Der Angeklagte aus Wesseling steht auch wegen Waffenbesitzes vor Gericht. „Falsche Freunde“ hätten ihn zum Konsum verführt.
Prozess in Köln33-Jähriger aus Wesseling räumt Besitz von Heroin ein, nicht aber Handel

Bewaffneten Besitz und Handel mit rund 32 Gramm Heroin legt die Staatsanwaltschaft einem 33-Jährigen aus Wesseling vor. (Symbolbild)
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Bewaffneten Besitz und Handel mit rund 32 Gramm Heroin legt die Staatsanwaltschaft seit Mittwoch einem 33-Jährigen aus Wesseling vor. Im Juni 2025 hatten Polizeibeamte bei einer Durchsuchung in den Räumlichkeiten des Angeklagten in der Wohnung der Mutter den Stoff in einem Schlafzimmerschrank gefunden. Zudem fanden die Beamten noch einen Schlagring, einen Schlagstock und mehrere Klappmesser.
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sei das Heroin zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt gewesen. „Der Schlagring in einer Jacke an einem Haken der Zimmertüre, der Teleskopschlagstock sowie ein Klappmesser befanden sich jederzeit griff- und einsatzbereit in unmittelbarer Nähe zum aufgefundenen Heroin“, sagte der Staatsanwalt bei der Anklageverlesung am Mittwoch.
In einer von Verteidiger Sebastian P. Holbeck verlesenen Erklärung räumte der 33-Jährige den Vorwurf des Drogenbesitzes ein. „Der Mandant hat das Betäubungsmittel besessen. Und wenn er sie behalten hätte, hätte er sie mit der Zeit selbst konsumiert“, sagte Holbeck. Der 33-Jährige bestritt aber, dass er mit dem Heroin habe handeln wollen. Dass er 32 Gramm besessen habe, habe an seiner Vorratshaltung gelegen.
Mandant fand Schlagring laut Verteidiger vor drei Jahren auf dem Müll
Den Stoff habe er wenige Tage vor der Durchsuchung für 650 Euro am Kölner Neumarkt erworben, erklärte der 33-Jährige die sichergestellte Menge Heroin, die laut Anklage die nicht geringe Menge von 1,5 Gramm – also jene Menge, bei der Drogensüchtige in der Regel straffrei bleiben – um rund das Achtfache überschritt.
Zu dem Schlagring erklärte der Verteidiger: „Die Polizei hätte den in der Jacke am Haken nie gefunden, wenn der Mandant sie nicht drauf hingewiesen hätte.“ Den Schlagring habe der Mandant vor drei Jahren auf dem Müll gefunden und an sich genommen.
Laut den weiteren Ausführungen des Verteidigers sei der in Kirgisien geborene Mandant, der mit seiner Familie 1998 als Spätaussiedler in die Bundesrepublik gekommen war, 2005 im Alter von 23 Jahren gleich mit dem Konsum von Heroin eingestiegen. „Das ist eine eher seltsame Drogenkarriere“, sagte Holbeck, der darauf verwies, dass der klassische Weg zu Drogen wie Heroin üblicherweise über den übermäßigen Konsum von Alkohol oder Cannabis führe.
Der Angeklagte erklärte, dass „falsche Freunde“, „schlechter Umgang“ und „Neugierde“ ihn zum Heroinkonsum geführt hätten. „Anfangs denkt man, man hat keine Probleme mehr, als wenn man in einer Wolke ist. Alles fühlt sich leicht an“, beschrieb er seine ersten Heroineindrücke.
Schnell werde die Sucht aber zum Fluch, weil man sich elend fühle aufgrund des Suchtdrucks und dann nicht mehr anders könne, als Heroin zu nehmen, damit es einem wieder besser geht. „Man muss es nehmen, damit man funktioniert, damit es einem nicht schlecht geht“, sagte der 33-Jährige. Am Freitag soll es ein Urteil geben.

