Nach dem Abitur am CJD Gymnasium spielte die 21-Jährige ein Jahr lang in Denver am College Tennis.
Nächstes Ziel im BlickTennisspielerin aus Königswinter für European University Games qualifiziert

Tennisspielerin Anastasia Simonov aus Königswinter studiert in Köln Sportjournalismus.
Copyright: University of Denver
Tennis ist für sie eine Leidenschaft. Anastasia Simonov zeigt, dass der Spitzensport sehr erfolgreich mit einem anspruchsvollen Studium verbunden werden kann. Die 21-Jährige aus Königswinter reflektiert genau, wie ihr Leistungsstand ist und weiß, was im Leben wichtig ist.
„Ich habe immer Tennis gespielt, weil es mir Spaß gemacht hat. Ich bin dann schleichend immer besser geworden“, erklärt sie. Natürlich sei Tennis-Profi zu werden als Kind ein Traum gewesen. Doch nach dem Abitur und einem einjährigen College-Aufenthalt in Denver liegt der Schwerpunkt derzeit auf dem Studium an der Universität in Köln.
Studium in Köln an der Sporthochschule
Seit 2024 studiert sie an der Deutschen Sporthochschule den Studiengang Sportjournalismus und peilt nach einem geplanten Abschluss im Jahr 2027 eine Karriere als Sportmoderatorin an. „Am liebsten würde ich später bei renommierten Sendern Tennis moderieren“, hat Anastasia Simonov ein klares Ziel.
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Als Universitäts-Nationalspielerin durfte Anastasia Simonov (zweite von rechts) hnter der deutschen Flagge einlaufen.
Copyright: Etienne Jeanneret
Im Alter von sechs Jahren nahm sie zum ersten Mal den Schläger in die Hand und begann mit dem Kindertraining bei RW Bad Honnef. Bei den ersten Trainingseinheiten im Verein zeigte sich ihr Talent schon und mit elf Jahren fing sie mit dem Bezirkstraining in Hennef an. Mit 14 Jahren wechselte sie bereits in die Tennis-Hochburg RTHC Bayer Leverkusen und wurde zeitgleich in den Tennisverband Mittelrhein aufgenommen.
Mit nur 15 Jahren bekam sie bereits ihren ersten Einsatz in der ersten Damen-Mannschaft. „Ich weiß nur noch, dass ich sehr nervös war“, erinnert sich Anastasia Simonov lachend an ihr erstes Zweitliga-Spiel bei den Damen.
Von Trainer Dominik Meffert viel gelernt
Der nächste Meilenstein in ihrer Karriere war mit 16 Jahren der Wechsel nach Rheinland-Pfalz in das Landesleistungszentrum des Tennisverbandes Rheinland. Hier hießen ihre neuen Trainer Dominik Meffert, Sascha Müller und Dennis Gilberg die sehr viel zu ihrem Fortschritt beigetragen haben.
Zu dem mittlerweile 44-jährigen Ex-Profi Meffert pflegt sie noch heute gute Kontakte. „Er ist leider nicht immer in der Region, aber gelegentlich trainieren wir zusammen“, fügt sie an. Meffert betreut als Trainer mehrere Tennisprofis, unter anderem auch das derzeit sehr erfolgreiche deutsche Spitzendoppel Kevin Krawitz und Tim Pütz.
Außerdem spielten die saarländischen Trainer Pascal Benz und Moritz Pfaff, bei denen Anastasia Simonov einige Trainingslager gemacht hat, eine besondere Rolle in ihrer bisherigen Tenniskarriere.
Simonov ging mit Vollstipendium ein Jahr an die University of Denver
Dabei ist ihr das Sporttalent in die Wiege gelegt. Ihr Vater war ein Bundesliga-Ringer in Thüringen und fungiert heute als Sportlehrer an einem Gymnasium. Ihre drei Jahre ältere Schwester Katya war bis zum Einstieg ins Berufsleben eine sehr erfolgreiche Fünfkämpferin, die sogar auf internationaler Ebene Erfolge feierte.
Trotz des eng getakteten Tagesablaufs und den vielen Stunden auf dem Tennisplatz hat Anastasia Simonov im Jahr 2022 ein sehr gutes Abitur an dem CJD Königswinter absolviert. Danach ging es für ein Jahr zur University of Denver, um mit einem Vollstipendium Division 1 College-Tennis zu spielen. „Das war schon eine ganz andere Intensität. Natürlich war man morgens an der Uni, aber der Sport hat einen noch höheren Stellenwert eingenommen, als das in Deutschland der Fall war“, erklärt sie.
Mit der momentanen Position ist es nicht so leicht, in Turnierfelder zu kommen
Der größte sportliche Erfolg in den USA war der Sieg bei dem D1 College-Turnier Bedford-Cup. Neben weiteren Turniererfolgen wurde sie mit der College-Mannschaft Conference-Meisterin. Es gab zudem auch als Auszeichnung vom Uni-Präsidenten einen Anerkennungsbrief als Vorbildstudentin für den bestmöglichen Notendurschnitt.
Zurück in Deutschland und mit dem Beginn des Studiums an der Sporthochschule gewann Anastasia Simonov mit der Kölner Hochschulmannschaft im vergangenen Jahr die Deutsche Meisterschaft im Mixed. Aufgrund ihrer Leistungen wurde sie für die Universiade nominiert und durfte bei den World University Games 2025 erstmals Deutschland vertreten. Im Dezember 2025 nahm sie mit dem Uni-Nationalteam in Frankreich an der Uni-WM teil und belegte mit der deutschen Mannschaft den fünften Platz.
Beste Platzierung in der deutschen Frauen-Rangliste war Platz 88
Auch wenn der Schwerpunkt derzeit ganz klar auf den Beruf gelegt ist. Ziele im Tennis hat Anastasia Simonov noch einige und mit 21 Jahre ist sie im besten Tennis-Alter. Nach ihrer Rückkehr aus den USA spielte die 1,75 Meter große Rechtshänderin für BW Köln in der 2. Bundesliga und ist vor kurzem zu RW Köln gewechselt. „Sicherlich möchte ich gerne mal irgendwann erste Bundesliga spielen“, sagt sie, die den Vorhand longline als ihren Paradeschlag bezeichnet.
Außerdem wolle sie in der bevorstehenden Sommersaison erstmals ein paar internationale Damen-Turniere spielen. „Mit der momentanen Position ist es nicht so leicht, in Turnierfelder zu kommen“, hofft sie vielleicht auf die eine oder andere Wildcard bei einem Weltranglistenturnier in der Region.
In der Deutschen Frauen-Rangliste war Anastasias beste Platzierung bislang Rang 88. Durch den Sieg im vergangenen Sommer bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften hat sie sich für die European University Games 2026 in Italien qualifiziert. „Eine Medaillie zu holen ist schon das Ziel“. Wenn Simonov nach dem Studium die Chance hat, sich ganz auf Tennis zu fokussieren, möchte sie sich in die Top 50 der Frauen in Deutschland spielen und sich in der Weltrangliste etablieren.
Der sportliche Erfolg ist ihr zu gönnen. Doch auch wenn es bei ihren bisherigen Erfolgen bleiben sollte, Tennis wird in ihrem Leben immer eine ganz wichtige Rolle spielen und vielleicht gelingt ihr der Sprung im Sport-Journalismus. Als Tennis-Moderatorin weiß sie sicherlich genau, wovon sie spricht.

