Am Wochenende (18. und 19. April) fand in der Gladbacher Stadtmitte die Mobilitätsmesse statt.
Mobilitätsmesse Gladbacher Offensive für zwei und vier Räder

Bummeln in der Fußgängerzone: Zahlreiche Autohäuser waren mit Infoständen vertreten
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E-Mobilität auf zwei und vier Rädern konnten die Bergisch Gladbacher am Wochenende erleben und anfassen in der Innenstadt. Auf der Meile entlang der Fußgängerzone stellten sich verschiedenste Fahrzeugmarken vor und luden ein zum Probesitzen und angeregten Gesprächen rund ums Thema. VW und Skoda sind beliebte Automarken der Gladbacher, wenn man das Stadtbild betrachtet.
Bei der Stein-Gruppe am Stand konnten Interessierte ganz verschiedene Modelle anschauen und sich Inspiration wie Expertise der Verkaufsberater Vedran Kosic und Harun Abil einholen. Fragen über Reichweite, die Ladegeschwindigkeit oder über den Kofferraum waren dabei die meistgestellten.
„Die Gladbacher sind auf neuste Technologie fixiert. Im Gegensatz zur Großstadt ist hier Platz, private Haushalte sind besser vorbereitet, denn Baumaßnahmen sind besser umsetzbar, um Plug-in, Hybrid oder Elektrofahrzeuge anzuschaffen“, so die Verkaufsberater. „Viele Kunden entscheiden sich für das höher gelegene Segment, SUV„s sind beliebt im Bergischen“, beobachten sie.
Automarke als Neuzugang
„Und die Umgebung ist hier gut ausgestattet mit Ladestationen. Allerdings machen sich potenzielle Kunden auch Gedanken, wie es mit der Elektromobilität weitergeht. Viele leasen lieber als zu kaufen“, so Kosic und Abil über ihre Eindrücke und trafen auf neugieriges Publikum an ihrem Stand. Gleich am Anfang der Meile präsentiere BYD verschiedene Fahrzeuge.
Diese fielen auf, denn die chinesische Marke ist auf dem deutschen Markt noch relativ neu, das Verkaufshaus in Köln-Porz erst kürzlich eröffnet worden. Daniel-Malick Ossinondé und Simon Oeldemann vertraten die Marke erstmals in Gladbach und freuten sich über den Andrang am Stand, wo viele Spaziergänger ihr Fragezeichen im Kopf gegen neu errungenes Wissen tauschten.
Die Angst verlieren
„Die Leute sollen die Angst davor verlieren, dass es ein Auto aus China ist, dabei sind wir weltweiter Marktführer für Hybrid- und Elektrofahrzeuge“, luden sie ein zum Probe sitzen. „Die Batterien unserer Fahrzeuge sind bekannt, andere Hersteller profitieren von der Technologie. In Berlin fahren übrigens auch schon Busse von BYD“, setzten sie ein Statement. Robert schlenderte mit seinem Vater über die E-Mobilitätsmesse und blieb interessiert am Stand stehen, schaute sich die Fahrzeuge genauer an.
„Eigentlich wollten wir nur was essen, wir wussten gar nicht, dass heute Messe ist, aber das passt gut, denn wir interessieren uns für Autos“, waren die beiden gleich mit Eifer bei der Sache. „Es ist interessant, was alles angeboten wird, es ist nicht günstig. Aber wir sind uns nicht sicher, ob die Förderung beim Großteil der Bevölkerung angekommen ist. Wir haben beide E-Autos bestellt und bekommen jeweils 5000 Euro Förderung“, fühlen sich die beiden gut informiert.
Zukunftsprognosen gefragt
„Eine Messe zur E-Mobilität ist super, man muss hybrid gehen, denn hier kann man sich in die Fahrzeuge setzen. Ich bin vielleicht noch Old-Generation, aber für mich ist klar: Was ich kaufe, will ich angefasst haben“, war der Vater überzeugt. Schnell kam das Vater-Sohn-Gespann ins Gespräch mit Fabian.
„Ich bin eigentlich nur hier, um zu fachsimpeln über Autos“, grinste er und freute sich über die gute Gesellschaft. „Es ist eine Frage der Zeit mit der Ladefunktion, dann sind die Autos in fünf Minuten voll“, wagte er eine Prognose in die Zukunft. Zukunftsorientiert sind vor allem junge Leute, das hat zumindest Thorsten Kölsch von Velokölsch festgestellt.
E-Bikes für Kinder
Bei ihm am Stand waren verschiedene Elektrofahrräder ausgestellt. „Viele Jugendliche entscheiden sich mittlerweile für E-Bikes statt Mofas. Ich denke auch, das kommt von den Jugendlichen selbst und nicht von den Eltern. Wir haben oft Praktikanten in der Firma, da ist der eindeutige Tenor, dass ein Fahrrad günstiger, nicht so teuer und trotzdem schnell ist. Die jungen Leute haben den Fokus auf dem Nachhaltigkeitsaspekt“, stellte er fest.
Corona sei ausschlaggebend gewesen für die Gladbacher, sich ein E-Bike anzuschaffen. „Das waren für uns goldene Zeiten. Sie konnten ja nicht in Urlaub fahren. Im Nachgang kriegen wir allerdings die Quittung, der Markt scheint sich gesättigt zu haben“, hat er beobachtet.
Elektroräder gebe es mittlerweile bereits für die Kleinsten und diese würden auch gekauft, das sieht der Fahrradexperte allerdings etwas kritisch: „Die Industrie reagiert auf sowas. Kinder sollen sich allerdings bewegen und strampeln, mehr normal pedalieren“, hat Kölsch den Markt im Blick.
Der Samstag stand für Thorsten Kölsch unter dem Motto „Ich zeig mich mal“, am Sonntag war er dann ein stolzes Teil des Fahrradmeeres auf dem Konrad-Adenauer-Platz inmitten der Fahrradmesse.

