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Kabarett über MusikJürgen Becker rockt das Burghaus Bielstein

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Ein Mann steht an einem Laptop und gestikuliert.

DJ Jürgen B. legt auf und los: Der Kabarettist belegte seine Ausführungen mit allerlei Songbeispielen.  

In seinem Programm „Deine Disco“ spricht Jürgen Becker beim Gastspiel im Bielsteiner Burghaus über den Groove und dessen politische Kraft. 

Musik ist Trumpf. Und Trost. Zu Beginn seines Programms „Deine Disco“ kündigte Jürgen Becker an: „In einer Zeit, in der alles schlecht geredet wird, will ich nicht auch noch den Finger in die Wunde legen, sondern mentale Aufbauarbeit leisten.“

Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker, der fast 30 Jahrelang die Mitternachtsspitzen im Fernsehen moderierte, hat einst die Kölner Stunksitzung mitbegründet und muss es wissen: „Am Anfang war nicht das Wort, sondern die Musik“, betonte der Kabarettist beim Gastspiel im Bielsteiner Burghaus. So erlebe jeder Mensch bereits im Mutterleib die „Bassdrum“ des Herzschlags. In der Schule gehe es weiter. Untersuchungen hätten ergeben, dass Kinder, die zweimal wöchentlich Musikunterricht haben, besser in Deutsch und Mathe sind. Schmunzelnd fügte er hinzu: „Und später auch im Bett.“

Pink Floyd und Rex Gildo

Von Tierknochen als den ersten Musikinstrumenten in der Steinzeit tastete sich Becker bis zum Album „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd vor, das damals in den USA Platz 1 in den Charts belegte, während es in Deutschland nur auf Platz 3 kam: „Hierzulande wusste man, was wirklich wichtig ist: ,Nonstop Dancing' von James Last auf Platz 2 und ,Fiesta Mexicana' von Rex Gildo ganz oben auf dem Siegertreppchen.“

Becker begleitete seine Ausführungen mit zahlreichen Einspielungen, deren Lautstärke er mit einem Gashebel wie auf einem Motorboot regulierte. Es sei bekannt, dass Musik Gemeinschaft schafft, deswegen gebe es auch so viele Heimatlieder. Diese Aussage belegte er mit einem Potpourri des deutschen Schlagersängers Heinz Georg Kramm: „Heino hat sich in jedes Mittelgebirge eingeschleimt.“

Amüsant analysierte Becker deutsche Volkslieder, die den Fleiß der Germanen besingen. Ganz anders im kölschen Liedgut, da ginge es nie ums Arbeiten: „Kumm, loss mer fiere op kölsche Aat.“ Musik ist eben Gesellschaftspolitik.

Über die textliche Untersuchung verschiedener Nationalhymnen gelangte Becker zur Bedeutung der E-Gitarre, die den Siegeszug der Flower-Power-Bewegung erst ermöglicht habe. Becker resümierte: Obwohl der Klimawandel immer weiter fortschreite, habe „Fridays for Future“ keine nachhaltige Resonanz gefunden. Das liege einfach daran, dass mit der Bewegung keine Musik verknüpft ist: „Ohne Groove kein Move.“

Der Wiehler Kulturkreis sorgt darum vor. Programmchef Hans-Joachim Klein hatte in seiner Begrüßung am Donnerstagabend im Bielsteiner Burghaus „eine gute und eine schlechte Nachricht“. Die schlechte sei, dass die Band „Mr. Tambourine Man“ für die Veranstaltung „A Tribute to Bob Dylan“ am kommenden Donnerstag abgesagt habe. Die gute, dass es die Musik von Bob Dylan dennoch gebe – mit der Band „Dylan's Dream“. Klein freute sich: „Dann haben wir sogar sechs anstelle von vier Musikern.“ Das nennt man mentale Aufbauarbeit mit Musik, ganz im Sinne von Jürgen Becker.


Lust auf Disco?

Das „Come In“ in Bergneustadt, Othestraße 28, lädt am Samstag, 7. März, zur „Box-Party“ ein. DJ Stiletto legt Dancehits aus drei Jahrzehnten auf, von Rock bis Techno. Einlass ab 22 Uhr. Eintritt acht Euro, Mindestverzehr sieben Euro. Das „Kesselhaus“ in Wipperfürth, Lenneper Straße 65, veranstaltet eine „2000er und 2010er Party“. Los geht es um 22.30 Uhr mit einer Happy Hour. Der Eintritt kostet acht Euro.

Das „B1“ in Gummersbach, Brückenstraße 1, kündigt erst für den kommenden Samstag an: „We are back“. Der Eintritt ist dann frei, weibliche Gäste bekommen einen Gratis-Willkommensdrink.