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GedenkenSo haben Schülerinnen eine Fahrt nach Auschwitz erlebt

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Eine Gruppe läuft durch ein Stammlager in Auschwitz unter einem Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" durch.

m Stammlager Auschwitz I läuft die Gruppe durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“.

Klassenstufe 12 des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums erlebt eine Gedenkstättenfahrt, die in Erinnerung bleibt.

Gerade in heutigen Zeiten ist es besonders wichtig, an die Verbrechen des Holocaust zu erinnern und dafür zu sorgen, dass sich solche Gräueltaten nie mehr wiederholen. Mit dieser Verantwortung haben sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) im Projektkurs Deutsch-Geschichte „Gegen das Vergessen“ intensiv auseinandergesetzt. Höhepunkt des Kurses sei eine Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim und Krakau gewesen. In einem Bericht schildern die Schülerinnen Annika Gohrbrandt und Franziska Königshofen ihre Eindrücke von der Reise.

Seit den Sommerferien hätten sich die Teilnehmenden mit Antisemitismus und dem Holocaust beschäftigt. Dabei seien sowohl Perspektiven der Opfer als auch der Täterinnen und Täter beleuchtet worden. Zudem hätten die Schülerinnen und Schüler eigenständig zu Biografien von Auschwitz-Überlebenden recherchiert.

Die Dimensionen des Verbrechens

Am ersten Tag   habe die Gruppe das Stammlager Auschwitz I besucht. Bereits zu Beginn der Führung habe ein Tunnel, in dem die Namen der Opfer verlesen worden seien, die Dimension des Verbrechens eindrücklich verdeutlicht. Im Lager selbst hätten sie unter anderem Gefängniszellen und Baracken besichtigt. Besonders eindrucksvoll sei für sie gewesen, dass das Lager auf den ersten Blick wie eine strukturierte Stadt gewirkt habe – ein Kontrast zu den dort begangenen Verbrechen.

Auch die Ausstellungen hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gezeigt worden seien unter anderem Haare sowie tausende persönliche Gegenstände der Opfer. Dahinter hätten die Schülerinnen und Schüler die individuellen Lebensgeschichten erkannt, die gewaltsam beendet worden seien: „Uns wurde bewusst, dass hinter all diesen Gegenständen Menschen mit eigenen Identitäten, Leben und Träumen, welche ihnen viel zu früh gestohlen wurden, stehen“, heißt es im Bericht.

Ein Ort systematischer Vernichtung

Am zweiten Tag habe die Gruppe das Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau besucht. Im Unterschied zum Stammlager sei deutlich geworden, dass es sich um einen Ort systematischer Vernichtung gehandelt habe. Die einfachen, zugigen Holzbaracken hätten die unmenschlichen Lebensbedingungen verdeutlicht.

Besonders bewegend sei für die Gruppe eine Vitrine mit im Boden gefundenen Alltagsgegenständen gewesen. Diese hätten symbolisiert, wie schnell persönliche Geschichten in Vergessenheit geraten könnten – und zugleich als Appell gewirkt, diesem Vergessen entgegenzutreten.

Erlebnisse künstlerisch verarbeitet

Ein weiterer Programmpunkt habe die Ausstellung des Künstlers Marian Kołodziej in Harmeze umfasst. Der Auschwitz-Überlebende habe seine Erlebnisse erst Jahrzehnte nach dem Krieg künstlerisch verarbeitet. Seine Werke hätten die Gruppe tief erschüttert, da sie sowohl das Leid der Häftlinge als auch die Beziehungen zu Kapos und SS-Offizieren eindringlich darstellten.

Am letzten Tag habe die Gruppe eine Synagoge in Oświęcim besucht und an einer Stadtführung teilgenommen. Diese habe verdeutlicht, dass die Stadt mehr sei als ein Synonym für das Konzentrationslager sei und eine eigene Geschichte besitze.

Eindrückliche Erzählungen einer Überlebenden

Anschließend sei die Gruppe nach Krakau gereist. Dort habe sie das Galicia Jewish Museum besucht und die Holocaust-Überlebende Anna Janowska-Ciońćka kennengelernt, die ihre bewegende Geschichte mit ihnen teilte. Ihre Erzählungen seien besonders eindrücklich gewesen, vor allem diese Worte: „Was einmal passiert ist, kann sich wiederholen.“

Nach vier Tagen sei die Gruppe schließlich nach Bergisch Gladbach zurückgekehrt.

Halt in herausfordernden Momenten

In ihrem Bericht danken die Schülerinnen den Beteiligten, die die Reise ermöglicht haben – insbesondere den Lehrkräften und Teamerinnen, die ihnen in den emotional herausfordernden Momenten Halt gegeben hätten. Ein besonderer Dank gelte zudem ihrer Lehrerin Frau Petri, die den Projektkurs initiiert und die Fahrt vorbereitet hatte.

Die Reise sei für die Schüler eine prägende und lehrreiche Erfahrung gewesen und ein Appell, Verantwortung zu übernehmen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.