eine Passage musste ich praktisch keine Hilfestellung geben.“
Und Regisseur Dirk Kamieth resümiert schmunzelnd: „Aus cleverem Marketing wird Chaos mit Zinseszins – Ein Bankbesuch, der garantiert mehr Lacher als Rendite bringt.“ Er schildert, dass das 17-köpfige Ensemble rund acht Monate an dem Stück geprobt habe. Einschließlich Technik, Bühnenbau und Maske waren jedoch weit über 20 Mitwirkende beteiligt.
Kamieth erzählt, dass nach der Auswahl der Komödie, an der sich das ganze Team beteiligt hat, einmal wöchentlich geprobt wurde: „Bis auf die heiße Phase – da waren es drei Proben in der Woche.“ Besonders dankt er mehreren örtlichen Unternehmen für die Unterstützung beim Bühnenbau und den Vorbereitungen für die Aufführungen.
Weitere Aufführungen gibt es in dieser Woche, Donnerstag und Freitag, 7. und 8. Mai, jeweils um 19 Uhr, sowie am Samstag, 9. Mai um 17 Uhr. Einlass ist eine Stunde vor Beginn der gut dreistündigen Komödie. Für Donnerstag und Freitag sind noch Restkarten in der Morsbacher Brillenstube sowie an der Abendkasse erhältlich.
