Ausschuss für Mobilität wehrt sich dagegen, dass der Kreis bei der KVB-Linie 1 und beim Schnellbus sparen will.
Bergisch GladbachPolitik kritisiert Kürzungen bei Bus und Bahn

Die Sparpläne des Rheinisch-Bergischen Kreises betreffen auch einige Buslinien in Bergisch Gladbach.
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Die Kürzungen, die der Rheinisch-Bergische Kreis beim Bus- und Bahnverkehr vorhat, stoßen bei den Mitgliedern des Ausschusses für Mobilität und Infrastruktur in Bergisch Gladbach auf heftige Kritik. Jonathan Ufer (Grüne) nennt die Streichliste „eine wahre Liste des Schreckens“. Jede einzelne Seite des 52-seitigen Sparprogramms bedeute eine Verschlechterung des ÖPNV-Angebots.
Wie berichtet, plant der Rheinisch-Bergische Kreis zur Haushaltskonsolidierung, an 36 Stellen bei Bus und Bahn im Kreisgebiet einzusparen. Ein erster Vorschlag liegt jetzt vor. Beschlossen ist noch nichts. Die Kommunen können noch ihre Stellungnahmen abgeben.
Takt der KVB-Linie 1 soll verlängert werden
Insbesondere in Hinblick auf die ständigen Einschränkungen für Pendler, die die S-Bahn-Linie 11 in Richtung Köln nutzen, mahnen die Fraktionen dazu, einige Entscheidungen zu überdenken. Die Grünen raten sogar dazu, einen Appell zu formulieren. Dazu kommt es aber am Ende nicht.
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In der Kritik stehen vor allem Abstriche, die bei zwei Verkehrsprojekten drohen. Der Kreis beabsichtigt, den Takt der KVB-Linie 1 für die Strecke auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet an Wochentagen und an Wochenenden deutlich zu verlängern. 50.000 Euro könnten auf diese Weise eingespart werden.
Das ist ein Skandal. Einerseits proklamiert man, auf das Auto zu verzichten und dann passiert so etwas
Die Fahrten der Schnellbus-Linie SB 40 von Bensberg nach Köln sollen ebenfalls ausgedünnt werden. Das Einsparpotenzial hier beträgt 60.000 Euro. Gerade diese beiden Angebote sollten aus Sicht des Ausschusses unbedingt im vollen Umfang bestehen bleiben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der S-Bahn-Linie 11 Sperrzeiten von bis anderthalb Jahren drohen während der Bauarbeiten fürs zweite Gleis.
„Das ist ein Skandal. Einerseits proklamiert man, auf das Auto zu verzichten und stattdessen den ÖPNV zu nutzen. Und dann passiert so etwas“, fordert Hermann-Josef Wagner (CDU) die Kreisverwaltung auf, die Einsparungen noch einmal zu überdenken und nachzusteuern: „Das ist nicht zu vertreten.“
Kreis hat die Ausgaben für Bus- und Bahnverkehr erhöht
Sein CDU-Fraktionskollege Harald Henkel hält dem Kreis zugute, dass er seine Ausgaben für den Bus- und Bahnverkehr in den letzten zehn Jahren von 8 Millionen auf 24 Millionen Euro erhöht habe. Zu bedenken gibt er auch, dass die Stadt Bergisch Gladbach ebenfalls von den Einsparungen profitiere, die der Kreis vornehme.Denn die Stadt finanziere den Kreis über die Kreisumlage mit.
Ute Stauer (SPD) hält die Streichungen für existenzbedrohend für die Gruppe der Auszubildenden, die nicht mehr zu ihren Ausbildungsplätzen kämen. Gerade die KVB-Linie 1 und der SB 40 dürften nicht geschwächt werden.
Willi Schmitz, Leiter des Ratsbüros, kündigt an, dass sich Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) mit den anderen Bürgermeistern im Kreis abstimmen werde. Erst danach werde die Stadt in die Verhandlungen mit dem Kreis eintreten. Schmitz versichert den Fraktionen, dass alle von ihnen geäußerten Bedenken mitgenommen und vorgebracht würden.

