Die schwierigen Ermittlungen in den Trümmern der beiden niedergebrannten Lagerhallen in Kalscheuren ergaben keinen Hinweis auf eine Straftat.
Technischer Defekt als UrsacheStaatsanwalt schließt Akte nach Großbrand in Hürth

Extreme Hitze, lodernde Flammen: 100 Feuerwehrleute waren am 26. Januar in Hürth im Einsatz.
Copyright: Margret Klose
Sieben Wochen nach dem verheerenden Brand der Lagerhallen des Online-Unternehmens Omnideal in Hürth-Kalscheuren hat die Staatsanwaltschaft Köln das Verfahren eingestellt. Pressesprecher Sinan Șengöz erklärte auf Anfrage dieser Redaktion, dass keine Anhaltspunkte für eine Straftat beziehungsweise ein strafrechtlich relevantes Verschulden ersichtlich gewesen seien. Auch wenn sich letztendlich die Brandursache nicht mehr bis ins Detail feststellen lasse, sei davon auszugehen, dass ein technischer Defekt als Brandursache denkbar sei.
Das Feuer war gegen 12.30 Uhr in den Lagerhallen ausgebrochen, in direkter Nachbarschaft zum Euronova Campus an der Hasenkaule. Darin befanden sich Verpackungsmaterialien. Trotz der gewaltigen Hitze und der hohen Flammen gelang es den Feuerwehrleuten, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarbebauung zu verhindern. Nicht verhindern konnten die Einsatzkräfte, dass das Hallendach einstürzte.
Hürth: Löscharbeiten dauerten mehr als drei Tage
Die Löscharbeiten dauerten länger als drei Tage. Das Feuer zerstörte die gewaltigen Hallen und das komplette Inventar des Unternehmens. Mit fünf Radladern war das Technische Hilfswerk (THW) an den beiden Tagen nach dem Brand im Einsatz. Es fuhr das teils noch glimmende Brandgut in kleinen „Portionen“ aus den Trümmern der Halle, wo es von Feuerwehrleuten separat gelöscht werden konnte.
Weil zunächst unklar war, was in den Hallen gelagert wurde, setzten die Behörden über die Warn-Apps Nina und Katwarn eine Meldung an die Bevölkerung ab: Es komme zu Geruchsbelästigungen und Rauchniederschlag. Anwohner sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten und Fenster sowie Türen geschlossen halten.
Noch am Tag danach gab es Hinweise: Ausdrücklich wurde davor gewarnt, die Flocken des Löschschaums, die durch die geänderte Windrichtung in Richtung Hürth-Zentrum wehten, zu berühren. Es sei nicht auszuschließen, dass Rußpartikel an ihnen haften. Auch die Feuerwehr Köln hatte gewarnt: In Godorf, Rodenkirchen und angrenzenden Bereichen war es durch den Brand zu Geruchsbelästigung gekommen und hatte sich Rauch ausgebreitet.

