Blau-Weiß gibt eine Führung aus der Hand – Zwanziger machen es in Siegburg besser
Fußball-Mittelrheinliga:Königsdorf geht die Luft aus

Aus der U19 gekommen etabliert sich Offensivkraft Leo Kirnich (r.) in Königsdorfs Startelf.
Copyright: Herbert Bucco
Von den Frechener Fußball-Mittelrheinligisten machen nur die Zwanziger ihre Fans glücklich und kehren mit einem Remis vom Tabellendritten aus Siegburg zurück, der TuS Blau-Weiß verpasst einen Punktgewinn auf der heimischen Anlage in der Pfeilstraße.
Siegburger SV – SpVg Frechen 20 1:1 (0:0). Durch einen Strafstoß, verursacht von Leon Ruhrig am Ex-Kollegen Kelana Mahessa, der ihn zudem noch sicher verwandelte führten die Gastgeber. Es war eine schlaue Aktion des Siegburger Spielmachers, der den Kontakt suchte und ausnutzte.
Diese Führung war aber auch absolut verdient, gemessen an den Großchancen. Die Defensive der Zwanziger hatte bis dahin alles wegverteidigen können. Es war nun eine Frage der Zeit, bis der Ball im Gästetor landete. Ikuto Tokumoto besaß bis dahin aus spitzen Winkel die einzige Chancen für die Zwanziger.
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Einem Spitzenspiel würdig
Natürlich steigerten sich die Frechener nach dem Rückstand und wurden tatsächlich belohnt. Ein schnell ausgeführter Freistoß des Japaners Tokumoto und Tobi Stecker fand, den Goalgetter vom Dienst, Patrick-Friesdorf-Weber, der zum Ausgleich einnickte.
Für Frechens Coach Okan-Tamer Özbay war es ein Topspiel auf hohem Niveau mit einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, auch wenn sich alles in der eignen Hälfte abspielte: „Die zweite Hälfte war praktisch eine Blaupause der ersten. Nur diesmal hatten die Siegburger einige wirkliche Großchancen. Durch diese Phase war das Remis dann auch irgendwie verdient.“
SpVg Frechen 20: Hill, Tykhonow, Ruhrig, Dilley, Taskale (70. Agirbas), Doll, Friesdorf, Stecker, Tokumoto, Ali, Vogel.
TuS BW Königsdorf – FC Hennef 1:2 (1:1). In Königsdorf hatten die Gastgeber zunächst Mühe, ins Spiel zu finden. Vieles blieb Stückwerk und war zu fehlerhaft. Der Plan war es, Hennefs Pressing-Linie mit langen Bällen, am besten über die Flügel in den Rücken der Abwehr, zu gelangen. Nach einer Viertelstunde nutzte Kapitän Noah Can Kürmali den ersten vernünftigen langen Ball und setzte sich gegen den schlecht postierten FC-Abwehrboss Abdul-Wahid Wendelassida Bance durch und schloss ins kurze Eck ab.
Dieser Treffer gab Selbstvertrauen und fortan kombinierten sich die Blau-Weißen deutlich besser und effektiver durch das Gästemittelfeld. Hennef war vom Gegentor regelrecht geschockt und kam so gar nicht richtig ins Laufen. Hinzu gesellten sich fatale Schwächen im Abschluss. Oshomah Ichue glich mit der ersten echten Möglichkeit noch vor dem Pausentee glücklich aus.
Spiegelbild
Die zweite Hälfte war ein Spiegel der Ersten. Erneut war es Spiel- und Anführer Kürmali, der dem Gegner den Ball klaute und allein auf den Keeper zulief, den er dieses Mal nur anschoss. Anschließend setzte sich Timo Agaltsev über rechts durch, passte zurück an die Strafraumgrenze auf Yuki Koyama, der die Kugel dann ans Lattenkreuz hämmerte.
Königsdorf verlegte sich weiter komplett auf Umschaltmomente. Nach einem Fehler im eigenen Spielaufbau auf der Sechser-Positionen entstand viel Raum im Zentrum und auf dem nassen Kunstrasen traf erneut Ichue zum Dreier.
Neuer Assistenztrainer
Nach einer bösen Grätsche von hinten, wofür es die Rote Karte (87.) gab, gerieten die Gäste in Unterzahl. Hennefs Trainer Nils Teixeira kassiert wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte. „Hennef hat unsere Fehler genutzt. Eine Remis wäre gerecht gewesen“, betonte TuS-Coach Takahito Ohno, der ab sofort Nico Wallraf als neuen Co-Trainer begrüßt.
TuS BW Königsdorf: Kuzub, Murad, Khvedelidze, Hoge, Lamberz (73. Pesch), Agaltsev (60. Ikai), Kirnich, Marnu (80. Güllü), Kürmali, Ploch, Koyama (75. Mvutu).
