Bundestrainer Christian Wück traut der Stürmerin offenbar nicht zu, auf internationaler Ebene zu performen. In Leverkusen stößt das auf Unverständnis.
DFB-Team ohne Vanessa FudallaBayer 04 kann Verzicht auf Torjägerin nicht nachvollziehen

Leverkusens Stürmerin Vanessa Fudalla
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Wenn am Dienstag die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Dresden auf Slowenien trifft (17.45 Uhr/ARD), bleibt den beiden besten Bundesliga-Torjägerinnen nur die Zuschauerrolle. Selina Cerci von der TSG Hoffenheim kann nicht dabei sein. Sie muss verletzt passen. Leverkusens Vanessa Fudalla – ebenfalls bislang zwölfmal erfolgreich – würde gerne dabei sein. Sie wurde aber nicht berufen. Daran änderte auch die kurzfristige Absage Cercis nichts. Bundestrainer Christian Wück nominierte stattdessen lieber Debütantin Larissa Mühlhaus nach. Die 23-Jährige vom SV Werder Bremen gehört damit bei den beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Slowenien und Norwegen (7. März, 18 Uhr) zum DFB-Kader.
Vanessa Fudalla mit sechs Scorerpunkten in den letzten vier Spielen
Die bloßen Zahlen rechtfertigen diese Entscheidung nicht. Fudalla hat zwei Tore mehr als Mühlhaus erzielt. Auch stimmt die aktuelle Form der Leverkusenerin. Sechs Scorerpunkte in vier Partien seit Jahresbeginn sprechen für sich. Wück beeindruckt das wenig. Das machte er jüngst deutlich. „Ich sehe andere Spielerinnen vor Vanessa. Und diese Einschätzung, die ich getroffen habe, hat sich nach den letzten Bundesliga-Spielen auch nicht verändert“, sagte er. Offenbar zweifelt der Bundestrainer an der internationalen Klasse Fudallas. „Ich sehe eine Diskrepanz zwischen der nationalen und der internationalen Liga“, erklärte er, „ich muss einschätzen, welche Spielerin es schafft, international so zu bestehen, dass wir als Nationalmannschaft profitieren.“
In Leverkusen erzeugt die Entscheidung gegen Fudalla Unverständnis. Bayer-Coach Roberto Pätzold erklärte: „Die Argumentation, ihr würde internationale Klasse abgehen, liefert Angriffspotenzial. Vanessa setzt sich auch regelmäßig in der Liga gegen Gegner durch, die international spielen. Ich kann dieser Argumentation nicht folgen.“ Fudalla tue weiterhin gut daran, bei sich zu bleiben und Taten sprechen zu lassen. „Das hat sie zuletzt wieder eindrucksvoll getan und wir hoffen sehr, dass sie daran weiter anknüpfen kann“, so Pätzold. Letztlich bleibe der 24-Jährigen ohnehin „nichts anderes übrig, als durch Konstanz und Qualität immer wieder aufzuzeigen, dass die Einschätzung der Verantwortlichen beim DFB nicht zutrifft“.
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Gutes Gespür für Räume, konsequent im Abschluss
Im Verein sieht man die Stärken der quirligen Stürmerin. Zwar gibt es zweifellos robustere und kopfballstärkere Spielerinnen als die 1,55 Meter kleine gebürtige Nürnbergerin. Doch Fudalla hat ein gutes Gespür für den Raum, sie versteht es, geschickt zwischen den Linien zu agieren und sie fackelt nicht lange, wenn sich eine Abschlusschance auftut. Diese Qualitäten offenbarte sie bereits vor ihrem Wechsel im Sommer vergangenen Jahres ins Rheinland. Bei RB Leipzig erzielte in 107 Pflichtspielen 69 Treffer. 2023 trug sich als Torschützenkönigin der 2. Bundesliga (20 Treffer) zum Aufstieg der Sächsinnen ins Oberhaus bei.
Zur jüngsten Nicht-Nominierung äußerte sich Fudalla nicht. Gegenüber dem „Kicker“ hatte sie im Januar berichtet, dass es einen Austausch mit Wück gegeben habe. Ihr Schluss damals lautete, mit guten Auftritten dafür sorgen zu wollen, dass er irgendwann nicht mehr an ihr vorbeikomme. Immerhin ließ Wück die Tür zuletzt einen Spalt weit offen. „Vielleicht ändert sich meine Meinung noch mal“, erklärte der Bundestrainer, in die Zukunft könne er ja nicht schauen.
DFB-Elf ohne Klara Bühl
Derweil peilt Deutschland den direkten Weg zur WM 2027 in Brasilien an. Neben Slowenien und Norwegen geht es in der Qualifikation gegen Österreich. Als Gruppenerster wäre Deutschland ohne Umweg über die Playoffs bei der Endrunde dabei. „Nichts zählt außer einem Sieg. Mit der Einstellung gehen wir da rein“, sagte Fudallas Leverkusener Teamkollegin Carlotta Wamser. Trainer Wück muss auf Münchens Weltklassestürmerin Klara Bühl (Muskelverletzung) sowie die Langzeitausfälle Lena Oberdorf und Giovanna Hoffmann verzichten. „Wir werden gegen die Sloweninnen spielerische Lösungen finden müssen, um gegen eine kompakte Mannschaft zu bestehen. Das wird nicht einfach, weil wir wenig Räume bekommen werden“, sagte der Bundestrainer vor dem Heimauftritt in Dresden, für den gut 18.000 Karten verkauft sind.

