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0:0 gegen PiräusBayer 04 Leverkusen steht glanzlos im Achtelfinale

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24.02.2026, Nordrhein-Westfalen, Leverkusen: Fußball, Männer, Champions League, K.O.-Runde, Zwischenrunde, Rückspiele, Bayer Leverkusen - Olympiakos Piräus, BayArena: Leverkusener Spieler bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach dem mageren 0:0 gab es kaum glückliche Leverkusener Gesichter, auch nicht bei Robert Andrich.

Durch das torlose Unentschieden erkämpft sich der Werksklub Champions-League-Duelle mit den Bayern oder Arsenal.

Irgendwann zu Beginn der zweiten Halbzeit hallte das Europapokal-Lied durch die ausverkaufte Bay-Arena, „erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom" – doch für Bayer 04 Leverkusen schellt das Telefon nicht in Kopenhagen. Sondern entweder beim FC Arsenal oder beim FC Bayern. Denn die Werkself qualifizierte sich am Dienstagabend dank eines glanzlosen 0:0 gegen Olympiakos Piräus und des 2:0 aus dem Hinspiel für das Achtelfinale der Champions League. Dort wartet ein Gigant: entweder der souveräne Tabellenführer der Premier League oder der Bundesliga-Spitzenreiter. Gelost wird am Freitagmittag (12 Uhr).

Im Vergleich zum schwachen Auftritt und der 0:1-Bundesliga-Niederlage bei Union Berlin vom Samstag rotierte Trainer Kasper Hjulmand kräftig zurück – der Däne setzte, Jonas Hofmann ausgenommen, auf die erfolgreiche Elf aus dem Playoff-Hinspiel, das Leverkusen in der vergangenen Woche dank eines Doppelschlags von Patrik Schick 2:0 gewonnen hatte. „Das war heute so eine Art Schaulaufen. Zum Glück hat der Gegner es nicht bestraft", monierte Kapitän Robert Andrich. Das Weiterkommen sei das einzig Positive, meinte er und forderte unter anderem „wesentlich mehr Galligkeit".

Temporeicher Beginn in Leverkusen

Die Partie begann furios, womöglich waren beide Mannschaften in den ersten Minuten noch durch die ikonische Champions-League-Hymne angestachelt. Im von Tony Britten komponierten Stück, basierend auf einem Werk von Georg Friedrich Händel, heißt es bekanntlich zu Beginn: „Ce sont les meilleures équipes" („Sie sind die allerbesten Mannschaften"). Piräus lief entsprechend hoch an, um einen frühen Anschlusstreffer zu erzwingen. Doch Bayer 04 wehrte sich erfolgreich – und kam gegen die offensiven Griechen zu guten Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Jonas Hofmann im kurzen Eck am erneut starken Olympiakos-Schlussmann Kostas Tzolakis (3.). Es folgten Schicks Minuten: Jeweils auf Vorlage von Alejandro Grimaldo vergab der Tscheche zunächst per Kopf, dann per Lupfer. Die ersten Minuten der Partie hätten ein Tor verdient gehabt.

Das änderte sich im Verlauf der ersten Halbzeit. Piräus schaltete einen Gang zurück. Wohl im Wissen, dass Leverkusen die Pressinglinie auch weiter überspielen würde – und die Restverteidigung dann allein auf Hoffnung fußt. Auf der anderen Seite machte Bayer 04 nicht mehr als nötig. Spielkontrolle und Dominanz interessierten Bayer 04 wenig. Wenn es mal brenzlig wurde, war die Werkself selbst verantwortlich. Wie bei einem unbedrängten Fehlpass von Aleix Garcia, der nur mit Glück nicht das 0:1 zur Folge hatte. So ging es torlos in die Pause. Bayer 04 war 45 Minuten näher dran am Viertelfinale. Die Griechen mussten ihren Traum vom kleinen Fußballwunder noch nicht begraben.

Alejandro Grimaldo scheitert an der Latte

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie wieder etwas ereignisreicher. Zunächst prüfte Gelson Martins aus spitzem Winkel Janis Blaswich, der den Ball zur Seite klärte (50.). Kurz darauf kam Leverkusen zu seiner besten Gelegenheit. Ernest Poku, soeben für den leicht angeschlagenen Ibrahim Maza eingewechselt, steckte stark durch auf Grimaldo, der Spanier donnerte den Ball an die Latte (61.). Dann war es wieder ein Leverkusener Aussetzer, diesmal ein misslungener Blaswich-Abschlag, der für Gefahr sorgte – doch Gelson Martins konnte die Einladung nicht nutzen (62.).

Piräus erhöhte in der Schlussphase das Tempo, fand aber nur selten die richtigen Mittel gegen die Werkself-Defensive. Entweder versandeten die Angriffe vor dem Strafraum oder endeten an einem Leverkusener Bein. Bayer 04 konnte Ballgewinne nur selten für Konter nutzen. Einer der wenigen Gegenstöße landete in der Nachspielzeit auf dem linken Fuß von Schick, der den Ball jedoch am Tor vorbeichippte – was der guten Stimmung bei den Fans aber keinen Abbruch tat. Denn nach Abpfiff wurden wieder Bukarest, Rom und Kopenhagen besungen.

Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba - Vazquez (77. Arthur), Palacios (72. Fernandez), García - Grimaldo, Jo. Hofmann (73. Culbreath), Maza (56. Poku) - Schick. - Olympiakos Piräus: Tsolakis - Rodinei, Retsos, Pirola, Ortega - Mouzakitis (79. Scipioni), Hezze, Garcia (90. Clayton) - Martins (90. Onyemaechi), Chiquinho (66. André Luiz) - Taremi (66. El Kaabi). - Schiedsrichter: Oliver (England). - Zuschauer: 30.210 (ausverkauft).