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GertrudenhofRoboter „Hainrich“ zieht Blicke beim KI-Frühlingsfest in Hürth auf sich

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Das Foto zeigt den Roboter vor der Auslage auf dem Gertrudenhof.

Hainrich, der Roboter – die Schreibweise mit AI steht für Artificial Intelligence –, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung auf dem Gertrudenhof.

Fachleute vom digitalen Campus AI Village demonstrieren auf dem Erlebnisbauernhof, was man mit Künstlicher Intelligenz anstellen kann. 

Manchmal kippte Hainrich fast um, aber fing sich jedes Mal wieder. Er winkte, verteilte Luftküsse und warf seine silbernen Ärmchen in die Luft. Klingt fast menschlich, nur ist Hainrich ein Roboter, der mit Künstlicher Intelligenz programmiert wurde. Beim KI-Frühlingsfest am Wochenende auf dem Erlebnisbauernhof Gertrudenhof konnten die Besucherinnen und Besucher sich einen Eindruck verschaffen.

In ungezwungener Atmosphäre ermöglichten Fachleute vom AI Village, dem Innovationscampus für Künstliche Intelligenz und Robotik auf dem Euronova Campus in Kalscheuren, einen niedrigschwelligen Zugang. So ließ sich auf dem Bauernhof zwischen Bioäpfeln und Reibekuchen die Bedienung und Entwicklung von KI mitverfolgen.

Hürth: Kinder komponierten Lieder mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz

Auch für Kinder gab es viel zu entdecken. Sie konnten zum Beispiel mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ein Lied erschaffen. In sogenannten Prompts gaben sie vor, wie der Song klingen und welche Themen darin vorkommen sollten, und konnten sich dann nach zwei, drei Minuten das Ergebnis anhören. Ähnlich funktionierte das auch beim Generieren von Bildern.

„Uns war es wichtig, dahin zu kommen, wo die Menschen sind. Wir wollen, dass sie eine Nähe zu neuen Technologien aufbauen können und verstehen, was KI überhaupt macht. Auch um den Menschen die Skepsis zu nehmen“, sagte Valentina Kerst, Ansprechpartnerin und Senior Partner Managerin im AI Village. Und während manche ihren Wirsing in den Einkaufskorb legten, fingen andere sogleich an, zu prompten oder den Fahrsimulator auszuprobieren.

Hürth: Team des AI Village klärte über Chancen von KI und Robotik auf

Viele der Menschen, die das AI Village besuchen, seien verwundert, aber interessiert, sagte Kerst. Das Team versuche, zwischen Angst, Bedenken, Neugierde und Interesse zu vermitteln. „Wir müssen schauen, wie wir uns die Technologie zunutze machen können. Auch mit Blick in die Zukunft müssen wir schauen, wie wir mit der alternden Gesellschaft umgehen. Auch körperlich schwere oder monotone Arbeit, für die es künftig immer weniger Fachkräfte geben wird, kann durch Robotik erfüllt werden“, erklärte Kerst.

Zwischen Roboter Hainrich und dem Fahrschulsimulator stand Veronika Hagelstein, die mit ihren Kindern das KI-Frühlingsfest besuchte. Sie selbst sei für neue Technologien offen, und sie empfinde es als wichtig, dass ihre Kinder früh den Umgang mit Künstlicher Intelligenz lernen. „Die Kinder sollten ein Gefühl entwickeln, derartige Technologien bewusst zu nutzen.“

Der Nachwuchs hatte vor Hainrich, dem Roboter, jedenfalls keine Angst: „Ich finde den super, aber manchmal habe ich Angst, dass der umkippt.“ Zwar fing sich Roboter Hainrich immer wieder, denn so ist er programmiert, doch wurde er nach zwei, drei Stunden schwach. Ermüdet vom Winken und Tanzen, wurde er vom Team in den Liegestuhl gesetzt, wo der 1,40 Meter große Roboter in Ruhe seinen Akku aufladen und Kraft tanken konnte, bevor er den nächsten Kindern einen Wink in die Zukunft gab.